„Moin!“ Es ist das kürzeste, aber herzlichste Wort der Welt. Es bedeutet „Guten Morgen“, „Guten Tag“, „Guten Abend“ und „Wie geht’s?“ in einem. Wenn ihr in Hamburg aus dem Zug oder dem Auto steigt, werdet ihr es überall hören. Und spätestens dann wisst ihr: Ihr seid angekommen.
Hamburg ist nicht einfach nur eine Stadt. Hamburg ist ein Gefühl. Es ist das Schreien der Möwen, das Rattern der Hochbahn und das sanfte Schaukeln der Alsterwellen. Die Hansestadt ist rau und schick zugleich. Hier trifft der derbe Charme von St. Pauli auf die hanseatische Eleganz von Eppendorf. Hier stehen hypermoderne Glaspaläste wie die Elbphilharmonie direkt neben den historischen Backsteinspeichern, die noch immer nach Kaffee und Gewürzen duften.
Doch Hamburg hat ein Problem: Es gibt so viel zu sehen, dass man schnell den Wald vor lauter Bäumen (oder den Hafen vor lauter Kränen) nicht mehr sieht. Landungsbrücken, Michel und Reeperbahn stehen in jedem Reiseführer. Aber wo essen die Hamburger ihr Franzbrötchen? Wo trinken sie ihren Kaffee, wenn die Sonne durch die Wolken bricht? Und wo findet man die Ruhe, wenn der Trubel der Großstadt zu viel wird?
Wir haben uns die Regenjacke übergezogen (man weiß ja nie!) und sind für euch auf Entdeckungstour gegangen. Wir haben uns durch Märkte geschlemmt, sind Kanu gefahren und haben die besten Aussichtspunkte erklommen.
Hier sind 12 Geheimtipps, die euren Trip in den Norden unvergesslich machen.
- 1. Kunst trifft Backstein: Deichtorhallen
- 2. Wohnzimmer-Feeling pur: Café May
- 3. Drive-In für Paddler: Café Canale
- 4. Schlemmen unter Hochbahngleisen: Der Isemarkt
- 5. Subkultur trifft Geschichte: Das Gängeviertel
- 6. Tropische Auszeit: Das Hanging Out Café
- 7. Der Klassiker (aber richtig): Der Hamburger Fischmarkt
- 8. Karibik an der Elbe: Strand Pauli
- 9. Mediterranes Flair: Das Treppenviertel in Blankenese
- 10. Speicherstadt & Wasserschloss: Das rote Gold
- 11. Unter der Elbe: Der Alte Elbtunnel
- 12. Planten un Blomen: Wasserlichtspiele
- Fazit: Hamburg ist immer eine Reise wert
- Häufig gestellte Fragen
1. Kunst trifft Backstein: Deichtorhallen

Ein bisschen Kultur gehört zu jedem Städtetrip, aber in Hamburg muss es nicht immer die klassische Kunsthalle sein. Die Deichtorhallen sind ein absolutes Muss für alle, die moderne Kunst und Fotografie lieben.
Das Erlebnis:
Schon die Architektur ist ein Highlight: Die zwei historischen Markthallen aus Stahl und Glas (ehemals Blumen- und Gemüsemarkt) sind gigantisch und lichtdurchflutet. Sie zählen heute zu den größten Ausstellungshäusern für zeitgenössische Kunst in Europa. Die Ausstellungen wechseln regelmäßig und sind oft provokant, riesig und visuell beeindruckend. Es ist der perfekte Ort, um sich inspirieren zu lassen, wenn das Hamburger „Schmuddelwetter“ mal wieder zuschlägt.
Unser Insider-Tipp:
Plant euren Besuch strategisch! Wenn ihr an einem Dienstag kommt, erhaltet ihr ab 16:00 Uhr satte 50 Prozent Rabatt auf den Eintrittspreis. Das gesparte Geld könnt ihr dann später hervorragend in ein Fischbrötchen investieren. Da die Hallen sehr zentral liegen, ist es von hier nur ein Katzensprung, um danach in eure gemütliche Ferienwohnung in Hamburg zurückzukehren und die Füße hochzulegen.
2. Wohnzimmer-Feeling pur: Café May

Hamburg ist teuer? Nicht unbedingt! Wer gerne ausgiebig bruncht, ohne dabei ein Vermögen auszugeben, muss das Café May kennen. Es gibt mehrere Filialen in der Stadt (z.B. in Eimsbüttel, Winterhude oder Barmbek), und alle haben eines gemeinsam: Sie sind urgemütlich.
Das Ambiente:
Stellt euch vor, ihr besucht eure Oma oder eine sehr coole Studenten-WG. Alte Sofas, in die man tief einsinkt, Retro-Tapeten, zusammengewürfelte Stühle und gedimmtes Licht sorgen sofort für dieses wohlige „Hier bleibe ich“-Gefühl. Es ist unkompliziert, laut und herzlich.
Warum wir es lieben:
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar. Sieben Tage die Woche gibt es hier ein großes Frühstücksbuffet. Und jetzt kommt das Beste für alle Süßschnäbel: Franzbrötchen – das heilige Zimtgebäck der Hamburger – sind im Preis enthalten!
Preise: Montag bis Freitag zahlt ihr für das Buffet ca. 5,40 Euro, am Wochenende ca. 8,40 Euro. Ein echter Schnapper in der Hansestadt.
3. Drive-In für Paddler: Café Canale

Hamburg hat mehr Brücken als Venedig und Amsterdam zusammen. Kein Wunder, dass das Leben hier oft auf dem Wasser stattfindet. Wenn die Sonne rauskommt, pilgern die Hamburger an die Alsterkanäle.
Das Erlebnis:
Was gibt es Schöneres, als im Kanu oder Tretboot über das Wasser zu gleiten, vorbei an den prächtigen Gärten der Villen? Aber Rudern macht hungrig. Hier kommt das Café Canale im Stadtteil Winterhude ins Spiel. Es liegt direkt am Mühlenkampkanal und hat eine Besonderheit, die es fast einzigartig macht: Ein Verkaufsfenster zum Wasser hin.
Ihr müsst also gar nicht aussteigen. Paddelt einfach ran, läutet an der Klingel (ja, da hängt wirklich eine!), und bestellt vom Wasser aus euren Eiskaffee, ein Stück Kuchen oder ein kühles Alsterwasser. Die Blicke der Fußgänger auf der Brücke sind euch sicher, während ihr euren Snack mitten auf dem Wasser genießt. Ein absolutes Highlight im Sommer!
4. Schlemmen unter Hochbahngleisen: Der Isemarkt

Wochenmärkte gibt es viele, aber der Isemarkt ist eine Institution. Er gilt als der längste Freiluftmarkt Europas und erstreckt sich auf fast einem Kilometer Länge zwischen den U-Bahn-Stationen „Hoheluftbrücke“ und „Eppendorfer Baum“.
Das Besondere:
Der Markt findet unter dem stählernen Viadukt der Hochbahnlinie U3 statt. Das sieht nicht nur architektonisch cool aus, sondern hat einen riesigen Vorteil: Ihr bleibt trocken, auch wenn es regnet (was in Hamburg ja vorkommen soll).
Über 150 Händler bieten hier dienstags und freitags ihre Waren an. Der Duft ist überwältigend: Frische Kräuter, exotische Gewürze, norddeutscher Deichkäse, fangfrischer Fisch und natürlich Blumen über Blumen. Es ist der perfekte Ort, um Zutaten für ein Koch-Event in eurem Ferienhaus in Norddeutschland zu besorgen. Probiert unbedingt die selbstgemachten Marmeladen und den heißen Kaffee bei den kleinen Rösterei-Ständen.
5. Subkultur trifft Geschichte: Das Gängeviertel

Hamburg ist reich, aber Hamburg hat auch eine rebellische Seele. Nirgendwo spürt man das besser als im Gängeviertel in der Nähe des Gänsemarkts.
Die Geschichte:
Im 19. Jahrhundert lebten hier die Arbeiter unter ärmsten Bedingungen in engen Fachwerkhäusern. Im Jahr 2009 sollten die letzten verbliebenen historischen Gebäude abgerissen werden, um Platz für moderne Büros zu machen. Doch Künstler und Aktivisten besetzten die Häuser – und gewannen. Die Stadt kaufte die Gebäude zurück und überließ sie der Initiative.
Heute:
Das Gängeviertel ist ein kunterbunter Kontrast zu den glatten Fassaden der Innenstadt. Es ist ein soziokulturelles Zentrum, ein Ort für Kunst, Politik und Partys. Verwinkelte Hinterhöfe, bunte Murals an den Wänden und Ateliers prägen das Bild. Hier finden Konzerte, Ausstellungen und Flohmärkte statt. Es kostet meist keinen Eintritt (Spenden sind willkommen). Ein Spaziergang hierdurch ist wie eine Reise in ein anderes, wilderes Hamburg.
6. Tropische Auszeit: Das Hanging Out Café

Eure Füße qualmen vom vielen Laufen? Dann ab ins Grindelviertel, direkt bei der Universität. Hier wartet eine kleine Oase auf euch: Das Hanging Out Café.
Der Vibe:
Der Name ist Programm. Statt auf harten Stühlen sitzt ihr hier in hölzernen Hängesesseln, die von der Decke baumeln. Umgeben von unzähligen Grünpflanzen, Makramee und warmem Licht fühlt man sich eher wie auf Bali als in Norddeutschland.
Was auf den Teller kommt:
Es ist der perfekte Spot für eine gesunde Pause. Bestellt euch einen frisch gepressten Smoothie oder eine der berühmten Açai- und Buddha-Bowls. Sie sind nicht nur unfassbar lecker und gesund, sondern auch so schön angerichtet, dass man sie fast nicht essen möchte (aber nur fast!). Es ist der ideale Ort, um runterzukommen, ein Buch zu lesen und einfach mal – nun ja – abzuhängen.
7. Der Klassiker (aber richtig): Der Hamburger Fischmarkt

Ja, der Fischmarkt steht in jedem Reiseführer. Aber er ist aus gutem Grund dort. Es ist das Herz der Hamburger Seele. Der Markt findet jeden Sonntagmorgen direkt an der Elbe in Altona statt.
Der Insider-Tipp:
Der frühe Vogel fängt den Wurm – oder den Fisch. Der Markt öffnet im Sommer um 5:00 Uhr (im Winter um 7:00 Uhr) und schließt schon um 9:30 Uhr. Ihr habt zwei Möglichkeiten: Entweder ihr kommt direkt nach einer durchfeierten Nacht auf der Reeperbahn hierher (der klassische Hamburger Weg), oder ihr steht früh auf.
Wir empfehlen, gegen 8:45 Uhr da zu sein. Warum? Weil die Marktschreier (wie der berühmte Aale-Dieter) dann ihre Reste loswerden wollen. Die Preise purzeln, und ihr könnt körbeweise Obst oder riesige Pflanzen für ein paar Euro ergattern.
Wenn es regnet oder zu kalt ist, flüchtet in die historische Fischauktionshalle. Dort spielen schon am frühen Morgen Live-Bands Cover-Rock und Jazz, und die Stimmung ist bierselig und grandios.
8. Karibik an der Elbe: Strand Pauli

Palmen, Sand und Hafenkräne – passt das zusammen? In Hamburg schon! Strand Pauli ist eine der coolsten Beachbars der Stadt und liegt direkt an den Landungsbrücken.
Das Erlebnis:
Hier könnt ihr die Schuhe ausziehen und barfuß durch den Sand laufen, während nur wenige Meter weiter die gigantischen Containerschiffe und Kreuzfahrtriesen vorbeiziehen. Der Kontrast zwischen dem rauen Industriecharme des Hafens gegenüber und dem entspannten Karibik-Flair der Bar ist einmalig.
Ob im Liegestuhl mit einem kalten Caipirinha in der Hand oder abends beim „Chill and Grill“ am offenen Feuer – hier lässt es sich aushalten. Die Küche ist einfach (Burger, Salate, Pizza), aber lecker. Besonders zum Sonnenuntergang, wenn der Himmel über dem Hafen rot glüht, ist dies der „Place to be“. Von hier aus sind es oft nur wenige Stationen mit der S-Bahn zu vielen zentralen Ferienwohnungen in Hamburg, sodass der Heimweg kurz ist.
9. Mediterranes Flair: Das Treppenviertel in Blankenese

Wollt ihr mal kurz nach Italien, ohne Hamburg zu verlassen? Dann fahrt mit der S-Bahn raus nach Blankenese in den Westen der Stadt.
Das Erlebnis:
Das ehemalige Fischerdorf liegt am Hang direkt an der Elbe und ist durchzogen von unzähligen Treppen (über 5.000 Stufen insgesamt!). Die kleinen, weißen Häuschen mit ihren Reetdächern und blühenden Gärten staffeln sich den Berg hinauf. Autos haben hier kaum eine Chance, alles wird zu Fuß erledigt.
Verliert euch im Labyrinth der Gassen („Twieten“), genießt den Blick auf den breiten Strom der Elbe und fühlt euch wie an der Riviera. Unten am Strand könnt ihr zum Leuchtturm spazieren und Schiffe gucken. Es ist die wohl schickste und ruhigeste Seite Hamburgs.
10. Speicherstadt & Wasserschloss: Das rote Gold

Die Speicherstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe und das größte historische Lagerhausensemble der Welt. Rote Backsteingotik, grüne Dächer und dazwischen die Fleete (Kanäle).
Unser Tipp:
Besucht die Speicherstadt unbedingt in der Dämmerung oder am Abend. Wenn die Sonne weg ist, werden die Brücken und Gebäude wunderschön beleuchtet und spiegeln sich im Wasser. Das ist Romantik pur!
Das wohl beliebteste Fotomotiv ist das Wasserschloss. Es liegt auf einer Halbinsel zwischen zwei Fleeten und sieht aus wie aus einem Disney-Film. Heute ist dort ein Teekontor und Restaurant drin.
11. Unter der Elbe: Der Alte Elbtunnel

Die meisten Touristen fahren mit den Hafen Fähren auf dem Wasser. Die echten Insider gehen unter dem Wasser durch.
Das Erlebnis:
Bei den Landungsbrücken findet ihr den Eingang zum Alten Elbtunnel (eröffnet 1911). Schon der Abstieg ist ein Erlebnis: Riesige Lastenaufzüge bringen Autos und Fußgänger 24 Meter in die Tiefe. Unten angekommen, lauft ihr durch eine gekachelte Röhre auf die andere Elbseite nach Steinwerder.
Es ist kühl, es hallt, und es riecht nach Geschichte. Wenn ihr auf der anderen Seite wieder ans Tageslicht kommt, habt ihr den absolut besten Panoramablick auf die Skyline von Hamburg – Landungsbrücken, Michel und Elbphilharmonie inklusive. Und das Beste: Für Fußgänger ist der Tunnel kostenlos!
12. Planten un Blomen: Wasserlichtspiele

Mitten in der Stadt liegt der schönste Park Hamburgs: Planten un Blomen. Hier könnt ihr durch den riesigen japanischen Garten spazieren, im Teehaus entspannen oder im Rosengarten die Düfte genießen.
Das Highlight:
In den Sommermonaten (Mai bis September) finden hier jeden Abend die berühmten Wasserlichtspiele auf dem Parksee statt. Zu klassischer Musik oder Filmmusik tanzen die Wasserfontänen, angestrahlt von bunten Lichtern. Es ist kitschig, es ist schön, und es ist komplett umsonst. Packt euch eine Decke und eine Flasche Wein ein, setzt euch auf die Wiese und genießt die Show.
Fazit: Hamburg ist immer eine Reise wert
Hamburg ist eine Stadt, die man nicht nur besucht, sondern die man erlebt. Egal ob bei strahlendem Sonnenschein an der Alster oder bei „Schietwetter“ im Museum – die Hansestadt hat Charme und Charakter.
Sie ist ehrlich, direkt und wunderschön. Wer einmal hier war, versteht, warum die Hamburger so stolz auf ihre „Perle“ sind. Nehmt euch Zeit, lasst euch treiben und entdeckt die Ecken, die nicht jeder kennt.
Vielleicht ist die nächste Reise in den Norden schon näher, als ihr denkt.
Bereit für Moin und Ahoi?
Häufig gestellte Fragen
Ganz klar für seinen riesigen Hafen, der oft als „Tor zur Welt“ bezeichnet wird. Aber das ist längst nicht alles: Die historische Speicherstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe, und wusstet ihr, dass Hamburg mehr Brücken hat als Venedig und Amsterdam zusammen? Dazu kommen natürlich das wilde Nachtleben auf der Reeperbahn, die beeindruckende Elbphilharmonie und das ganze maritime Flair – inklusive frischem Fisch und Klassikern wie Labskaus.
Offiziell wird natürlich Deutsch gesprochen. Aber macht euch keine Sorgen: Englisch ist weit verbreitet. Vor allem die jüngeren Leute freuen sich oft sogar, wenn sie ihre Sprachkenntnisse mit euch üben können.
Durch das gemäßigte Seeklima sind starke Schneefälle eher selten. In den kalten Monaten von Dezember bis Februar kann es zwar mal ein paar Flocken geben („Schietwetter“ gehört dazu), aber wenn Schnee liegen bleibt, dann am ehesten im Januar.
Die Hansestadt lohnt sich immer. Wir empfehlen euch, mindestens 3 Tage für den Städtetrip einzuplanen. Noch entspannter wird es mit 5 Tagen. Wenn ihr nur wenig Zeit habt, reicht aber auch schon ein Wochenende, um einen ersten Eindruck zu bekommen.
Absolut! Egal ob bei Sonne oder Regen, Hamburg hat seinen ganz eigenen Charme. Von einzigartiger Architektur über gigantische Containerschiffe bis hin zu den legendären Fischbrötchen gibt es für euch unglaublich viel zu entdecken. Ein Besuch lohnt sich definitiv.
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