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Herbstzeit ist Drachenzeit, denn das Herbstwetter bietet die idealen Voraussetzungen, um bunte Drachen steigen zu lassen. Und mit einem selbstgebastelten Drachen macht das besonders viel Spaß. Dafür muss man nicht unbedingt ein Bastelprofi sein, sondern kann seiner Kreativität freien Lauf lassen und mit einfachen Mitteln einen farbenfrohen und flugtüchtigen Drachen bauen. Wir zeigen, wie leicht es ist, sich einen eigenen, individuellen Drachen zu basteln und geben Tipps dazu, was beim Drachen steigen lassen zu beachten ist.

Drachen steigen: Woher kommt’s?

Erstmals geschichtlich erwähnt wurden Drachen in China bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. Diese bestanden dabei vorwiegend aus Seide und Bambusstäben. Später wurden diese teuren Materialien durch Papier ersetzt. Damals glaubten die Menschen, durch die Drachen könnten ihre Bitten und Wünsche zu den Göttern getragen werden. So entwickelten sich viele Feste wie das japanische Neujahrsfest, bei denen auch heute noch der Drachen eine zentrale Rolle spielt.

Chinesischer Drachen Vogel

Chinesischer Drachen © Bernd Sterzl / pixelio.de


Nach Europa kamen sie erst im 16. Jahrhundert n. Chr., damals über den Handelsweg. Später wurden sie vorrangig für wissenschaftliche Versuche eingesetzt, wie zum Beispiel durch Benjamin Franklin, der durch den Einsatz eines Drachens die Wirkung von Blitzen erforschte. Heute werden Drachen auch als Sportgerät genutzt. Ob Profi oder blutiger Anfänger: Das Drachensteigen erfreut sich besonders im Herbst großer Beliebtheit. Dabei haben sich Schritt für Schritt ganz unterschiedliche Typen entwickelt, die je nach Können verschiedene Ansprüche an das Drachenlenken stellen.

Drachentypen

Fliegende Drachen im Herbst

Drachentypen © Cornerstone / pixelio.de


Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Drachentypen. Wir möchten Ihnen hier die Modelle vorstellen, die sich für kleine und große Anfänger-Piloten sowie die bereits Fortgeschrittenen eignen. Ganz allgemein wird zunächst zwischen Ein- und Zweileinern unterschieden.

Zum Einstieg: Der Einleinerdrachen

Gelber Drachen mit Gesicht im Herbst

Einleinerdrachen © Rainer Bathen / pixelio.de


Einleinerdrachen stellen die Grundform der Drachen dar und lassen sich nicht lenken. Die Konstruktion eines Einleiners muss mit Sorgfalt durchgeführt werden, da während des Flugs kaum Einfluss auf das Verhalten des Drachen genommen werden kann. Die Grundform dieser Drachengattung sind Kinderdrachen. Meist knallbunt und von einfachem Aufbau sind sie für die kleinen Piloten bei guten Wetterbedingungen leicht in die Luft zu bekommen und am Himmel zu halten! Etwas komplexer ist der Aufbau eines Kastendrachens. Wie der Name verrät, sind Kastendrachen aus verschieden angeordneten Segelflächen in Kastenform gebaut. Beim Basteln sind der Kreativität diesbezüglich kaum Grenzen gesetzt.

Mehrleiner: Für die Drachen-Experten

Bunter Lenkdrachen am Himmel

Bunter Lenkdrachen © Mosa Elraduini / pixelio.de


Mehrleinige Drachen sind im Gegensatz zu ihren Einleiner- Kollegen meist lenkbar. Lenkdrachen beispielsweise werden mit mindestens zwei Schnüren gesteuert. Durch ziehen der linken oder rechten Lenkschnur können Flugmanöver geflogen werden. Je nach Größe und Bauart können diese Drachen Fluggeschwindigkeiten bis zu 180 km/h erreichen.

Lenkdrachen zum Sportfliegen

Lenkdrachen zum Sportfliegen © W.R.Wagner / pixelio.de


Für geübte Drachenflieger empfiehlt sich ein Sportlenkdrachen. Die Power des Windes überträgt sich hier 1:1 in den Drachen und waghalsige Tricks und Flugfiguren werden möglich. Beachten Sie aber, dass sich Sportlenkdrachen aufgrund der hohen zu erreichenden Geschwindigkeiten nicht als Kinderspielzeug eignen und nur von geübten Piloten geflogen werden sollten.

Anleitung zum Drachenbau

Was gibt es Besseres, als an einem verregneten Herbstnachmittag mit den Kleinen einen Drachen zu basteln? Wir möchten Ihnen eine kleine Bastelanleitung an die Hand geben, mit der Sie schnell und einfach Ihren ganz eigenen Drachen basteln können. Farbe und Design liegen dabei ganz in den Händen Ihrer Kinder!

Was Sie brauchen:

  • Dünnes, leichtes Buntpapier oder Drachenpapier, auch Backpapier eignet sich dafür
  • 2 leichte Holzleisten
  • Nadel und Faden oder Papierkleber/ Holzleim
  • stabile Angelschnur oder Drachenschnur ohne Metall
  • Haspel für die Drachenschnur

Schritt für Schritt zum Drachen:

  • Legen Sie das Papier auf den Tisch und schneiden es rechteckig auf ein 4:3-Maß zu. Falten Sie es anschließend wie auf der Abbildung.
  • Falten Sie anschließend den oberen Abschnitt von oben noch einmal bis zur Falz in der Mitte herunter und klappen sie es wieder auf.
  • Nun zur Drachenform: Schneiden Sie den rechten oberen Bereich von der linken oberen Ecke bis zum rechten Falzpunkt ab. Das gleiche machen Sie mit der rechten unteren Ecke.
  • Klappen Sie nun das Papier auf und falten Sie entlang aller Seiten mindestens 2 cm nach innen.
  • Ritzen Sie sie Holzstäbe an den Enden mit einer Feile leicht ein. Dies ist wichtig, um die Schnur später stabil um das Holzkonstrukt zu spannen.
  • Legen Sie die Holzstäbe über Kreuz und umwickeln Sie sie in der Mitte mit der Drachenschnur. Um das Konstrukt zu stabilisieren, können Sie die Stäbe mit Holzleim verkleben, bevor Sie sie mit der Schnur zusammenbinden. Der waagerechte Stab muss sich auf Höhe der äußeren Drachenecken befinden.
  • Spannen Sie nun die Drachenschnur einmal um das Konstrukt und achten Sie darauf, dass der Faden in den zuvor eingeritzten Enden sitzt.
  • Legen Sie das Holzkreuz nun auf das Papier. Die vorgefalteten Falze an den Seiten sollten dabei aufgeklappt sein. Bestreichen Sie die Innenflächen der vorgefalteten Seiten mit Papierkleber.
  • Klappen Sie das Papier um und drücken Sie die Seiten gut zusammen.
  • Zusätzlich können Sie das Papier mit Nadel und Faden an allen Seiten fixieren. Achten Sie darauf, dass besonders die Ecken gut fixiert sind.
  • Fixieren Sie rechts und links, sowie ober- und unterhalb des Holzkreuzes die Drachenschnur und knoten Sie sie zusammen. Beachten Sie dabei die richtige Länge. Um eine entsprechende Flughöhe zu gewährleisten, sollte die Schnur mindestens eine Länge von 15 m haben.
  • Um den Aufstieg zu erleichtern, kann die Drachenschnur um eine Haspel gewickelt werden. Das vermeidet schmerzhaftes Einschneiden der Schnur beim Halten mit bloßen Händen.

Drachen Bauanleitung - Bastelanleitung

Drachen Bauanleitung – Bastelanleitung © Traum-Ferienwohnungen


Wer möchte, kann dem Drachen noch einen bunten Schwanz basteln. Er ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch wichtig für die Flugqualität. Die Schnur sollte dabei viermal so lang sein, wie der Drachen hoch ist. Verzieren Sie den Schwanz mit bunten Papierstückchen. Dazu einfach leichtes, verschiedenfarbiges Papier zu Fliegen zusammenfalten und an der Schnur fixieren. Den Schwanz an der Unterseite des Drachens am Holzstab festknoten. Alternativ können Sie auch ein kleines Loch in das Ende der Leiste bohren, durch welches Sie dann die Schnur des Drachenschwanzes fädeln und festbinden.

Drachensteigen: Darauf sollten Sie achten

1. Einen geeigneten Platz wählen

Was auf keinen Fall am geeigneten Platz fehlen darf, ist natürlich der Wind, denn ohne Wind bekommt man den Drachen gar nicht erst in die Luft. Die perfekten Windbedingungen findet man meist in flachländigen Regionen. Daher ist das Drachensteigen eine sehr gute Freizeitbeschäftigung für den Urlaub in einer Ferienwohnung an der Nordsee oder an der Ostsee.

Drachen im Baum

Den Drachen im Baum kann man vermeiden © Knipseline / pixelio.de


Insbesondere bei kleineren Kindern sollte während des Flugmanövers immer eine Aufsicht anwesend sein, um im Ernstfall schnell eingreifen zu können. Als perfekter Austragungsort eignen sich dabei freie Wiesen ohne störende Hindernisse wie Bäume oder gar Strommasten.

2. Auf die Höhe achten

Als Maximalhöhe für einen Drachen gelten 100 m. Darauf sollte man bereits bei der Wahl der Länge der Drachenleine achten.

3. Gefahren im Auge behalten

Besondere Vorsicht gilt, wie bereits erwähnt, bei Strommasten oder Oberleitungen, die sich in der Nähe eines Flugplatzes befinden. Der Abstand, der unbedingt einzuhalten ist, beträgt dabei mindestens 600 m. Unter allen Umständen vermeiden sollten Sie die Verwendung von Metall in Drachen und Drachenschnur. Diese stellen ein zu hohes und unnötiges Risiko dar.

Sollte es doch einmal passieren, dass sich ein selbstgebastelter Drachen in einer Stromleitung verfängt, gilt, ohne zu überlegen: loslassen!!! Versuchen Sie in keinem Fall den Drachen selbst zu bergen – egal, wie viel Herzblut daran hängt. Benachrichtigen Sie stattdessen unverzüglich das städtische Elektrizitätswerk über den Vorfall.

Auch ein sich näherndes Gewitter kann zur Gefahr werden. Vielfach unterschätzt und selten beachtet besteht trotz allem erhöhte Lebensgefahr durch schnell herannahende Blitze und Sturmböen. Machen Sie sich daher lieber schleunigst auf den Weg nach Hause und betrachten das Spektakel aus sicherer und trockener Entfernung!

Drachenlied

Steig, Drache, steig (Das Lied vom Drachen)

Steig, Drache, steig zum Himmel hinan!
Hoch oben sieh die weite Welt dir an!

Sieh an dir die Berge, die Täler und Au´n!
Du mußt dir alles ganz genau beschau´n!

Der Drache hört´s und verläßt das Feld,
er will sich anseh´n ganz genau die Welt.

Er hat sich noch lange nicht satt geseh´n,
jetzt bleibt er oben in den Lüften stehn.

Nun aber wendet er seinen Flug,
er kehret schon zurück, er sah genug. —
Und mancher sieht manch Land und Meer
und kommt zuletzt zur Heimat wieder her.

(Hoffmann von Fallersleben)

Mädchen auf der Drachenwiese

Mädchen auf der Drachenwiese © CFalk / pixelio.de

Ist der Drachen gebastelt, das passende Lied gelernt und sind die Kinder über jedwede Gefahr aufgeklärt, heißt es: Jacke und Stiefel an und ab auf die Drachenwiese! Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei und würden uns über Fotos Ihrer selbstgebastelten Drachen und deren erste Flugversuche freuen!

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Kommentare

Treitz November 3, 2016 um 1:20 pm

Wie verstärkt man die Ecken des Drachens, damit die Holzstäbe sie nicht
durchstoßen?

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