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Sobald die Temperaturen steigen, verbringen wir den Großteil unserer Freizeit gerne an der frischen Luft und in der Natur. Ein Spaziergang im kühlen Wald, ein Picknick auf der grünen Wiese oder ein Nickerchen unter einem schattenspendenden Baum machen bei gutem Wetter besonders viel Spaß. Zur Sommerzeit lauert leider auch die Gefahr von Zecken gebissen zu werden. Doch davor kann man sich schützen. Wir zeigen auf welche Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden können, um Zeckenbisse zu vermeiden.

Zecken mögen es warm

Zeckenwarnung Verkehrsschild

Achtung! Sommerzeit bedeutet auch Zeckenzeit! © m.prinke / www.flickr.com

Sobald es wärmer wird, kommen die Zecken aus ihren Verstecken und warten auf ihr Opfer, den sogenannten „Wirt“. Läuft dann ein Mensch oder ein Tier an ihnen vorbei, suchen sie sich einen geeigneten Platz und krallen sich dort fest um Blut zu saugen. Dieser Vorgang wird umgangssprachlich oft als Zeckenbiss bezeichnet, korrekterweise muss es allerdings Zeckenstich heissen, da die Zecke über einen Stechapparat verfügt. Zunächst ritzt die Zecke mit ihren Kieferklauen die Haut ein und schiebt dann diesen Stechapparat in die Wunde.

Gefährlich daran ist, dass man den Stich an sich gar nicht merkt. Eine Zecke kann sich tagelang an unserem Körper festkrallen, ohne dass wir es bemerken. Zecken beherbergen die verschiedensten Erreger und übertragen diese durch Stiche. Dabei können viele gefährliche Krankheiten wie Borreliose, Babesiose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Anaplasmose übertragen werden. Ein schnelles Entdecken und Entfernen der Zecke mindert das Infektionsrisiko! Damit Sie den Sommer unbeschadet und ohne Zeckenbisse erleben können, haben wir Ihnen nachfolgend ein paar Tipps zur Vorbeugung zusammengestellt.

Kleine Tipps mit großer Wirkung

  1. Auf Kleidung achten: Wenn Sie einen Spaziergang durchs Unterholz oder durch hohe Wiesen unternehmen, ist geschlossene Kleidung und ein festes Schuhwerk ratsam. Am besten tragen Sie möglichst helle Kleidung, dann sehen Sie die Zecken besser und können diese dann einfach abschütteln.
  2. Ätherische Öle: Reiben Sie sich mit den ätherischen Ölen von Rosmarin, Patschuli, Zitrone oder Teebaum ein. Sollten Sie selbst eine Lotion anrühren, empfiehlt sich das Verhältnis 1:4. Diese Düfte mögen Zecken nicht und suchen Sie entsprechend weniger als Wirt aus. Da die Düfte schnell verfliegen, ist es ratsam den Geruchscocktail jede Stunde zu erneuern.
  3. Knoblauch: Tatsächlich hilft dieses Wundermittel nicht nur um Vampire fernzuhalten, sondern auch die Zecken. Zecken reagieren auf Gerüche und der Geruch von Knoblauch gehört definitiv nicht zu den Lieblingsdüften der Zecken. Statt einer rohen Knoblauchzehe können Sie auch Knoblauchkapseln oder Knoblauchgranulat einnehmen.
  4. Körper absuchen: Da die Krankheitserreger in der Regel erst nach etwa 8 bis 24 Stunden in den Blutkreislauf des Wirtes gelangen, ist das Absuchen des Körpers am Abend sehr wirkungsvoll. Besonders gerne mögen es die Zecken warm. Deswegen ist es ratsam vor allem im Intimbereich, unter Hautfalten wie den Brustansätzen oder unter den Achseln zu gucken. Aber auch Haaransatz oder Kniekehlen sind beliebte Zeckenplätze.

Die Zecke hat gebissen – und nun?

Sollten Sie nun trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch einen Zeckenbiss entdecken, ist nicht zwangsläufig Panik angesagt. Am besten entfernen Sie die Zecke mit einer Zeckenzange direkt am Kopfansatz. Wichtig ist, dass Sie weder auf den Bauch des Blutsaugers drücken noch ihn zu betäuben versuchen. Beide Fälle erhöhen das Risiko, dass Krankheitskeime in Ihren Organismus gelangen. Diese stecken nämlich im Bauch der Zecke und könnten im ersten Fall ausgepresst und im zweiten Fall im Todeskampf erbrochen werden.

Weniger bedenklich ist jedoch, wenn der Kopf des Tieres stecken bleibt. Dieser fällt in der Regel von alleine aus der Haut. Anschließend sollten Sie Ihre Haut im Auge behalten. Bemerken Sie an Ihrem Körper kreisrunde Rötungen, gehen Sie umgehend zum Arzt. Auch sollten Sie den Gang zum Arzt nicht scheuen, wenn Sie grippeähnliche Symptome an sich beobachten. Das können Hinweise auf eine Borreliose oder eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sein. Gegen letztere ist auch eine Impfung möglich.

Die Karte gibt Aufschluss darüber, wo in Deutschland ein erhöhtes FSME-Risiko besteht. Vor allem die südlicheren Bundesländern, davon insbesondere Baden-Württemberg und Bayern,  zählen zu den Risikogebieten.

FSME-Risikogebiete in Deutschland

Die FSME-Risikogebiete in Deutschland © www.traum-ferienwohnungen.de

Falls Sie nun aber denken, Waldspaziergänge sind gefährlich, hohes Gras und spielende Kinder das blanke Risiko, vergegenwärtigen Sie sich einmal, dass jährlich etwa 50.000 bis 100.000 Menschen an Zeckenbissen erkranken und wieder genesen. Mit ein wenig Vorsicht und die Berücksichtigung der Tipps zur Vorbeugung von Zeckenstichen können Sie den Sommer unbeschwert geniessen.

Falls Sie weitere Ratschläge zum Thema haben, freuen wir uns über Ihre Kommentare!

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Kommentare

Christine Mai 27, 2013 um 1:36 pm

Das sind ja sehr tolle Tipps. Die kann man dann auch gut mal den Urlaubsgästen ans Herz legen, wenn die Waldspaziergänge unternehmen.

Hier in Bayern gibt es schon mal die ein oder andere Zecke, aber alles nicht so dramatisch, wenn man sich davor schützt.

Viele Grüße aus Bayern,

Eure Christine

Antworten

Bernhard Meyer Juni 30, 2013 um 12:36 pm

Mein Arzt hat mir empfohlen, mich gegen FSME impfen zu lassen.

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