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Von wegen miserable Hundstage: So gelingt dein Travel-Abenteuer auf vier Pfoten!

Realtalk: Die besten Tipps für deinen Urlaub mit Hund

Okay, okay – ich kann es mir vorstellen: Manchmal wünscht man sich auch etwas Erholung vom Hund. Zum Beispiel, wenn er mal wieder im Spielwahn unsere komplette Bude zerlegt hat. Oder wenn er im Staffelfinale beim Netflix-Serienmarathon schwanzwedelnd vor einem sitzt, mit großen Augen flehend, endlich (endlich!) eine Runde um den Block drehen zu können – obwohl draußen die Welt in Sturm und Regen versinkt. Oder… ach lassen wir das. Du weißt schon, was ich meine. (Falls nicht: Wow! Bitte, bitte schreib mir dein Geheimnis!)

Ich weiß das alles, obwohl ich keinen Hund habe. Aber meine Freunde haben welche. Fast alle! Und das fühlt sich für mich manchmal schon so an, als wenn ich auch einen hätte. Vor allem aber weiß ich, wie Hundebesitzer ticken. Weil sie es mir erzählen (obwohl ich es manchmal wirklich nicht mehr hören kann, sorry Leute!).

Eines, was ich immer wieder beobachte, ist Folgendes: Da wird auch mal geseufzt und gestöhnt, was der Hund alles an Arbeit bereitet, und dass man doch bitte bitte einmal einfach nur Zeit für sich haben würde. Doch sobald sie dann im Auto oder im Flieger sitzen und es in den lange herbeigesehnten Urlaub geht, fehlt den Hundebesitzern die treue Seele schon nach wenigen Minuten. Und dann stellt sich ein schlechtes Gewissen ein: Ganz schön kaltschnäuzig, einfach so abzuziehen.

Ich kann nur sagen, nach all den herzerweichenden Stories aus meinem Umfeld: Bitte, bitte, tu dir einen Gefallen – und nimm deinen Vierbeiner einfach auf Reisen mit.

Wobei: Einfach hört sich jetzt leicht an. Tatsächlich ist Reisen mit einem tierischen Travel-Buddy eine organisatorische Herausforderung. Es sei denn, man weiß, worauf man achten muss.

Deswegen erzählen ich dir hier alles, was du für deinen Urlaub mit Hund wissen musst. Realtalk! Denn, Hand aufs Herz: Am schönsten ist doch nicht die Erholung von, sondern mit dem Vierbeiner. Deshalb habe ich dir mal alle Dos und Donts aufgeschrieben. Erfahrungswissen! Zwar nicht von mir, aber gebündelt aus all den Erlebnissen von meinen Freunden und Bekannten sowie Tipps von Experten wie Tierschutzvereinen und Tierärzten.

 

Urlaub mit Hund: So findest du zum perfekten Reiseziel

Gut, starten wir mit den Basics. Denn bevor es ins Detail geht (und da steckt ja bekanntlich der Teufel drin), musst du dir erst einmal klar darüber werden, was du überhaupt willst. Klar, Urlaub! Aber wo und wie? Diese fünf Punkte können dir dabei helfen, gut vorbereitet für die weitere Planung zu sein.

Spoiler: Einiges wird dir als Hundebesitzer bekannt vorkommen. Je mehr, desto besser! Dann dürfte der Urlaub mit Hund kein Problem für dich werden.

 

  • Wähle dein Traumziel. Klingt jetzt nach einem absoluten No-Brainer, aber: Zunächst einmal solltest du festlegen, wohin die Reise gehen könnte. Eimersaufen in Malle? Oder doch lieber Tea-Time am Kamin in einer Ferienwohnung an der Nordsee? Such dir deine schönsten Reiseziele raus und ordne sie danach, welche dir am wichtigsten sind. Die erste To-Do-Liste, die keinen Stress, sondern Erholung bringt! Aber Achtung: Während du vielleicht richtig Bock auf Brutzeln bei 40 Grad Sonne hast, solltest du hier schon einmal überlegen, welches Klima du deinem Hund zutrauen kannst. Hitze kann nämlich schnell gefährlich für den Vierbeiner werden. Gegen Kälte und Sturm hingegen kannst du deinen Hund auch mit dem richtigen Equipment schützen.

 

  • Checke, ob dein Hund mit darf. Das schönste Meeresrauschen ist nichts ohne Hecheln an der Seite, der längste Strand macht keinen Spaß ohne Tapsen im Sand. Okay, das klingt jetzt super romantisch – aber trotzdem solltest du prüfen, ob dein tierischer Travel-Buddy im Urlaub überhaupt mit am Start sein kann. In Deutschland ist Reisen mit Hund eigentlich kein Problem. Findet euer gemeinsames Abenteuer aber außerhalb der Grenzen statt, solltest du auf jeden Fall die Einreisebedingungen deines Traumziels checken – schließlich gibt es sogar Länder, die das Einführen von Hunden verbieten. Aber keine Sorge, du musst dir jetzt nicht die Finger wund tippen und dich durch Foren wühlen: Ich habe dir hier schon einmal alle wichtigen Infos rausgesucht.

 

  • Überlege, was dich ans Ziel bringt. Und nein, ich meine jetzt keine Fitness-Goals oder Karriereplanung, sondern spreche hier tatsächlich ganz altmodisch von Transportmitteln. Ich kann es nach meinen Gesprächen mit Experten beispielsweise nur bedingt empfehlen, den Hund mit ins Flugzeug zu schleppen. Eigene Erfahrung: Wenn es geht, mit dem Auto reisen. So oder so solltest du dich vorab informieren, welche Bestimmungen in Flugzeug, Zug und Co. gelten, und was du vorbereiten musst, damit alles sicher und reibungslos verläuft. Weiter unten erfährst du mehr dazu.

 

  • Beachte die Regeln. An manchen Urlaubsorten gilt eine Leinenpflicht. An anderen musst du deinem Hund sogar einen Maulkorb anlegen! Wenn du willst, dass dein Hund sich nicht wie im Gefängnis, sondern wie im Urlaub fühlen kann, solltest du dich unbedingt informieren, welche Vorgaben es zum Führen von Hunden am Reiseziel gibt.

 

  • Mach es dir gemütlich. Und zwar in einer Unterkunft deiner Wahl. Vorsicht: Viele Hotels erlauben keine Hunde auf dem Zimmer oder nehmen starke Aufpreise. Auf Campingplätzen und in Ferienwohnungen ist es da schon einfacher. Aber auch hier solltest du schauen, wie die Vermieter den Aufenthalt regeln – schließlich willst du dem Stress ja entfliehen und nicht Stress bekommen. Zu viele Einschränkungen können auch schnell die Urlaubsstimmungen vermiesen. Tipp: Auf dieser Seite kannst du das Angebot filtern und dir speziell Ferienwohnungen anzeigen lassen, in denen sich Hunde wie zu Hause fühlen dürfen.

 

Surfunterricht, Bar und Wellness für Hunde

Ganz ehrlich: Ist lange her, dass ich an Paris Hilton gedacht habe. Wer war das nochmal? Ach ja: Die mit dem kleinen süßen Chihuahua. Tinkerbell (ruhe sie in Frieden) war 14 Jahre lang an Hiltons Seite – das hat nicht mal Nick Carter geschafft. Ist aber ein anderes Thema.

Worauf ich eigentlich hinaus will: Die Mini-Hündin mit dem feenhaften Namen hat ein ziemliches Luxusleben geführt. Und das ist mittlerweile nicht mehr nur den Schoß- und Handtaschenhunden der großen Stars vergönnt, wie ein Blick in die weite Welt zeigt.

Wobei: Bleiben wir erst einmal in Deutschland, im hohen Norden. Dort, auf der nordfriesischen Insel Nordstrand, gibt es ein Hotel mit Hunde-Spa samt 6000 Quadratmeter großer Auslauffläche. In Niederbayern hingegen können Hundehalter für sich und ihren Vierbeiner ein Massagepaket buchen. Einmal kraulen mit alles, bitte! Inklusive Akupunktur und Magnetfeldtherapie. Völlig verrückt!

Völlig verrückt? Nee, ganz normal! Zumindest, wenn man es mit den Hundehotels in anderen Regionen dieser Welt vergleicht. Auf Malta etwa erhalten Hunde einen persönlichen Concierge, der sich den ganzen Tag um sie kümmert – samt Restaurantbesuch am Abend. An der Adria können Hunde direkt am Strand auf Liegen verweilen und sich zwischendurch an der Hundebar (!) Eis holen. Und in Kanada – jetzt kommt’s – kriegen sie sogar Surfunterricht und können sich für eine Meisterschaft qualifizieren.

Zugegeben: Habe ich alles nur gelesen, nicht ausprobiert. Dann doch lieber mit dem Hund in einer Ferienwohnung auf der Couch lümmeln und einfach nur mal nichts zu tun, oder? Wäre auf jeden Fall eine der wenigen Gemeinsamkeiten, die ich mit Paris Hilton hätte, seit sie aus den Schlagzeilen raus ist.

 

Urlaub mit Hund ist eine Katastrophe? Nicht, wenn du dich an unseren Plan hältst.

Also: Wir wollen Dir jetzt nicht das Blaue vom Himmel erzählen. Urlaub mit Hund ist definitiv ganz anders, als ohne – keine Frage! Aber er kann wunderschön sein. Damit das gelingt, sind die wichtigsten Grundregel: Nimm dir Zeit. Hör dich um. Beobachte deinen Hund, lerne so viel wie möglich über sein Verhalten und versuche, den Urlaub bestmöglich nach seinen Bedürfnissen auszurichten. Klingt paradox, aber: Nur so wird deine Reise mit Hund auch für dich ganz entspannt.

Aber genug rumgeschwafelt. Hier unsere drei Dos und Dont’s für deinen Urlaub mit Hund:

 

  • Lieber rechtzeitig mit der Planung beginnen. Gerade bei längeren Reisen und Aufenthalten im Ausland ist es besser, mindestens ein halbes Jahr vor Abreise mit der Planung anfangen. Ist ätzend, ja. Aber auf der anderen Seite: Ein halbes Jahr Urlaubsplanung heißt auch ein halbes Jahr Vorfreude.

 

  • Frag deinen Tierarzt um Rat. Dein Tierarzt ist neben dir wohl der Mensch, der deinen Hund am besten kennt. Und Hunde allgemein. Beste Voraussetzungen, um mal ganz kurz mit ihm abzuchecken, was geht und was nicht. Bei einer Auslandsreise ruhig sechs bis acht Wochen vor Abflug einmal in die Praxis fahren und den Hund komplett durchchecken lassen. Außerdem kann der Doc dir sicher noch den einen oder anderen Tipp zu Transport, Medikamenten und regionstypischen Krankheiten mitgeben. Alles wichtige dazu liest du auch hier.

 

  • Überlege, deinen Hund chippen zu lassen. Ja, fanden ich auch erst doof. Hat irgendwie was von Science-Fiction (und meistens, wenn irgendwer irgendeinen Chip verpflanzt bekommen hat, geht kurz darauf die Welt unter). Hier aber ist es wirklich angebracht! Denn die Chips von heute sind gewebefreundlich und stören deinen Hund nicht im Geringsten. Stattdessen hast du Gewissheit, dass dir dein Hund jederzeit zugeordnet werden kann – dank 15-stelligem Code, den jeder Tierarzt auslesen kann. Und der direkt zu den Daten führt, die zum Beispiel im Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes oder bei TASSO e.V. hinterlegt sind.

 

Alles nach Plan: So bereitest du deinen Urlaub mit Hund perfekt vor

 

Tipp: Zweite Hundemarke mit Urlaubsadresse

Es gibt ein Problem, und das ist: Hunde verstehen uns ganz tief in ihrem Herzen (hat Martin Rütter gesagt!), können aber nicht sprechen. Außer bei Disney. Da wäre es dann vielleicht so, dass die Fellnase sich im Sturm verirrt, irgendwann an ein Haus in der Einsamkeit ankommt, dort klingelt, eine Katze öffnet, die beiden sich anfreunden und dann unter allerlei abenteuerlichen Turbulenzen wieder zurück zu Frauchen und Herrchen finden.

Im wahren Leben braucht es dafür im besten Fall keine Katze, keine Turbulenzen und kein hektisch spielendes Orchester im Hintergrund, sondern lediglich: eine zweite Hundemarke. Auf die schreibst du einfach deine Telefonnummer und deine Urlaubsadresse. Wenn dein Hund dir dann einmal entwischt, brauchen die Finder nicht erst zum Tierarzt zu laufen, um den Chip auslesen zu lassen – sondern können dir deinen Liebling bestenfalls direkt im Ferienhaus vorbeibringen.

 

Tipp: Reiserücktrittversicherung mit Hundeschutz

Uiuiui, Versicherungen! Trockenes Thema. Aber auch wichtiges Thema! Denn nicht immer läuft alles wie geplant, und dann fällst du nicht ins Meer oder den Pool, sondern der ganze Urlaub ins Wasser. Mit einer Versicherung kriegst du in so einem Fall oft einen Großteil deines Geldes wieder. Und das Gleiche gilt auch für deinen Hund, wenn du eine Reiserücktrittversicherung mit Hundeschutz abschließt. Damit bist du auch dann abgesichert, wenn dein Hund erkrankt. Wichtig: In den meisten Fällen muss der Schutz spätestens 30 Tage vor Abreise abgeschlossen sein.

 

Tipp: Ortskundig werden

Wo liegt der nächste Hundestrand? Gibt es Geschäfte in der Nähe, die Hundefutter anbieten? Welche Tierarztpraxis wird empfohlen? Mach dich am besten vorab schon einmal schlau zu allem, was für deinen Hund am Reiseziel wichtig sein könnte, und notier dir die entsprechenden Daten und Anlaufstellen. Das schreibst du dann gleich unter die Adressen der besten Clubs, Bars und Shoppingmeilen für dich.

Du hast diese Unterlagen schon vorliegen? Gut, dann musst du jetzt nur noch an die folgenden denken.

 

Paperwork: Diese Dokumente brauchst Du für Deinen Urlaub mit Hund

 

Als Hundehalter weißt du: Leben mit Hund ist ein bisschen wie Leben mit einem kleinen Kind. Man muss ihm hinterherräumen, Chaos beseitigen, füttern, pflegen… Und wie es beim Nachwuchs eben auch ist, musst man vor allem eines – für den Vierbeiner mitdenken. Zum Beispiel, wenn es darum geht, alle notwendigen Dokumente für die Reise zu sammeln.

 

Dokumente für Deinen Urlaub mit Hund in Deutschland

An die Nord- oder Ostseeküste, in den tiefen bayrischen Süden oder in eine der schönen Städte und Landschaften dazwischen: Egal, wohin es in den Urlaub geht – wenn du innerhalb Deutschlands verreist, brauchst du zum Glück nicht allzu viel Papierkram. (Wer hätte das gedacht – wenig Papierkram! In Deutschland!!)

Am wichtigsten sind natürlich die Reiseunterlagen. In der Regel müssen Hundehalter ihren Hund in der Ferienunterkunft anmelden. Dein tierischer Travel-Buddy wird dann in der Reservierungsbestätigung aufgeführt, die du nach der Buchung der Ferienwohnung per Post erhältst. Schaue dabei auch noch einmal genau auf die Bedingungen, die für das Tier innerhalb des Wohnraums gelten. Manche Vermieter bitten beispielsweise darum, den Hund nicht unbeaufsichtigt im Haus zu lassen.

Außerdem benötigst du einen Nachweis der Haftpflichtversicherung, die du für deinen Hund abgeschlossen hast. Denn gerade, wenn dein Hund zum ersten Mal auf Reisen ist, könnte es sein, dass er in der ihm unbekannten Umgebung unerwartet reagiert oder sich tollpatschig verhält. Generell empfehle ich dir, im Vorfeld Kontakt zur Versicherung aufzunehmen, um zu erfahren, welche Schäden abgedeckt werden und welche Schritte getätigt werden müssen. So hast du bei einem Ernstfall schnell alles Nötige zur Hand und vermeidest zusätzlichen Stress.

 

Dokumente für Deinen Urlaub mit Hund im EU-Ausland

Du planst eine Reise an ein Ziel außerhalb der deutschen Landesgrenzen? Dann solltest du neben der bereits erwähnten Reservierungsbestätigung sowie dem Nachweis von Haft- und Reiserücktrittsversicherung unbedingt noch den Europäischen Heimtierausweis mitnehmen. Wie – davon hast du noch nichts gehört? Dann aber schnell zu deinem Tierarzt, der dir das offizielle Dokument gegen eine Gebühr nach der derzeit gültigen Gebührenordnung ausstellt.

 

Seit 2004 ist der Heimtierausweis quasi der Reisepass für Tiere. Das kleine blaue Büchlein enthält alle wichtigen Infos zu deinem Hund – und zwar auf Deutsch und Englisch: Er gibt Auskunft über Geburtsdatum, Geschlecht, Rasse und Farbe des Vierbeiners und enthält darüber hinaus Daten zu den Impfungen sowie die Implantationsstelle des Chips im Körper des Hundes – so erfährt der Tierarzt im Ausland sofort alles zu dem Gesundheitszustand der Fellnase und kann schneller und besser auf auftretende Komplikationen reagieren. Auch dein Name samt Adresse ist darin festgehalten, sodass bei Kontrollen jederzeit festgestellt werden kann, zu wem das Tier gehört. Da der Mikrochip Voraussetzung für die Ausreise ist, gilt der EU-Heimtierausweis auch als Nachweis dafür.

 

Dokumente für deinen Urlaub mit Hund im außereuropäischen Ausland

Für die Reise ins außereuropäische Ausland könnten weitere Dokumente fällig werden – zum Beispiel ein spezielles Gesundheitszeugnis. Am besten informierst du dich direkt beim Auswärtigen Amt oder bei den Touristeninformationen beziehungsweise Botschaften der jeweiligen Länder zu den Bedingungen. Die Einreisebestimmungen für die Länder, in denen du auch mit Traum-Ferienwohnungen Urlaub machen kannst, findest du hier in unserem ausführlichen Beitrag.

Alle Dokumente im Reiseordner abgeheftet? Dann kann es ja jetzt los gehen! Eines steht jedenfalls schon fest: So viel wie bei einer Reise mit Hund musstest du dir bei „Ich packe meinen Koffer“ sicher noch nie merken. Aber mit dieser Checkliste behältst du ganz einfach den Überblick.

 

Entspannt in den Urlaub kommen: Das benötigst du für deine Anreise mit Hund

Hektisch ist noch niemand gut in den Urlaub gekommen. Deswegen plane lieber etwas mehr Zeit für das Packen der Koffer ein! Schließlich musst Du ja nicht nur an dein Zeug denken, sondern auch an alles für deinen tierischen Travel-Kumpanen. Bevor wir zu der Packliste für den Urlaub kommen, hier erstmal ein Überblick dazu, was du bei den unterschiedlichen Anreise-Arten bedenken musst.

Übrigens: Tierärzte empfehlen, den Hund direkt vor der Abreise nicht zu füttern. Lieber nach dem Essen eine Pause machen und etwas später losfahren. Ein voller Magen kann zu Übelkeit führen – ganz leer sollte er aber auch nicht sein.

 

Nicht die leichteste Schiene: Anreise mit Bahn

Du kennst „In einem Zug“ bislang nur vom Malle-Urlaub? Na dann Prost! Wenn man Pech hat, sitzt man mit den Ultras eines Bundesligavereins im Abteil und hört vor dem Meeres- oder Blätterrauschen am Zielort erst einmal stundenlang Gesänge von berauschten Fans. Falls nicht: Oleee, oleoleole – du hast mehr Glück als ich bei meinen letzten Zugfahrten.

Ganz allgemein ist es natürlich immer schwer vorhersehbar, mit wem man sich im Zug befindet. Aber meistens bin ich damit ganz gut gefahren (hehe). Tipp: Schau auf jeden Fall, ob an dem Tag deiner Anreise in den Urlaub Fußballspiele der Städte stattfinden, zwischen denen du unterwegs bist. Grölende Fans können deinen Hund einschüchtern und dafür sorgen, dass er schon mit einem hohen Stresslevel am Urlaubsort ankommt – und sich deshalb schwieriger mit dem vorübergehenden Aufenthaltsort anfreunden kann.

Bei kleineren Hunden reicht eine Transportbox. Mache es deinem Vierbeiner darin zum Beispiel mit seiner Lieblingsdecke oder einem Spielzeug bequem. Dein tierischer Reisebegleiter fährt innerhalb Deutschlands, nach Österreich, Italien und in die Schweiz kostenlos mit, solange er nicht größer als eine Hauskatze sind.

Bei größeren Hunden wird der halbe Preis für ein Erwachsenenticket in der 2. Klasse fällig. Sie müssen an der Leine geführt werden und einen Maulkorb tragen – ansonsten dürfen sie vom Schaffner des Zuges verwiesen werden. Nur nach Italien dürfen sie grundsätzlich nicht einreisen. Weitere Infos zu dem Thema findest du direkt bei der Deutschen Bahn auf dieser Seite

 

 

They see you rollin’: Anreise mit Auto

Rolle mit deinem Besten! Die unkomplizierteste Art der Anreise ist sicher die mit dem Auto – vor allem, wenn du deinen Hund häufiger chauffierst und er mit dem fahrenden Untersatz bereits vertraut ist. Hier kannst du es ihm auf der Rückbank oder im Kofferraum mit einer vertrauten Decke als Unterlage und etwas Spielzeug von Zuhause richtig gemütlich machen!

Ansonsten ist folgendes Zubehör sicher noch hilfreich:

 

Brustgeschirr zum Befestigen am Sicherheitsgurt

Schutzgitter für den Kofferraum

Transportbox

 

Auch, wenn es schön ist, schnell im Urlaub anzukommen: Plane auf jeden Fall genügend Pausen ein, damit sich dein Hund zwischendurch die Beine vertreten kann. Da man nie weiß, wie die Raststätten auf der Strecke ausgestattet sind, nimm sicherheitshalber einen eigenen Futter- und Trinknapf mit, den du unterwegs selbst befüllen kannst. Außerdem solltest du die Reiseapotheke griffbereit haben. Und Hundekotbeutel natürlich, denn viele Raststättenbetreiber beschweren sich über die Hinterlassenschaften und lassen die Grünflächen mittlerweile beaufsichtigen.

 

 

Über den Wolken: Anreise mit Flugzeug

Tierärzte und Tierschutzverbände warnen davor, mit dem Hund eine Flugreise zu machen: Der Transport bedeutet für die Tiere viel Stress. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, gibt es aber Möglichkeiten, die Zeit für den Vierbeiner so angenehm wie möglich zu gestalten.

Grundsätzlich heißt es vorab erst einmal: auspowern! Eine große Runde drehen, viel rennen, damit dein Hund noch einmal ordentlich Auslauf und frische Luft bekommt, bevor es ins Flugzeug geht. So verhält er sich im Flugzeug eventuell ruhiger und verschläft die meiste Zeit bestenfalls.

„Wir empfehlen, auf die Mitnahme Ihres Hundes zu verzichten, wenn die Temperatur am Abflugs-, Transfer- oder Zielflughafen 27 Grad Celsius überschreitet.“ – Lufthansa

 

Vorsicht – für manche Rassen ist ein Flug gefährlich!

Kleine Hunde dürfen meist in der Kabine mitreisen, große müssen als Sondergepäck in den Frachtraum. Manche Rassen, etwa Kampfhunde, haben ein komplettes Flugverbot, bei anderen wird empfohlen, sie zu Hause zu lassen. Für Möpse, Boxer, Pekinesen und andere stumpfnasige Rassen kann der Flug unter Umständen nämlich auch gefährlich werden, wie die Lufthansa in ihren Tierbeförderungsbestimmungen warnt: „Hunde, die zu den stumpfnasigen Rassen gehören, sind besonders temperatur-stressempfindlich. Daher empfehlen wir Ihnen, auf die Mitnahme Ihres Hundes zu verzichten, wenn die Temperatur am Abflugs-, Transfer- oder Zielflughafen 27° C überschreitet. Andernfalls könnte Ihr Hund ernsthafte gesundheitliche Schäden erleiden oder sogar während der Reise versterben.“

 

Beruhigungsmittel – ja oder nein?

Puh, manchmal können Reisen mit Hund so stressig sein, dass man am liebsten selbst etwas zur Beruhigung einwerfen möchte! Pflanzlich natürlich. Aber ich haben auf meinen Reisen auch schon mitbekommen, dass andere ihre Tiere einfach ruhig stellen. Und mich deshalb selbst bei Tierärzten umgehört, ob das eine Option ist. Die waren beim Thema Beruhigungsmittel aber geteilter Meinung. Viele sagen: Bloß nicht! Wenn das Tier mit den Medikamenten nicht vertraut ist, kann es Nebenwirkungen erleiden – etwa einen Kreislaufkollaps. Wenn es im Frachtraum transportiert wird, bekommt keiner davon etwas mit – eine fatale Situation, bei der der Vierbeiner ein Trauma davontragen kann. Neigt dein Hund jedoch zu hysterischen Anfällen (nicht nur, wenn er die Leckerlis sieht), sind Beruhigungsmittel aber eine Möglichkeit, gesundheitsgefährdenden Stress zu vermeiden. Hier gilt: Frag am besten deinen Doc.

Wie dein Hund auf den Flug reagiert, ist schwer vorherzusagen. Deswegen solltest du auf jeden Fall mit dem Tierarzt zu dem Thema sprechen. Zusätzlich kannst du den Hund an den Tagen vor dem Abflug schon einmal an die Transportbox oder -tasche gewöhnen, damit er weiß, was auf ihn zukommt. Bei den Maßen der vorübergehenden Unterbringung gibt es unterschiedliche Vorgaben. Sie sollte jedoch bissfest und luftdurchlässig sein und genügend Raum bieten, damit sich der Hund bewegen und die Position wechseln kann. Unser Tipp: Da nichts aus der Box auslaufen darf, neben einer Kuscheldecke auch etwas Saugfähiges (etwa einen alten Badteppich) hineinlegen.

Falls du dich spontan dazu entschließen solltest, deinen Hund mitzunehmen, solltest du dich schnell an deine Airline wenden: Bei den meisten muss der Tiertransport spätestens 24 Stunden vorher angemeldet werden. Auf Nummer sicher gehst du natürlich, wenn du das Ticket für deinen Begleiter auf vier Pfoten direkt mitbuchst. Die Preise dafür variieren, meist liegen sie zwischen 35 und 350 Euro. Eine gute Übersicht über Preise und Bedingungen der einzelnen Airlines bietet das Vergleichsportal Skyscanner.

Ganz wichtig: Bevor es ins Flugzeug geht, unbedingt nochmal die Einreisebestimmungen für Tiere am Urlaubsziel checken! Hier kann sich auch kurzfristig noch etwas ändern. Eine Übersicht findest du in meinem Beitrag hier.

Guter Tipp übrigens von einem meiner Kumpels: Alle erforderlichen Dokumente in Kopie zusätzlich an der Transportbox befestigen. Falls am Flughafen mal etwas durcheinander kommt.

 

Hund zu schwer – Flug verpasst!

Jaja, wir alle kennen das: Schön All-Inclusive-Urlaub gemacht und anschließend vor Schreck fast von der Waage gefallen. Da kommen gerne mal ein paar Kilos dazu! Aber man soll ja auch sehen, dass man im Urlaub war. Und von den Kalorien hat man oft länger was als von der Bräune.

Nun gibt es aber Fälle, da ist es anders herum. In Düsseldorf zum Beispiel wollte eine junge Familie ihren Hund mit in den Urlaub nach Portugal nehmen. Doch dann der Schock: Der Hund darf nicht mit. Zu schwer sei er geworden, sagte die Frau am Schalter, und das zeigte auch die Waage. Mehr als sieben Kilo, keine Chance – zu viel Gewicht für die Kabine. Kein Scheiß! Aber es kommt noch dicker.

Für den Transport im Frachtraum brauchte die Familie eine Transportbox. Also rannte der Vater nach draußen, raste mit dem Taxi zum Zoohandel und kaufte eine Frachtbox. Als er allerdings am Flughafen ankam, schloss die Airline gerade den Schalter. Kann man sich nicht ausdenken!

Statt kurzem Flug gen Süden hieß es dann: Zurück nach Hause, alles ins Auto laden und mehr als 20 Stunden Fahrt mit Kind, Hund und Kegel hinter sich bringen. Die fast 1000 Euro für die Flugtickets? Futsch. Aber immerhin: Die Familie soll trotzdem einen schönen Urlaub gehabt haben. Nur im Anschluss wurde es stressig: Sie zog gegen die Airline vor Gericht.

 

Packliste

Puh, ganz schön viele Informationen, oder? Damit du den Überblick behältst, haben wir dir hier einmal zusammengefasst, woran du denken solltest. Hier kommt unsere ultimative Packliste zum Abhaken für deinen nächsten Urlaub mit Hund!

 

Dokumente

  • EU-Heimtierausweis/Impfausweis
  • Gesundheitszeugnis (bei Bedarf)
  • Versicherungsunterlagen der Haftpflicht
  • Buchungsbestätigung
  • Kontaktdaten vom Tierarzt vor Ort
  • Extra Hundemarke mit Urlaubsadresse

 

Ausrüstung: Notwendiges

  • Transportbox
  • Wasser- und Futternapf
  • Hunde- und Schleppleine
  • Hundedecken und -körbchen
  • Kotbeutel
  • Maulkorb (bei Bedarf)
  • Alte Bettbezüge/Decken zum Schutz von Möbeln
  • Alte Handtücher für schmutzige Pfoten

 

Ausrüstung: Fürs Wohlbefinden

  • Spielzeug
  • Leckerlis
  • Kauknochen, um bei Fahrten ins Gebirge/im Flugzeug den Druck auf die Ohren zu verringern
  • Sonnenschutz für die Hundenase
  • Pfotenschutz für Spaziergänge durch unwegsames Gelände
  • Hundemantel für kalte Regionen
  • Strandmuschel als Sonnenschutz und mobiler Unterschlupf

 

Reiseapotheke

  • Zeckenhaken/-zange
  • Flohkamm
  • Zecken- und Flohmittel
  • Entwurmungsmittel
  • Schmerz- und Beruhigungsmittel
  • Tabletten/Spray gegen Stiche und Juckreiz
  • Mittel gegen Erbrechen und Durchfall
  • Wundspray und Jodsalbe zur Desinfektion

 

 

Alles dabei? Auf geht´s!

No Pressure! Ja, es gibt viel zu tun. Aber vor dir liegt ein echtes Abenteuer: Durch die Wälder und Wiesen streifen oder am Strand entspannen – alles macht so viel mehr Spaß, wenn die Familie zusammen ist. Und zur Familie gehört der Hund eben dazu! Wenn dir die vielen Vorbereitungen zwischendurch auch mal lästig erscheinen: Am Ende wird sich der Aufwand lohnen. Denn mit einem Hund an der Seite erlebst Du Deinen Urlaubsort aus einer ganz neuen Perspektive. Ist so.

 

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