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Lanzarote ist wohl das Fleckchen Erde mit der bedeutendsten Vulkangeschichte. In den Jahren 1730 bis 1736 brodelte es unablässig auf der nur 845,93 km² Insel. Insgesamt 2053 Tage dauerten die Vulkanausbrüche an und verwandelten Lanzarote in eine Wüsteninsel. Noch heute ist die Vegetation Lanzarotes sehr karg, nur die Gemeinde Haría wird als „Das Tal der tausend Palmen“ bezeichnet. Aber nicht nur für Naturliebhaber hat Lanzarote etwas zu bieten. Wir haben wissenswerte Informationen sowie einige Highlights der Insel für Sie zusammengefasst.

Lanzarote – eine ganze Insel Biosphärenreservat

Die Kanarischen Inseln mit Schwerpunkt Lanzarote

Lanzarote ist die viertgrößte der Kanareninseln © Traum-Ferienwohnungen

Die Vulkaninsel Lanzarote gehört zu den Kanarischen Inseln und liegt im Atlantischen Ozean. Sie befindet sich nur ca. 140 Kilometer westlich der marokkanischen Küste und ca. 1000 Kilometer vom spanischen Festland entfernt. Die Länge dieser Kanareninsel beträgt von Nord nach Süd ca. 58 Kilometer und von West nach Ost etwa 34 Kilometer.

Lanzarote verfügt über eine rund 213 Kilometer lange, einmalig schöne Küste, die sowohl feine Sandstrände als auch Kiesstrände bietet. Aber auch teilweise recht steile Felsküsten, sowie einer Landschaft, die durch markant herausragende Vulkankegel geprägt ist, sind auf der Insel zu finden. Aufgrund der zahlreichen Naturschauplätze wurde Lanzarote im Jahre 1993 komplett zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt.

Das Klima auf Lanzarote

Lanzarote mit Wolken und Meer

Lanzarote ist eine der trockensten Kanareninsel © cicadelatele / www.flickr.com

Wie alle Kanarischen Inseln liegt Lanzarote im Einflussbereich der Passatwinde. Die Winde sorgen zwar das ganze Jahr über für angenehme Temperaturen, allerdings haben die Luftmassen kaum Gelegenheit sich irgendwo auf der Insel zu bündeln und abzuregnen, weshalb kaum Niederschlag erfolgt.

Lanzarote zählt zu den trockensten der Kanarischen Inseln. Die regenreichsten Monate sind Januar bis März. Ab und an fegt dann ein Levante über die Insel. Der Levante ist ein Phänomen, das nicht nur auf Lanzarote, sondern auch auf den anderen Kanarischen Inseln mehrmals im Jahr auftritt. Es handelt sich hierbei um einen Wüstensturm, der aus der Sahara heranweht und das Land zeitweilig mit roten Staubpartikeln übersät. Die Sichtverhältnisse liegen dann mitunter bei weniger als 100 Meter und die Luftfeuchtigkeit nimmt massiv ab, gleichzeitig steigen die Temperaturen auf bis zu 40°C.

Der Norden

Gemessen am südlichen Teil der Insel bietet der Norden eine üppige Vegetation. Vor allem um die Gemeinde Haría herum erstreckt sich ein nahezu grünes Tal. Grund für das vergleichsweise fruchtbare Land ist der Gebirgszug „Risco de Famara“, in dem die Passatwinde gelegentlich hängen bleiben und sich in Wolkenfelder verwandeln. Auf diese Weise regnen etwa 250 Millimeter Wasser im Jahr ab. Nur das Gebiet um den Vulkan Monte Corona wird „Malpaís de la Corona“ genannt, übersetzt bedeutet dieser Ausdruck „schlechtes Land“. Hier hat der Vulkan vor etwa 3000 Jahren das Land in eine 30km² große Lavawüste verwandelt, unter welcher heute der längste Lavatunnel der Welt begraben liegt.

Vor Lanzarote liegen die Inseln Isla Alegrenza und La Graciosa und zwischen diesen beiden die Felseninsel Montaña Clara. Lediglich die Insel La Graciosa ist bewohnt. Asphaltstraßen gibt es auf der Insel nicht, Autos nur sehr wenige.

Obwohl der Norden Lanzarotes sehr schön und abwechslungsreich ist, befinden sich die touristischen Zentren dennoch eher im Süden.

Der Süden

Lanzarote und die Triste Vulkanlandschaft

Karge Wüstenlandschaft im Süden der Insel © luc.viatour / www.flickr.com

Im kargen Süden liegt das größte touristische Zentrum der Insel, Playa Blanca. Während La Blanca selbst vor Lebendigkeit nur so sprüht, ist die Gegend rings herum eher trostlos. Im Südwesten breitet sich eine flache und steinige Einöde aus, während zum Südosten das Gebirgsmassiv Los Ajaches beginnt.

Im südwestlichen Teil liegt der 5197 ha große Nationalpark Timanfaya. Entstanden ist dieser durch die sechs Jahre andauernden Vulkanausbrüche ab 1730. Im Zentrum des Südens nahe der Gemeinde Yaiza, befindet sich eines der wichtigsten Weinanbaugebiete Spaniens. Zu Lanzarotes wichtigsten Einnahmequellen zählt neben dem Tourismus der Export von Wein. Die Küste im südwestlichen Teil Lanzarotes ist geprägt von bizarren Formen aus Lavagestein, während sie im Südosten vergleichsweise sanft erscheint.

Die Inselhauptstadt Arrecife

Die Hauptstadt Arrecife

Die Hauptstadt von Lanzarote: Arrecife © LANZATE / www.flickr.com

Die Inselhauptstadt Arrecife liegt an der Ostküste der Insel, genau in der Mitte zwischen Norden und Süden. Den Namen verdankt die Stadt den Arrecifes, den schwarzen vulkanischen Riffs, die den Booten als Versteck vor Piratenüberfällen diente. Der Flughafen der Insel befindet sich etwa 7 Kilometer in südlicher Richtung. Arrecife selbst ist weder touristisch besonders erschlossen, noch ist die Stadt bemerkenswert schön. Die sonst so typischen Kolonialbauten finden sich kaum im Ort, stattdessen überwiegen moderne Betongebäude. Allerdings liegen die Touristenzentren Puerto del Carmen und Costa Teguise nur 10 Kilometer südlich beziehungsweise nördlich der Stadt. Von Arrecife aus bestehen Schiffsverbindungen auf die benachbarten Kanarischen Inseln sowie auf das spanische Festland.

Strände auf Lanzarote

Papagayobucht auf Lanzarote

Die Papagayobucht auf Lanzarote © Eisersdorff / pixelio.de

Während eines Urlaubs auf Lanzarote kommt man in den Genuss verschiedenster Strandkulissen, denn die Strände um Lanzarote sind schön und abwechslungsreich. Schwarze Strände wechseln mit schneeweißen Buchten ab, kilometerlange goldene Sandküsten liegen neben Kieselbänken. Lanzarote ist zudem ein beliebtes Wassersport- und Tauchgebiet. Zum Surfen, Kitesurfen oder Segeln eignen sich die günstigen Winde, zum Tauchen die grandiose Unterwasserwelt. Doch auch auf Lanzarote ist auf die Strömung zu achten und der Tidenhub mit Vorsicht zu genießen. Starke Strömungen können sogar geübte Schwimmer weit aufs Meer hinaus ziehen.

Strände in Playa Blanca

Strand an der Playa Blanca mit blauen Sonnenschirme

Strand am Touristenort Playa Blanca © Son of Groucho / www.flickr.com

Der Touristenort Playa Blanca bietet mehre Strände mit guter Infrastruktur. Die beiden größten sind die Playa Dorada und die Playa Flamingo. Letzterer ist mit zwei Molen so vom Atlantik abgeschirmt, dass er für Kinder zum Baden ungefährlich ist.

Strand in Charco del Palo

Wer nichts gegen FKK hat, findet in Charco del Palo wunderschöne Naturpoolbecken, die gefahrloses Baden ermöglichen. Während der Atlantik unablässig gegen die Lavaküste schlägt, bieten die Naturbecken Schutz vor Strömung und Gischt.

Playa de Janubio

Ein schwarzer Sandstrand ist am Playa de Janubio zu finden. Zum Baden ist dieser Strand allerdings aufgrund der starken Brandung und Strömung ungeeignet. Dennoch ist dieser 800 Meter lange Strand sehenswert. Oberhalb des Strandes liegt die größte Salzgewinnungsanlage Lanzarotes – Salinas de Janubio.

Strände südlich von Orzola

Im Süden Ozrolas liegen drei malerische Strände, deren weißer Sand von schwarzem Vulkangestein durchzogen ist. Sie werden „Caletónes“ genannt. Playa de Orzola ist der Ortschaft Orzola am nächsten gelegene Strand. Diese Strände sind durchaus zum Baden geeignet, allerdings sollte nicht zu weit hinaus geschwommen und sich immer vorher über die Strömung informiert werden.

Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote

Haría

Da Lanzarote eine überwiegende, karge Einöde ist, steht die Gemeinde Haría im „Tal der tausend Palmen“ im Kontrast zum Rest der Insel. Auf einer Tour durch den Norden lohnt es in jedem Fall, eine Stippvisite in den Ort zu unternehmen. Die schönsten Wanderrouten führen durch das Tal sowie über die umliegenden Hügel.

EL Golfo und der Lago Verde

Südlich des Ortes liegt eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Lanzarotes. Der Lago Verde – der grüne See. In dem zum Teil im Meer versunkenen Vulkan „Montaña de Golfo“ hat sich im Laufe der Zeit eine Lagune entwickelt. Einzellige Algen verursachen den auffällig grünen Farbton des Wassers. Früher wurde die Lagune unterirdisch mit Meerwasser genährt, inzwischen ist das Gleichgewicht leider gestört und der See trocknet immer mehr aus. Direkt an das grüne Wasser gelangt man nicht mehr, allerdings ist der See auch hinter der Absperrung sehenswert.

Nationalpark Timanfaya

Zwischen Mancha Blanca und Yaiza liegt der Nationalpark „Timanfaya“, der sich Richtung Westen ausbreitet. Auf 5.107 ha erstreckt sich eine Mondlandschaft vulkanischen Ursprungs. Nicht ohne Grund hat die NASA dieses Gebiet gewählt, um die letzten Testfahrten vor dem Mondflug zu unternehmen.

Der Nationalpark kann heute nur mit einem Bus durchfahren werden. Wer selbst mit dem Auto durchfahren will, muss mit saftigen Busgeldern rechnen.

Unter der Oberfläche des Nationalpark Timanfaya brodelt es noch immer heiß. Um das zu demonstrieren, entzünden die Führer in Erdlöchern trockene Gewächse oder gießen Wasser senkrecht in den Boden. Weil die unterirdische Temperatur mehr als 400°C beträgt, schießt das Wasser in einer hohen Fontäne empor. Das Restaurant „El Diablo“ (zu deutsche: der Teufel) bietet Speisen vom Erdwärmegrill an. Hier wird direkt mit dem Feuer aus dem Berg gekocht und gegrillt.

Kochlöcher

Die Kochlöcher haben nichts mit Erdwärme oder Hitze zu tun, wohl aber mit Vulkanismus. In die erkaltete Lava, die bei Los Hervideros die Küstenlinie bildet, hat sich im Laufe der Zeit das Meer hineingefressen. Die dadurch entstandenen Löcher, Grotten und Höhlen ziehen heute unzählige Touristen an. Die Geräusche, die durch das Schlagen der Brandung gegen die Küste entstehen, erinnern an kochendes Wasser. Die Fontänen, die durch die Wucht herausgeschossen werden, unterstreichen den Eindruck, dort brodelt ein Kessel gigantischen Ausmaßes.

Lavatunnel

Mit insgesamt 7 Kilometer Länge verfügt Lanzarote über einen der längsten Lavatunnel der Erde. Er entstand durch das schnelle Erkalten der Lava an der Erdoberfläche, während unterirdisch der flüssige Stein noch lange Zeit weiter durch die Röhre floss. Heute ist die Decke der langen Höhle an 20 Stellen eingebrochen und weniger als die Hälfte des kompletten Höhlensystems ist erforscht. Lediglich zwei der Höhlen sind für Besucher geöffnet. Dies ist die Cueva de los Verdes und die Jameos. Jameos wurde 1966 von dem Künstler und Naturschützer César Manrique in eine Kulturstätte verwandelt. Die Eingänge der zugänglichen Höhlen liegen nördlich von Punta de las Mujeres.

Weinstraße

Lanzarote ist eine Weininsel, auf der jährlich etwa 5 Millionen Liter Wein produziert werden. Das größte Anbaugebiet ist „La Geria“ und erstreckt sich zwischen Uga und San Bartolomé. Auf diesem 5255 ha großen Gebiet am Rande des Nationalparks Timanfaya haben sich durch die sechs Jahre andauernden Vulkanausbrüche sogenannte „Lapilli-Schichten“ gebildet. Lapilligestein ist ein hervorragender Wasserspeicher. Der Tau, der sich in der Nacht bildet, wird von den Steinchen aufgenommen und über Tag an die Pflanzen abgegeben. Zusätzlich sind die Pflanzen in Mulden eingelassen, die mit kleinen Steinmauern umrundet sind. Dieses schützt die Rebstöcke vor den stetigen Passatwinden aus dem Norden und vor dem Austrocknen.

Entlang der etwa 16 Kilometer langen Weinstraße finden sich viele Probierstuben, in denen die Weine gekostet und erworben werden können. Überwiegend wird weißer Wein angebaut. Der Charakter des Weines reicht von schweren und süßen Weinsorten wie Malvasier bis hin zu leichten, süffigen Genüssen, wie den Moscatel. Aber Vorsicht bei der Verkostung, denn  die führt Polizei regelmäßige Kontrollen entlang der Weinstraße durch.

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Lesen Sie auch die anderen Artikel unserer 5-teiligen Serie über die größten Kanareninseln Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria und La Palma!

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Kommentare

Susanne K. März 11, 2013 um 3:06 pm

Lanzarote ist meines Erachtens die schönste der Kanareninsel. Auch wenn die Strände dunkel sind, kann man hier wunderbar relaxen. Ich könnte immer wieder hin fahren.

Viele Grüße Susanne K.

Antworten

lanzarotevillas März 15, 2013 um 12:58 pm

lanzarote is great to explore off the beaten track. Living in a villa / apartment (not an hotel) and exchanging with the locals.

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Urlaub auf Fuerteventura | Das Reisemagazin April 22, 2013 um 3:46 pm

[…] unserer 5-teiligen Serie über die größten Kanareninseln Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote und La […]

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