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Umweltfreundlich reisen: So klappt der Einstieg in den Ökotourismus

Zwei junge Frauen wandern durch Naturlandschaften – Umweltfreundlich reisen
Zwei junge Frauen wandern durch Naturlandschaften – Umweltfreundlich reisen
Inhaltsverzeichnis

Dass Flugreisen und Kreuzfahrten schädlich fürs Klima sind, hat sicher jeder schon mal gehört. Fakt ist aber: Viele Urlauber interessieren sich nicht dafür, bei ihrer Urlaubsplanung auf Nachhaltigkeit und umweltfreundliches Reisen zu achten. Zu teuer, zu viel Aufwand … die Gründe, die viele Reisende anführen, sind unendlich. Doch was bedeutet ein nachhaltiger Urlaub überhaupt? Und ist es wirklich so aufwändig, auch im Urlaub auf die Umwelt und die Natur Rücksicht zu nehmen?

Das Thema „umweltfreundlich reisen“ ist nicht neu. Schon lange gibt es Konzepte, die für mehr Nachhaltigkeit im Urlaub sorgen sollen. Oft werden sie unter dem Überbegriff „Ökotourismus“, den wir weiter unten etwas näher erklären, zusammengefasst.

Doch auch andere Begrifflichkeiten tauchen in diesem Zusammenhang immer wieder auf, zum Beispiel „Grüner Urlaub“, „naturnaher Tourismus“ oder „sanfter Tourismus“. Sie alle haben ein Ziel: Der Natur möglichst wenig zu schaden, während die Urlaubsregion vom Tourismus profitiert.

Dass Tourismus die Natur belastet, ist sicher kein Geheimnis. Weggeworfener Müll, Lärm- und Umweltbelastungen, die sich negativ auf Tier- und Pflanzenwelt auswirken, der Verbrauch übermäßiger Ressourcen – die Liste der Folgen des Tourismus ist lang. Tatsächlich kann man aber schon mit kleinen Änderungen und ein bisschen Achtsamkeit einen großen Unterschied bei seinem eigenen Urlaub machen. Wir geben dir daher hier einen ersten Überblick über das Thema „umweltfreundlich reisen“ und zeigen dir einige einfache Tipps und Tricks, mit denen du deinen Urlaub nachhaltiger gestalten kannst.

Begriffserklärung: Das bedeutet Ökotourismus

Ökotourismus ist kein neuer Trend, auch wenn das Thema in Zeiten des Klimawandels sicherlich deutlich präsenter ist als noch vor einigen Jahren. Tatsächlich stammt das ursprüngliche Konzept bereits aus den 1980er Jahren und kam damals zunächst in Großbritannien zur Sprache. Seitdem hat sich die eigentliche Definition des Ökotourismus zwar etwas verändert, der Kern des Konzepts ist aber gleich geblieben. Unter Ökotourismus versteht man demnach ein nachhaltiges und umweltfreundliches Reisen, wobei vor allem natürliche Landschaften als Ziel im Fokus stehen. Ebenso beschäftigt sich das Konzept des Ökotourismus mit den Auswirkungen des Tourismus auf die Umwelt und die lokale Bevölkerung. So sollen einerseits die Folgen für die Natur möglichst gering gehalten werden, während andererseits die Bevölkerung der Urlaubsregion durch den Tourismus als verlässliche Einnahmequelle unterstützt wird.

Umweltfreundlich reisen: Wie wichtig ist Nachhaltigkeit im Urlaub?

So negativ die Einleitung auch klingt: Bei vielen Urlaubern findet derzeit ein Umdenken in puncto „umweltfreundlich reisen“ statt – und das ist gut so! Nicht zuletzt aufgrund der anhaltenden Covid-19-Pandemie entscheiden sich immer mehr Reisende für ein Reiseziel im eigenen Land. Damit ist bereit der erste Schritt in Richtung Nachhaltigkeit im Urlaub getan. Du siehst also: Es ist gar nicht so schwer! Langfristig wird Nachhaltigkeit im Urlaub immer wichtiger werden, denn gerade die besonders beliebten Reiseziele leiden unter dem Massentourismus. Und es wäre doch schade, wenn diese Urlaubsregionen irgendwann komplett verschwinden würden.

Das Gute ist: Jeder kann mit einfachen Schritten zu einem nachhaltigeren Urlaub beitragen. Das Wichtigste ist auf jeden Fall, einfach anzufangen. Du musst nicht von Anfang an perfekt sein und jeden Aspekt des umweltfreundlichen Reisens zu 110 Prozent meistern. Wir zeigen dir deshalb ein paar einfache Tipps, die du bei deiner Urlaubsplanung beachten kannst, um die Umwelt zu schonen und gleichzeitig einen unvergesslichen Urlaub zu erleben. Übrigens: Weitere Tipps zum Thema findest du bei uns auch im Artikel „Nachhaltiges Reisen“.

Umweltfreundlich reisen: Unsere Top-Tipps zum Einstieg

  • Wahl des Transportmittels
    Dass Flugreisen schlecht für den ökologischen Fußabdruck sind, dürfte jeder mittlerweile schon einmal gehört haben. Trotzdem kann man es nicht oft genug sagen, denn zusammen mit Kreuzfahrten sorgen Flugreisen für enorm hohe CO2– Emissionen, die die Umwelt stark belasten. Gerade für Ziele in Deutschland und Europa ist es daher besser, mit dem Zug oder dem Auto in den Urlaub zu fahren. Im Vergleich zum Kurzstrecken-Flug ist nämlich ein vollbepacktes Auto in der Regel ökologischer. Ebenso gilt: Je weiter entfernt das Ziel, desto länger sollte die Reise dauern.
    Will oder kann man nicht auf eine Flugreise verzichten, um seinen Traumurlaub zu erleben, sollte man möglichst lange vor Ort bleiben und – soweit möglich – auf Direktflüge setzen. Ebenso gibt es verschiedene Organisationen, über die man die CO2– Emissionen, die durch die Reise entstehen, kompensieren kann. Anhand der Entfernung zwischen Wohnort und Reiseziel wird ein Betrag kalkuliert, mit dem anschließend Umweltprojekte weltweit unterstützt werden. Eine gute Sache!
    Auch vor Ort unterstützt die Wahl des Transportmittels beim umweltfreundlichen Reisen. Nutze am besten öffentliche Verkehrsmittel für Ausflüge und lerne dein Reiseziel zu Fuß oder mit dem Rad kennen. So kannst du gleichzeitig unvergessliche Reiseerinnerungen sammeln – eine Win-win-Situation also!
  • In nachhaltigen Unterkünften übernachten
    Auch bei der Wahl deiner Unterkunft kannst du auf Nachhaltigkeit achten. Hierbei ist es wichtig, deine Ansprüche und Wünsche unter einen Hut zu bringen. Willst du etwa in einem Hotel übernachten und trotzdem auf Nachhaltigkeit im Urlaub achten, solltest du auf All-Inclusive-Angebote von großen Hotelketten verzichten. Suche stattdessen lieber nach einem Hotel eines lokalen Anbieters – so unterstützt du zeitgleich die Wirtschaft und die Bevölkerung deines Reiseziels.
    Ferienwohnungen und Ferienhäuser sind ebenfalls beliebte Unterkunftsarten und ermöglichen es dir besonders gut, auf Nachhaltigkeit im Urlaub zu achten. So gibt es beispielsweise Ferienwohnungen, die bereits mit Nachhaltigkeit im Sinn eingerichtet wurden. Wichtige Punkte sind dabei zum Beispiel das Müllmanagement, der Einsatz von Ressourcen bei der Einrichtung oder auch nachhaltige Energiekonzepte zum Heizen und für die Stromerzeugung. Du kannst bei der Wahl zum Beispiel auf Umweltsiegel wie TourCert oder Viabono achten, die zeigen, dass es sich um ein besonders nachhaltiges Angebot handelt.
    Außerdem kannst du auch mit der Buchung einer Ferienunterkunft lokale Anbieter unterstützen, indem du direkt bei einem privaten Vermieter buchst. Bei Traum-Ferienwohnungen findest du zahlreiche Ferienwohnungen und Ferienhäuser von privaten Vermietern und kannst sogar nach besonders nachhaltigen Unterkünften suchen. Probiere es einfach mal aus!
  • Schonend mit der Umwelt umgehen
    Eigentlich sollte sich dieser Punkt von selbst verstehen: Wer umweltfreundlich reisen möchte, sollte möglichst schonend mit der Umwelt umgehen. Wäge zum Beispiel die Entfernung zwischen deinem Wohnort und deinem Reiseziel ab und entscheide dich dann für das Transportmittel mit der geringsten Belastung für die Umwelt. Auch vor Ort solltest du möglichst auf umweltfreundliche Fortbewegungsmittel wie Rad oder die öffentlichen Verkehrsmittel setzen, um die Gegend zu erkunden.
    Machst du einen Ausflug in die Natur, achte darauf, deinen Müll nicht in die Umwelt, sondern in die dafür vorgesehenen Mülleimer zu werfen. Besonders in Naturschutzgebieten solltest du dich auch an die vorgeschriebenen Wege halten, um nicht unnötig in die Lebensräume der Tiere und Pflanzen einzudringen. Gerade im Frühjahr und Sommer nisten in vielen Naturschutzgebieten teils seltene Vögel, und viele Tiere haben Jungtiere, die besser nicht gestört werden sollten. Und auch bei einer Wanderung auf den vorhandenen Wegen kannst du hervorragend entspannen und viele unvergessliche Eindrücke sammeln!
  • Nachhaltig packen
    Auch beim Packen kann man einen ersten Schritt in Richtung umweltfreundlich reisen machen. Das mag zunächst unlogisch klingen, doch die Menge deines Gepäcks hat tatsächlich Einfluss auf die ausgestoßenen Emissionen während deiner Anreise. Packst du zum Beispiel für alle Gelegenheit und benötigst somit mehr Gepäck wirkt sich das vor allem auf das Gewicht des Koffers aus. Je schwerer jedoch das Gepäck, desto mehr Treibstoff wird verbraucht und je mehr Emissionen werden produziert. Das gilt vor allem für Flugreisen, die bereits generell nicht das umweltschonendste Transportmittel sind.
    Besser ist es daher, eher minimalistisch zu packen und nur das mitzunehmen, was du wirklich benötigst. Erstelle am besten vor Reisebeginn eine Checkliste aller Sachen, die du in den Urlaub mitnehmen willst und überlege, an welchen Stellen du auf Dinge verzichten oder sie durch leichtere Alternativen ersetzen kannst. Besonders einfach geht das zum Beispiel bei typischen Badartikeln wie Shampoo oder Duschgel. Statt der großen Flaschen kannst du dir eine kleinere Menge in wiederverwendbare Transportfläschchen abfüllen oder du testest eine feste Alternative. So sparst du nicht nur Platz im Koffer – du musst auch weniger Gepäck schleppen. Das ist insbesondere dann nützlich, wenn du während der Anreise umsteigen musst, denn so wird die Anreise direkt etwas komfortabler.
    Wer mit Hund oder Kindern verreist, benötigt natürlich automatisch mehr Gepäck. Überlege jedoch auch hier, wie viel und was wirklich nötig ist und auf was du beim Packen verzichten kannst.
  • Verpflegung in Mehrwegverpackungen mitnehmen
    Hand in Hand mit Tipp 3 geht dieser Tipp: Vermeide möglichst viel Müll, indem du auf nachhaltige Alternativen und Mehrfachverpackungen setzt. So kannst du dir dein eigenes Essen auf einen Ausflug mitnehmen und schlägst so sogar mehrere Fliegen mit einer Klappe: Einerseits weißt du genau, was in deinem Essen enthalten ist, andererseits vermeidest du unnötigen Müll und sparst sogar noch Geld, weil du deine Verpflegung schon dabei hast und unterwegs nichts kaufen musst. Besonders nützlich sind eine wiederverwendbare Wasserflasche, eine Brotdose und – gerade, wenn du mit Kindern unterwegs bist – wiederverwendbare Strohhalme aus Edelstahl oder Glas. Vieles davon hast du sicher bereits zuhause, sodass keine Neuanschaffungen fällig werden. Und du kannst diese Gegenstände auch hervorragend außerhalb deines Urlaubs nutzen, um auch deinen Alltag ein wenig nachhaltiger zu gestalten.
  • Lokale Bevölkerung unterstützen
    Aus den anderen Tipps hast du bereits gelernt, dass umweltfreundliches reisen vor allem darauf abzielt, der Natur möglichst wenig zu schaden. Doch auch wirtschaftlich gesehen gibt es Möglichkeiten, mehr Nachhaltigkeit im Urlaub zu integrieren. Viele Reiseziele leben vom Tourismus, doch oft sind es vor allem große Ketten, die hiervon profitieren.
    Willst du die Menschen und die Natur deines Traumziels nachhaltig fördern, solltest du darauf achten, möglichst oft die lokale Bevölkerung zu unterstützen. Das klappt zum Beispiel, indem du eine Ferienunterkunft direkt bei einem lokalen Gastgeber buchst, in lokalen Restaurants isst und in den kleinen Geschäften vor Ort einkaufst. Außerdem gibt es bereits verschiedene Reiseveranstalter, die sich für die Bevölkerung an verschiedenen Reisezielen einsetzen und diese aktiv in ihre Unternehmensphilosophie einbeziehen. Es lohnt sich also schon bei der Reiseplanung, hierauf zu achten!

Du fühlst dich jetzt erstmal wie erschlagen von den ganzen Informationen? Keine Sorge – du kannst schon mit kleinen Schritten bei der Urlaubsplanung und während deiner Reise zu einem nachhaltigeren Reisen beitragen. Lass dich also nicht entmutigen, sondern fang einfach an! Vielleicht, indem du bei der Wahl deiner nächsten Ferienunterkunft auf Nachhaltigkeit achtest?


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