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Urlaub während der Schwangerschaft

So vergeht die Reise mit Babybauch wie im Flug

Neun Monate auf Urlaub verzichten? Kann ich nicht. Oder eher: Will ich nicht. Das hat weniger etwas damit zu tun, dass ich total reiseverrückt bin (obwohl ich es bin). Sondern vielmehr damit, dass ich manchmal einfach etwas Abstand zu den gewohnten vier Wänden und etwas Erholung vom Arbeitsalltag brauche. Sonst streikt mein Körper, und meine Kreativität blockiert, und überhaupt fühl ich mich ziemlich elendig, wenn ich länger keine Auszeit genommen habe.

Und jetzt frage ich mich natürlich: Wie zur Hölle soll das erst werden, wenn die Schwangerschaft voranschreitet? Schon jetzt macht die mir nämlich ganz schön zu schaffen. Ist ja auch klar: Selten powert der Körper einer Frau so viel, wie in den Wochen vor der Geburt. Außer du bist Extremsportlerin. Ansonsten ist das, was da gerade rund um meinen kugelrunden Bauch passiert, Höchstleistung, die Ressourcen kostet. Und um den Akku aufzuladen, das weiß ich jetzt, muss ich ab und zu mal raus, einfach mal weg.

Aber: Geht das so einfach? Kann ich, die es momentan manchmal nicht einmal vor die eigene Haustür schafft, weil mir super übel ist, mir nichts, dir nichts in den nächsten Zug oder das nächste Flugzeug steigen und einfach abhauen? Ja. Und nein.

Eine Recherche im Netz zeigt mal wieder: Es gibt keine eindeutige Antwort. Die einen sagen „bloß nicht!“, die anderen schreien „unbedingt!“. Ich habe – das lernt man in den ersten Schwangerschaftswochen ziemlich schnell – mittlerweile aufgegeben, allzuviel Wert auf fremde Einzelmeinungen aus diesem Internet zu legen, weil jede Frau andere Erfahrungen macht.

Ich jedenfalls habe für mich beschlossen: Die letzte Zeit, die ich noch alleine beziehungsweise mit meinem Mann habe, will ich genießen. Und richtig genießen kann ich vor allem im Urlaub. Deswegen wollen wir noch ein paar Kurztrips machen, und eventuell auch einen längeren Babymoon. Und wenn du dich gut fühlst und ähnliche Pläne hast, kann ich dir nur raten: Go for it! Denn auch, wenn dich die Schwangerschaft das eine oder andere Mal ziemlich durcheinander bringt – am Ende weißt du am besten, was für dich das Richtige ist.

Trotzdem gibt es einiges zu beachten, das man auf jeden Fall für die Planung berücksichtigen sollte. Zum Beispiel, dass viele Fluggesellschaften einen ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr mitnehmen. Dass man beim Autofahren Dinge anders handhaben muss. Und dass man manche Urlaubsziele mit Baby im Bauch lieber meiden sollte. Aber dazu später mehr.

 

Gut gewählt: Das perfekte Urlaubsziel finden

Puh, also wenn ich so durch meine Instagram-Timeline scrolle, scheinen Weltreisen bei Schwangeren gerade meeega angesagt zu sein: Dickbauch am Strand von Bali, Dickbauch vor dem Hollywood-Schriftzug, Dickbauch im 132. Stock irgendwo in Dubai. Ganz ehrlich? Ist nichts für mich. Aber vielleicht ist es für dich genau das Richtige. Nicht wegen der Instagram-Fotos, die dabei rumkommen – sondern, weil du eine solche Reise vielleicht erst einmal länger nicht machen kannst. Und es außerdem gut tun kann, noch einmal den Kopf frei zu kriegen und ihn mit allerlei neuen Eindrücken zu füllen.

Klar: Am Anfang jeder Reise steht zuallererst die Frage nach dem Ziel. Vielleicht hast du eine Liste mit Traumzielen, an die du schon immer mal fahren wolltest? Dann musst du nur noch checken, ob du dort auch als Schwangere gut hinkommst.

Ärzte raten meist grundsätzlich davon ab, während der Schwangerschaft einen Abenteuerurlaub zu machen – die ganze Action könnte dem Körper zusetzen. Und wie du vielleicht in den ersten Schwangerschaftswochen gemerkt hast, ist es gar nicht mehr so einfach einzuschätzen, was man sich zutrauen kann.

Auch sollte das Urlaubsziel nicht extrem exotisch sein: Klimawechsel und ungewohntes Essen können hier schnell zum Problem werden. Ich jedenfalls habe gemerkt: Mein Temperaturregulationszentrum spielt manchmal ganz schön verrückt. Deswegen kann ich verstehen, dass Ärzte von Reisen in Länder mit heißem Klima, starken Temperaturschwankungen oder hoher Luftfeuchtigkeit abraten. Sie weisen darauf hin, dass man in der Schwangerschaft anfälliger für Atem- und Kreislaufprobleme ist und dass die Beine schneller anschwellen. Safari durch den Regenwald oder Kamelritt durch die Wüste sind damit schonmal draußen. (Hätte ich mir aber ganz ehrlich aber auch unter normalen Umständen nicht unbedingt zugetraut.)

Wichtig ist, dass es am Urlaubsort normale hygienische Standards gibt und auch die medizinische Versorgung gewährleistet ist. Wenn du dir dein Urlaubsziel ausgesucht hast, informiere dich am besten schon einmal vorab, welche Fachärzte in der Nähe sind. Bei einer Ferienwohnung kann dir bestimmt auch dein Vermieter etwas dazu sagen.

 

Vor der Reise mit Arzt sprechen

 

 

Ich hoffe natürlich, dass ich im Urlaub keinen Arzt aufsuchen muss. Aber vorher gehe ich auf jeden Fall zu meinem Doc, um mir seine Meinung einzuholen, ob ich in meiner derzeitigen Verfassung reisen darf. Außerdem hat er sicherlich ein paar nützliche Tipps, was ich in meine Reiseapotheke packen sollte, also alles, was über

  • Fieberthermometer
  • Desinfektionsmittel
  • Verbandmittel
  • unbedenkliche Schmerzmittel

hinausgeht. Falls du planst, eine Fernreise zu machen, empfiehlt es sich, sich auch nochmal zu notwendigen Impfungen zu informieren.

 

Urlaubsreif? Das ist der richtige Zeitpunkt zum Reisen

Gibt es während der Schwangerschaft überhaupt den perfekten Zeitpunkt, um zu verreisen? Die Antwort ist: Na klar! Allerdings ist der bei jeder Frau anders.

Rückblickend kann ich auf jeden Fall sagen: Die ersten Schwangerschaftswochen sind nicht gerade zum Reisen zu empfehlen. Boah, gings mir da teilweise schlecht! Auch wenn so ein Tapetenwechsel sicherlich ganz gut getan hätte. Wobei: Wäre eher ein Fliesenwechsel gewesen, so oft, wie ich über der Schüssel hing…

Tatsächlich haben Gespräche mit anderen Schwangeren gezeigt: Die ersten Wochen geht es vielen eher schlecht. Die Umstellung des Körpers auf die neue Situation macht ganz schön zu schaffen. Außerdem stehen ja auch einige Arztbesuche an. Deswegen habe ich meinen Urlaub lieber für den Zeitraum des zweiten Trimesters, als Monate vier bis sechs, geplant. Hier ist der Körper während der Schwangerschaft am stabilsten – und auch die Kugel in einer Größenordnung, dass das eine oder andere Urlaubsoutfit noch passen dürfte.

Die meisten empfehlen Urlaub zwischen der 18. und 24. Urlaubswoche.

Im dritten Trimester lässt sich natürlich auch noch reisen. Je näher der Geburtstermin rückt, umso eher raten Ärzte aber davon ab. Schließlich können ja auch die Wehen früher einsetzen oder andere Komplikationen auftreten, für die man besser einen Arzt seines Vertrauens an seiner Seite hat. Hinzu kommt, dass viele Reisegesellschaften Schwangere ab der 36. Woche gar nicht mehr mitnehmen.

Wieso das so ist, welche Alternativen es gibt und was du dabei bedenken musst, liest du in den nächsten Zeilen.

 

Sicher unterwegs: Das musst du für die Anreise mit Babybauch wissen

Zugegeben: Ich habe nicht nur einen, sondern gleich mehrere Kurztrips während der Schwangerschaft geplant. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig so, als würde ich schnell noch ganz viel erleben wollen, bevor das Baby da ist. So ist es natürlich nicht! Ich liebe es einfach, zu reisen, unterwegs Kraft zu tanken, schöne Erinnerungen zu sammeln. Und mit Baby im Bauch wird das sicher ziemlich einmalig.

Dabei habe ich aber immer im Hinterkopf, dass sich auch mal etwas kurzfristig ändern kann. Deswegen schließe ich für alle Buchungen auch eine Reiserücktrittversicherung ab, um wirklich auf Nummer sicher gehen zu können. Falls das für dich auch in Frage kommt, lies dir unbedingt das Kleingedruckte durch! Es gibt nämlich auch Anbieter, die Urlaubsstornierung aus Schwangerschaftsgründen nicht oder nur zum Teil mit absichern.

Wir werden in den kommenden Wochen sowohl mit Auto, als auch mit dem Zug und sogar mit dem Flugzeug unterwegs sein. Puh, und da ist mir bei der Recherche aufgefallen: einfach buchen und ab geht´s ist nicht.

Deshalb jetzt hier alles, was du dazu wissen musst, im Überblick.

 

Schwanger über den Wolken: Das musst du bei der Anreise mit dem Flugzeug beachten

Für ein romantisches Babymoon soll es noch einmal zu zweit (okay, ich weiß, wir sind eigentlich schon zu dritt) irgendwo in die Ferne gehen. Das ist aber gar nicht so einfach, denn: Jede Airline hat andere Voraussetzungen. Und die können sich auch nochmal von den Einreisebedingungen am Zielort unterscheiden – deshalb checke in jedem Fall auch die Seite der Botschaft des Landes, in das du fliegen möchtest, um auf Nummer sicher zu gehen.

Wichtig: Sprich mit deinem Gynäkologen oder deiner Hebamme über die bevorstehende Reise. Dort erhältst du auch die erforderlichen Dokumente zum Nachweis deines Schwangerschaftsverlaufs und deiner Flugtauglichkeit.

Irgendwie geisterten mir im Kopf noch einige warnende Stimmen umher, dass das Fliegen in der Schwangerschaft gefährlich für das Baby im Bauch sein soll. Strahlenbelastung, Kabinendruck, Sauerstoffmangel – irgendwie sowas. Als ich mich dann aber genauer informiert habe, konnte ich feststellen: Alles halb so schlimm!

Ist die Schwangerschaft bislang komplikationsfrei verlaufen, sollte das Reisen im Flugzeug nach Meinung vieler Ärzte kein Risiko darstellen. Das unterstreicht auch der Dachverband der Fluggesellschaften, die International Air Transport Association. Sie weist allerdings darauf hin, dass Airlines Mütter nach der 36. Schwangerschaftswoche nur befördern sollen, wenn der Arzt das ausdrücklich empfiehlt. Viele Fluggesellschaften sind aber mittlerweile dazu übergegangen, schwangere Frauen nur bis zur 36. Woche mitzunehmen.

Ich habe dir mal für die bekanntesten Airlines aufgeschrieben, was du beachten solltest.

Lufthansa

Bei der Lufthansa ist das Fliegen als Schwangere grundsätzlich kein Problem: Sie nimmt dich bis zum Ende der 36. Schwangerschaftswoche oder bis vier Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin mit (es sei denn du hast Zwillinge, dann nur bis zur 28. Woche). Ab der 28. Woche benötigst du aber ein Attest von deinem Gynäkologen, in dem folgende Infos enthalten sein sollten:

  • Voraussichtlicher Geburtstermin
  • Ausdrückliche Erwähnung, dass du fliegen darfst
  • Bestätigung, dass deine Schwangerschaft bislang unkompliziert verläuft

Bei weiteren Fragen kannst du dich auch direkt an das sogenannte Medical Operation Center von Lufthansa wenden. Das ist täglich von 6 Uhr bis 22.30 Uhr unter +49 69696 55079 oder per Mail an specialservice@dlh.de zu erreichen. Alle wichtigen Infos und einen Vordruck fürs Attest findest du hier.

Ryanair

Bei Ryanair heißt der erforderliche ärztliche Nachweis nicht „Attest“, sondern „Fit to fly-Bestätigung“. Klingt cooler, ist aber im Grunde genommen das Gleiche: Ab der 28. Woche benötigst du die Bestätigung der Flugtauglichkeit deines Gynäkologen oder deiner Hebamme. Darin enthalten sein sollen:

  • Voraussichtlicher Geburtstermin
  • Ausdrückliche Erwähnung, dass du fliegen darfst
  • Bestätigung, dass deine Schwangerschaft bislang unkompliziert verläuft

Die Bestätigung musst du beim Check-In und beim Kabinenpersonal vorlegen – andernfalls behält sich Ryanair vor, dir den Flug zu verweigern. Nach der 36. Woche darfst du grundsätzlich nicht mehr mit dem irischen Billigflieger reisen; solltest du mit mehreren Babys schwanger sein, ist nach der 32. Woche Schluss.

Das Formular (auf Englisch) kannst du dir direkt hier bei Ryanair herunterladen.

AirFrance

Die französische Fluglinie stellt keine zusätzlichen Anforderungen an Schwangere. Es wird zwar geraten, ab der 37. Woche nicht mehr zu fliegen – mitgenommen wirst du aber nach Angaben des Flugunternehmens trotzdem. Zusätzlich gibt es für alle Flüge, die länger als zweieinhalb Stunden dauern, ein Sondermenü für Schwangere – etwa mit salz-, zuckerarmen oder vegetarischen Speisen. Es muss bis 48 Stunden vor Abflug online ausgewählt werden.

Mehr Informationen erhältst du direkt hier auf der Seite von AirFrance.

Eurowings

Eurowings behält sich grundsätzlich vor, Schwangere nach ihrem Mutterpass zu fragen – um festzustellen, in welcher Woche du dich befindest und ob es irgendwelche Komplikationen gab. Ansonsten werden keine zusätzlichen Dokumente angefordert. Schwangere dürfen allerdings ebenfalls nur bis zur 36. Woche mit Eurowings reisen.

Hier geht es direkt zur Seite von Eurowings.

TUI fly

Ein Attest, das dir als werdende Mutter die Flugtauglichkeit bescheinigt, benötigst du bei TUI fly nicht. Allerdings könnte es sein, dass du am Flughafen oder im Flugzeug nach deinem Mutterpass gefragt wirst. Ähnlich wie die meisten andere Fluggesellschaften auch nimmt die Airline keine Schwangeren mit, die die 36. Woche bereits hinter sich haben. Wichtig: Wenn du die 36. Schwangerschaftswoche vor deinem Rückflug überschreitest, kann dir TUI fly bereits den Hinflug verweigern.

Mehr Infos findest du hier direkt auf der Seite von TUI fly.

 

6 gesundheitliche Gründe, warum du nicht schwanger fliegen solltest

Wie ich herausfinden konnte, gibt es nur einige wenige Ausnahmen, in denen ein Flug gesundheitsgefährdend für die werdende Mutter und ihr ungeborenes Kind sein kann.

Du solltest nicht schwanger fliegen, wenn:

  • du massive Herz- oder Kreislaufbeschwerden hast,
  • du thrombosegefährdet bist,
  • du unter Flugangst leidest,
  • bei dir eine Hochrisikoschwangerschaft vorliegt,
  • bei dir eine Fehllage des Mutterkuchens (Placenta praevia) festgestellt wurde,
  • oder die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt sehr hoch ist.

 

Schwanger fliegen: So vergeht die Reise im Flugzeug wie im Flug

Beim Socken anziehen, beim Schlafen, am Schreibtisch: Mein kugelrunder Bauch ist schon oft im Weg (und nur sehr selten mal praktisch – etwa, wenn ich die Fernbedienung darauf ablege). Und schon bei einer kurzen Autofahrt merke ich, dass es schnell ziemlich unbequem wird. Klar, dass es da im Flugzeug noch einmal eine Nummer härter sein muss, dachte ich. Ich meine: Ich habe eh das Gefühl, dass die Airlines die Abstände zwischen den Sitzen regelmäßig verkürzen (okay, manchmal ist es auch nur der Vordermann, der UNBEDINGT seinen Sitz in ein Liegebett verwandeln muss und mir mit seinen Haar schon fast in der Bordverpflegung hängt).

Aber als ich dann das erste Mal schwanger geflogen bin, habe ich festgestellt: Gar nicht so schlimm. Wenn man das eine oder andere beachtet.

Hier meine Tipps für eine entspannte Mutter-Kind-Zeit über den Wolken:

 

Mach es dir ganz gemütlich. Ich weiß, in der Schwangerschaft zwickt und ziept es eh schon in den Klamotten, sodass man das enge Top gerne und oft gegen den Lieblingskuschelpulli tauscht – wenn auch meist nur zu Hause. Für den Flug kann ich dir nur empfehlen: Mach es dir kuschelig! In weiten Klamotten lässt es sich auf jeden Fall besser aushalten.

 

Bewege dich regelmäßig. Eigentlich hasse ich es, im Flugzeug aufstehen zu müssen. Dieses Geschiebe und Gedränge ist ja immer etwas unangenehm, vor allem, wenn die ganze Sitzreihe dann Platz machen muss. Aber seit ich schwanger bin, weiß ich: Ganz ohne geht es eben nicht, da stößt man doch das eine oder andere Mal an, weil man ja auf einmal doppelt so breit ist wie sonst. Gerade bei längeren Flugzeiten ist es eben auch wichtig, sich zu bewegen: Während des Sitzens wird die Hüfte stark abgeknickt, die Beine nicht richtig durchblutet. Wenn du zweimal die Stunde für ein paar Minuten den Gang auf und ab gehst, ist das gut für deinen Körper.

 

Buche einen Platz in der ersten Reihe. Oder in der Mitte beim Notausgang. Auf jeden Fall so, dass du genügend Beinfreiheit hast und auch mal die Füße ausstrecken kannst. Das ist den Aufpreis auf jeden Fall wert, glaub mir! Falls du keinen XXL-Platz mehr bekommst, kann es auch schon helfen, das Handgepäck nicht vor dem Vordersitz zu verstauen und so mehr Bewegungsfreiheit zu haben. Damit die Beine nicht einschlafen, kann ich außerdem empfehlen, die Füße und Zehen hin und wieder kreisen zu lassen.

 

Stay hydrated. Was für den Sport gilt, ist auch auf dem Flug hilfreich: Nimm viel Flüssigkeit zu dir. Das fördert die Durchblutung, was wichtig ist, denn: Im Flugzeug wird der geringe Luftdruck in der Höhe ausgeglichen, was dazu führt, dass der Sauerstoffgehalt geringer ist – er entspricht etwa dem auf 2500 Metern Höhe, auch wenn das Flugzeug irgendwo zwischen 9000 und 12000 Metern Höhe unterwegs ist. Dadurch schlägt das Herz etwas schneller, um den Körper mit der nötigen Menge Sauerstoff zu versorgen. Für das Baby ist das Studien zufolge aber kein Problem, solange es sich um eine komplikationsfreie Schwangerschaft handelt.

 

Trage Thrombosestrümpfe. Ja, das war wirklich einer der Punkte, bei denen ich gedacht habe: Ernsthaft, muss das sein? Mein Arzt konnte mich dann aber davon überzeugen, es zu tun. Denn während der Schwangerschaft ist das Thromboserisiko erhöht. Die Strümpfe schützen dich davor, dass sich eventuell ein Gerinnsel in deinen Beinen bildet.

Was die Strahlenbelastung angeht: Die wird erst dann zum Risiko, wenn du mehr als 120.000 Flugkilometer im Jahr zurücklegen willst. Lärm, Vibration und Beschleunigung sind für dein Baby komplett ungefährlich, da brauchst du dir keine Sorgen zu machen – solange die Schwangerschaft bislang ohne Komplikationen verlaufen ist. Aber sicher ist sicher, also besprich das lieber nochmal mit deinem Arzt, der kennt dich und dein Baby besser.

Was passiert eigentlich, wenn das Kind im Flugzeug geboren wird?

Es gibt Hausgeburten. Wassergeburten. Und: Luftgeburten. Ja, wirklich! Nicht nur in Filmen überraschen die Wehen die werdende Mutter, sondern auch im echten Leben. Konnte ich selbst nicht glauben, bis ich die Geschichte von Ada Guan gelesen habe: Die 23-jährige Kanadierin dachte, sie habe nur etwas zugenommen, dann aber auf einem Flug nach Toronto über Bauchschmerzen geklagt und wenig später in 10000 Metern Höhe über Russland ihr Baby bekommen. Guan hatte Glück, denn zufällig waren Ärzte mit an Bord, die auf dem Mittelgang des Flugzeugs dafür sorgten, dass die Geburt einigermaßen glimpflich verlief. (Tatsächlich ist es aber sogar so, dass Geburtshilfe Teil der Ausbildung von Stewardessen ist – verrückt, oder!) Die Kanadierin hat sich darüber so sehr erschrocken, dass sie erst einmal in Ohnmacht fiel…

Auch der junge Türke Erkan Geldi wurde über den Wolken geboren, als seine Mutter von Istanbul nach Frankfurt flog, um ihren Mann zu besuchen. Das Witzige: Geldi wurde nicht nur nach dem damaligen Piloten benannt, sondern arbeitet heute, 25 Jahre später, selbst als Flugbegleiter bei derselben Airline.

Okay, klar: So eine Luftgeburt kommt wirklich selten vor, weil ein Großteil der Airlines die Mitnahme von hochschwangeren Frauen nach Woche 36 verweigern. Aber welche Staatsbürgerschaft hat das Kind eigentlich, wenn es in der Luft geboren wird?

Das regelt das internationale Zivilluftfahrtsabkommen: Demzufolge hat jeder Staat auch die ausschließliche Lufthoheit über sein Gebiet. Je nachdem, ob das Boden- oder das Blutsrecht gilt, verhält es sich dann mit der Staatsbürgerschaft. Meist bekommen die Kinder aber die Staatsbürgerschaft ihrer Eltern (Blutsrecht); in manchen Fällen aber auch die, in der das Flugzeug registriert ist oder des Landes, über dem das Kind geboren wurde. Als Geburtsort wird übrigens nach internationalem Recht die Position des Flugzeugs eingetragen – also Längen- und Breitengrad.

 

Schwanger auf vier Rädern: So ist die Anreise mit dem Auto ganz entspannt

Ernsthaft? Während meiner Recherche nach hilfreichen Tipps für die Fahrt in den Urlaub mit Auto bin ich immer wieder auf einen Hinweis gestolpert: Während der Autofahrt unbedingt anschnallen. Anschnallen! Ich meine: Hallo?! Wir sind schwanger, nicht blöd! Wenn es um den Gurt geht, gibt es einen sinnvollen Tipp (auf den man aber ziemlich schnell selbst kommt): Den Gurt nicht wie gewohnt über den Bauch legen, sondern unter die Babykugel klemmen. Das ist angenehmer. Und sollte es zu einem Unfall kommen, wird das Kind im Mutterleib nicht erdrückt.

Apropos erdrückt: Eine Frage, die ich mir ziemlich oft gestellt habe, ist die, ob ein Airbag zur Gefahr für mein Baby werden kann. Der ADAC gibt hier aber Entwarnung: Solange man nicht zu nah am Airbag, sondern ganz normal auf dem Autositz sitzt, bestehe kein Risiko durch das plötzliche Aufpoppen des Luftkissens – das Fruchtwasser im Bauch federt den Aufprall zusätzlich ab.

Generell raten die Autoexperten aber dazu, als schwangere Frau möglichst wenig selbst hinter dem Steuer zu sitzen. Das wird mir gar nicht so leicht fallen, da ich es eigentlich liebe, mit dem Auto unterwegs zu sein. Aber Stresssituationen sollte man während der Schwangerschaft besser meiden – ist ja irgendwie auch klar. Spätestens kurz vor dem Geburtstermin sollte man das Steuer wirklich aus der Hand geben, da frühzeitige Wehen, körperliches Unwohlsein oder andere Faktoren die Handlungsfähigkeit auf dem Fahrersitz einschränken.

Tipp: Bei mehrstündigen Fahrten lieber Thrombosestrümpfe tragen, um geschwollene Beine und Thrombosebildung zu vermeiden.

Ansonsten ist das Auto für einen Großteil der geplanten Schwangerschafts-Kurztrips das Transportmittel meiner Wahl: Hier kann ich mir den Sitz so einstellen, wie ich möchte, nach Belieben Pausen einlegen, alles Nötige in unmittelbarer Nähe mitführen. Und wenn mein Mann den Chauffeur spielt, beginnt der Urlaub wunderbar entspannt.

 

Mit der Bahn unterwegs: So klappt Zugfahren mit Babybauch

Je nachdem, wo es hingehen soll, ist natürlich auch Zugfahren eine Alternative: Hier können beide Partner entspannen, es gibt keine Staugefahr, immer eine Toilette in der Nähe und ausreichend Platz zum Bewegen. Das einzige, was ich immer als etwas negativ empfinde, ist, dass man nicht weiß, wer die Mitfahrer auf der Strecke sind. Und ob der Zug pünktlich kommt.

Ansonsten empfehle ich dir für eine gemütliche Zugfahrt:

  • Sitzplatz reservieren
  • entspannte Umsteigezeiten einplanen, um Stresssituationen zu vermeiden
  • zwischendurch immer mal wieder aufstehen und ein paar Schritte gehen, um die Durchblutung der Beine zu fördern und den Kreislauf stabil zu halten

Tipp: Wer mit viel Gepäck reisen muss, kann dieses bei dem Gepäckservice der Deutschen Bahn aufgeben (ab 17,50 Euro). Je nachdem, was du buchst, wird das Gepäck sogar zu Hause abgeholt und bis in deine Ferienwohnung gebracht. Mehr Infos gibt es hier direkt auf der Seite der Deutschen Bahn.

 

 

Autorenkommentar

„Es heißt ja immer: Der Weg ist das Ziel. In diesem Fall würde ich das aber anders sehen. Ich hoffe, ihr kommt sicher und stressfrei in den Urlaub! Genießt die Zeit – schon bald wird sich euer Leben ziemlich auf den Kopf stellen. So eine Reise kann auch dabei helfen, sich nochmal stärker auf diese Zeit einzuschwören und die Vorfreude auf das neue Glück steigern.“

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