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Flugzeug, Zug oder Auto – was sich für die Anreise am besten eignet

Wenn ich am Flughafen in der Schlange beim Boarding ein Baby vor mir gesehen habe, dachte ich immer: Oh nein, bitte lass es nicht in meiner Reihe sitzen! Wenn ich Zug gefahren bin, und es waren schreiende Kinder um mich herum, habe ich das Abteil gewechselt. Im Bus habe ich mir Kopfhörer aufgesetzt. Und im Auto? War ich einfach froh, dass mir dort wirklich niemand die Ohren vollheulen konnte.

Und jetzt?

Bekomme ich selbst ein Baby. Und das ist für mich das größte Glück der Welt.

Es lässt mich aber gleichzeitig auch über mein altes Ich nachdenken. Bei mir wird sich ganz sicher schon bald die Toleranzgrenze für Babygeschrei ziemlich weit nach oben verschieben. Aber was ist mit den Menschen um mich herum? Zum Beispiel, wenn ich mit meinem Kind auf Reisen gehen will?

Denn genau das plane ich gerade: einen Urlaub mit Baby. Und weil das Ziel innerhalb Europas liegt, frage ich mich natürlich: Welches ist wohl das beste Transportmittel für die Anreise?

Deswegen habe ich mal ein wenig recherchiert. Dabei ist mir klar geworden: Nicht alle Babys schreien, wenn sie auf Reisen sind. Oft lässt es sich sogar vermeiden, indem man dafür sorgt, dass sich das Kind so wohl wie möglich fühlt.

Dafür habe ich recherchiert, mit Ärzten und Freunden gesprochen, meine Erfahrungen von anderen Reisen reflektiert. Und was dabei herausgekommen ist, welche Anreise sich für welchen Urlaub eignet und was es bei den Planungen zu bedenken gilt – das erzähle ich dir jetzt.

 

Entspannt abheben

Warum Fliegen mit Baby kein Problem ist

Baby an Bord? Kein Problem: Ein Großteil aller Fluggesellschaften nimmt Säuglinge bereits ab einem Alter von sieben Tagen mit, bei wenigen (z.B. Easyjet) liegt das Alter etwas höher (meist bei bis zu 14 Tagen). Allgemein wird jedoch empfohlen, erst etwas später mit dem eigenen Kind in den Urlaub zu fahren. Die ersten Tage und Wochen sind sehr prägend für die Eltern-Kind-Beziehung und stellen für alle eine neue Situation dar, an die man sich erst einmal gewöhnen muss, glaube ich. Auch ich will mich mit meinem Mann erst einmal von der Außenwelt etwas abkapseln und die Zeit voll und ganz genießen.

Zwar ist das Fliegen ab dem siebten Tag nach der Geburt nicht schädlich für ein gesundes Baby; das Bundesamt für Strahlenschutz etwa betont, dass die zusätzliche Strahlenbelastung im Flugzeug bei Gelegenheitsfliegern weder für die Eltern, noch für Kinder ein Risiko darstellt. Experten aber raten dazu, erst auf Reisen zu gehen, wenn das Baby etwas älter ist, beispielsweise drei Monate. Es weiß dann bereits, dass es bei seinen Eltern sicher ist, und kann sich schneller an die Umgebung gewöhnen – allerdings ist das von Baby zu Baby unterschiedlich und hängt auch viel damit zusammen, ob man einen kleinen Schreihals oder eine Schlafmütze an seiner Seite hat.

Wenn es dann an den Flughafen geht, hast du mit Baby auf jeden Fall einige Vorteile. Einer der größten: In der Regel darfst du schon bei der Sicherheitskontrolle in der Schlange vorrücken und später auch das Flugzeug als erstes betreten.

Mein Tipp: Wenn ich alleine gereist bin, fand ich es eigentlich immer besser, möglichst spät an Bord zu gehen – im Flugzeug verbringt man ja Zeit genug, und am Gate hat man noch die Möglichkeit, entspannt zu sitzen beziehungsweise sich noch ein bisschen die Beine zu vertreten.

Auch für Babys kann es im engen und stickigen Flieger schnell ungemütlich werden. Deswegen könnt ihr euch, wenn ihr als Paar oder mit zwei Erwachsenen unterwegs seid, einfach aufteilen: Einer bleibt mit dem Baby am Gate, der andere nutzt das Pre-Boarding und bereitet die Sitzplätze schon einmal vor. Du kannst dann ganz entspannt kurz vor Abflug an Bord kommen. Netter Nebeneffekt: Dein Baby schreit nicht schon lange vor Abflug, wodurch eventuelle Diskussionen mit Sitznachbarn erst einmal ausbleiben.

Wenn du nicht gerade mit einem Billigflieger unterwegs bist, gibt es außerdem Babynahrung, kostenloses Wasser, Spielzeug und mehr von der Airline.

Das alleine sorgt zwar für ein nettes Willkommen – aber meine Erfahrung zeigt: Meist fängt das Baby trotzdem irgendwann an zu Schreien. Für diesen Fall will ich auf jeden Fall vorbereitet sein. Deswegen nehme ich etwas zum Snacken oder eine kleine Schachtel Pralinen mit, die ich dann an meine Sitznachbarn verschenke und sie damit vorab für eine eventuelle Störung um Verständnis bitte. Klar, ich weiß: Für sein Baby muss man sich nicht entschuldigen, wir waren alle mal klein und etwas anstrengend. Aber so habe ich die Sitznachbarn frühzeitig auf meiner Seite und spare mir lästige Diskussionen.

Dass dein Baby unruhig wird, kann übrigens mehrere Ursachen haben:

 

  • Die Ohren schmerzen. Am besten, du gibst deinem Baby während des Steig- oder Sinkflugs einen Schnuller oder das Fläschchen. Das sorgt für einen Druckausgleich im Ohr und kann die Schmerzen mindern. Du kannst deinem Kind auch bereits vor Start und Landung Kindernasentropfen verabreichen, dann ist die Nase frei und der Körper kann den Druck besser ausgleichen.

 

  • Die Umgebung ist zu laut. Der Lärm der Turbinen, das Gequatsche der Sitznachbarn – viele Geräusche im Flugzeug sind neu für dein Baby. Vielleicht kannst du ihm einen Kopfhörer mit beruhigenden Melodien aufsetzen. Oder du liest ihm leise etwas vor, sodass es sich auf deine Stimme und nicht die Umgebung konzentriert. Tipp: Je nachdem, wann du das erste Mal mit deinem Baby auf Reise gehst, kannst du es vorher auch schon an die Reisesituation gewöhnen, indem du immer mal wieder länger mit ihm an etwas trubeligeren Orten unterwegs bist.

 

  • Der Flug dauert zu lang. Gut, daran lässt sich leider wenig ändern. Aber wenn du etwas vorliest oder deinem Kind ein neues Spielzeug in die Hand gibst, vergeht die Anreise für dein Baby sicher wie im Flug.

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt fürs Fliegen mit Baby?

Ich habe schon häufiger gehört, dass Eltern bewusst einen Nachtflug wählen oder einen, der in der Mittagsschlafenszeit des Kindes liegt. Aber mindestens genauso oft habe ich gehört, dass das Quatsch ist: Das Baby bekommt die Unruhe mit, die kurz vor dem Aufbruch in den Urlaub bei den Eltern aufkommt – und das wirkt sich auf den Schlafrhythmus aus. Bevor du also mehr für einen Flug bezahlst, der in der normalen Schlafenszeit deines Babys liegt, und am Ende enttäuscht bist, dass es nicht klappt, messe diesem Tipp lieber nicht all zu viel Bedeutung bei. Ich werde es, falls der Preisunterschied nicht zu groß ist, einmal ausprobieren und dir dann hier berichten.

Checkliste für den Flug mit Baby

Neben Gelassenheit und Ruhe ist auch eine richtige Vorbereitung von Bedeutung. Zum Beispiel werde ich als Erstes das Baby-Handgepäck packen, mit all den Dingen, die beim Check-In und an Bord der Maschine nötig werden können. Dazu gehören:

Dokumente:

  • Kinderreisepass
  • Impfpass
  • Flugticket
  • eventuell Visum

Essen und Trinken:

  • Lätzchen
  • Löffelchen
  • Babynahrung
  • Behälter für Wasser (gibt es an Bord gratis)

Hygiene

  • Feuchttücher
  • Windeln
  • Taschentücher
  • Wickelunterlage
  • Wundcreme
  • Desinfektionsmittel

Sonstiges

  • Wechselkleidung
  • zusätzlicher Pulli, falls es im Flugzeug kalt wird
  • Decke, um es dem Baby auf dem Schoß bequem zu machen
  • Spielzeug
  • Buch zum Vorlesen
  • Kopfhörer
  • Kuschelkissen oder Stofftier
  • zusätzlicher Schnuller

 

Tipp: Mach dir keine Sorgen, falls deine Babynahrung oder die Trinkflasche mehr Flüssigkeit enthält, als erlaubt (also mehr als 100ml/Gefäß). An den meisten Flughäfen ist das Personal sehr kulant, wenn es um Babys und Kleinkinder geht. Allerdings kann es vorkommen, dass du aufgefordert wirst, etwas von den Speisen und Flüssigkeiten zu probieren – aus Sicherheitsgründen.

Bei den meisten Airlines sind zwei Baby-Gepäckstücke im Flugpreis inklusive. Du kannst also, wenn nicht anders vorgeschrieben, deinen Kinderwagen bis zum Boarding behalten und kriegst ihn dann später am Flughafen des Urlaubsziels wieder ausgehändigt. Außerdem ist es möglich – falls du einen Sitzplatz für dein Baby gebucht hast – eine Sitzerhöhung oder eine Rückhaltevorrichtung mit an Bord zu nehmen.

 

Wie viel kostet der Flug mit Baby?

Reisen mit Kindern kann ganz schön teuer werden. Wenn ich daran denke, was meine Eltern damals für die Urlaube hinlegen mussten, damit die ganze Familie mal ans Meer kommt – puh, das war nicht ohne. Aber es hat sich immer gelohnt (zumindest in meiner Erinnerung).

Auch, wer mit Baby reist, muss sich auf Mehrkosten einstellen, wie ich jetzt festgestellt habe: Viele Fluggesellschaften berechnen Aufpreise. Diese sind (zum Glück!) nicht so hoch wie die Kosten für normale Tickets, und fallen zudem von Airline zu Airline unterschiedlich aus. Allerdings ist der Reisepreis noch deutlich geringer, solange dein Baby das Alter von zwei Jahren nicht überschreitet – solltest du also schon länger eine große Reise planen, lege sie lieber jetzt in die Elternzeit, weil du da doch erheblich sparen kannst. Viele sagen, sie sind als Familie nie wieder so günstig gereist wie zu dem Zeitpunkt, als die eigenen Kinder noch Babys waren.

Auf den Websites der Fluggesellschaften findest du in der Regel alle wichtigen Informationen. Für einige der großen Airlines habe ich dir kurz eine kleine Übersicht zusammengestellt:

Lufthansa

Die Lufthansa ist eine der wenigen Airlines, die Kinder unter zwei Jahren kostenlos mitnimmt (ein Baby pro Erwachsener) – zumindest auf innerdeutschen Strecken. Dein Baby hat dabei 23 kg Freigepäck, allerdings keinen Sitzplatzanspruch und muss den Flug auf deinem Schoß verbringen. Du kannst aber auch direkt einen regulären Sitzplatz für dein Kind buchen. Wenn du international mit der Lufthansa fliegen möchtest, werden zehn Prozent des regulären Ticketpreises fällig. Wichtig: Wird dein Kind während des Urlaubs zwei Jahre alt, musst du den vollen Ticketpreis bezahlen.

Weitere Infos, auch zur kostenlosen Babyverpflegung an Bord, findest du hier direkt bei Lufthansa.

Ryanair

Bei dem irischen Billigflieger Ryanair kostet das Flugticket für dein Baby pauschal 20 Euro pro Strecke. Je erwachsener Person darf ein Baby mit an Bord genommen werden. Freigepäck gibt es nicht, allerdings darfst du eine zusätzliche Babytasche mit einem Gewicht von fünf Kilogramm mitführen. Wichtig: Wenn dein Kind während des Urlaubs zwei Jahre alt wird, musst du den vollen Ticketpreis bezahlen. Du kannst aber auch direkt einen regulären Sitzplatz für dein Kind buchen, wenn es bereits älter als ein Jahr ist: Ryanair bietet dafür ein Rückhaltesysteme für den Sitz an, du kannst aber auch selbst einen Sitz (mit TÜV-Siegel „For use in aircraft“) mitbringen.

Mehr Infos gibt es direkt bei Ryanair, und zwar hier.

Eurowings

Für Babys und Kleinkinder bis zu zwei Jahren, die auf dem Schoß der Eltern mitreisen, werden eine Servicepauschale von 19 Euro pro Teilstrecke auf Mittelstreckenflügen beziehungsweise 75 Euro auf Langstreckenflügen fällig. Möchtest du für dein Baby einen regulären Sitzplatz buchen, erhältst du 20 Prozent Rabatt auf den Ticketpreis. Eurowings stellt dafür allerdings keine Kindersitze zur Verfügung – du musst also deinen eigenen, für einen Flug zugelassenen Sitz (TÜV-Siegel „For use in aircraft“) mitbringen. Die Buchung der Flüge ist dabei ausschließlich über das Call-Center oder am Flughafenschalter möglich.

Wenn du mehr dazu erfahren willst, schaue dich am besten direkt bei Eurowings um.

TUI fly

Auch bei TUI fly reisen Babys und Kleinkinder unter zwei Jahren auf dem Schoß der Eltern mit – es sei denn, du buchst ausdrücklich einen Sitzplatz für einen Platz in der ersten Reihe: Viele Flugzeuge der Airline verfügen über ein Babykörbchen direkt vor den Sitzen an der Wand, die Kinder mit einem Gewicht bis zu acht Kilogramm tragen können. Für das Flugticket wird eine Gebühr von 15 Euro fällig, solange das Kind unter zwei Jahre alt ist (ansonsten zahlst du den vollen Preis für den Nachwuchs). Wie viel Gepäck du für dein Baby zusätzlich mitnehmen darfst, hängt vom Tarif ab, den du gebucht hast.

Mehr ins Detail gehen die Infos direkt auf der Seite von TUI fly.

Easyjet

Anders als bei den meisten Airlines befördert Easyjet Babys erst ab einem Alter von mindestens 15 Tagen. Fliegt dein Kind auf deinem Schoß mit, zahlst du eine Pauschale von 24 Euro pro Strecke, solange es unter zwei Jahre alt ist. Auch bei Easyjet kannst du einen eigenen Sitzplatz für dein Baby buchen (nur über spezielle Hotline), musst dafür aber eine Sitzschale mitbringen und den vollen Ticketpreis zahlen. Freigepäck gibt es nur, wenn du regulär buchst.

Bei Easyjet habe ich die ausführlichsten Infos zum Reisen mit Baby gefunden. Du kannst sie dir hier durchlesen.

 

Anreise mit Auto

Alles entspannt im Babymobil

Wenn ich mich jetzt direkt entscheiden müsste, wäre ich für eine Anreise mit Auto (sofern sich das mit dem Reiseziel vereinbaren lässt). Irgendwie stelle ich mir das entspannter vor – trotz der vielen Vorteile beim Fliegen. Schließlich muss ich weder über die Größe und das Gewicht meines Gepäcks nachdenken, noch darüber, ob mein Baby vielleicht den Sitznachbarn (oder das gesamte Flugzeug) stört, wenn es einen nicht so guten Tag haben sollte.

Im Auto haben wir als Familie irgendwie ja auch einen Privatraum, auch wenn dieser sich ständig bewegt. Wir können uns als frischgebackene Eltern abwechselnd um den Kleinen kümmern, nach Belieben Pausen einlegen, selbst bestimmen, wie schnell und wie lange wir unterwegs sind. Und: Es kommen auch keine zusätzlichen Kosten für Babytickets oder ähnliches auf uns zu.

Natürlich muss es im Auto aber auch sicher sein. Und wenn ich mir die Autositze der heutigen Zeit so anschaue, habe ich da wirklich kaum Sorgen – dass sind ja keine Transporthelfer, sondern heftige Hochsicherheitsräume! Trotzdem gibt es qualitative Unterschiede. Für unsere erste Reise mit Auto habe ich mich mal schlau gemacht, und bin doch auf einige Überraschungen gestoßen.

 

Der richtige Kindersitz fürs Auto

In den ersten drei Monaten schlafen Babys ja die meiste Zeit – durchschnittlich etwa 15 Stunden am Tag! Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dein Baby schon kurz nach der Abfahrt direkt wieder einschläft. Eine Autofahrt ist für das Baby also eigentlich nicht gefährlich, wenn man von dem Risiko eines Unfalls absieht.

Allerdings gibt es einiges zu beachten. So sollten Babys während des ersten Lebensmonats nicht in einem Autokindersitz reisen, da sie ihren Kopf noch nicht selbstständig halten können. Hier besteht die Gefahr, dass der Kopf verrutscht und das Baby Atemprobleme bekommt.

Manche Kinderärzte warnen sogar davor, in den ersten drei Monaten nach der Geburt mit dem Baby unterwegs zu sein – weil die Wirbelsäule von Säuglingen in dieser Zeit noch besonders empfindlich ist. Deswegen sollten sie eigentlich die meiste Zeit in einer liegenden Position verbringen.

Ich dachte mir, als ich das erfahren habe: Okay, dann kaufen wir erst einmal eine Babyschale. Aber: Hier liegt unser Baby in einer halbaufrechten Position, was nicht besonders gut sein soll – der Brustkorb wird dabei ganz leicht zusammengedrückt. Deshalb raten Ärzte auch dazu, das Baby nicht stundenlang in dem Körbchen zu tragen. Das ist zwar für uns Eltern bequem, aber für das Baby aufgrund der gekrümmten Haltung nicht zu empfehlen. Es gibt als Alternative aber auch sogenannte Babywiegen: In ihnen fährt das Baby liegend auf dem Rücksitz.

Für den Fall, dass dein Kind schon etwas älter ist, finde ich den ADAC Kindersitztest sehr aufschlussreich: 16 Modelle in verschiedenen Größen wurden 2017 getestet, 12 schnitten dabei mit „gut“ ab. Außerdem gibt es eine interessante Übersicht der Gewinner der vergangenen Jahre, was ich sehr praktisch finde, falls man einen günstigen gebrauchten Kindersitz kaufen möchte. Zum Test klick dich am besten hier direkt beim ADAC durch.

 

Checkliste für die Autofahrt mit Baby

Wer mit dem Auto unterwegs ist, ist natürlich wesentlich flexibler, was das Gepäck angeht (zumindest, wenn es sich nicht um einen Smart handelt). Dementsprechend lang kann natürlich die Checkliste für das Gepäck sein. Ich habe mal aufgeschrieben, was ich zusätzlich für das Baby mit auf Reisen nehmen werde:

Dokumente

  • Führerschein
  • Kfz-Schein
  • Schutzbrief fürs Auto
  • Internationale Versichertenkarte
  • Vordruck für Europäischen Unfallbericht
  • Krankenkassenkarte
  • Reisedokumente
  • Mutterpass
  • Kinder-Impfpass
  • Nachweis der Auslandskrankenversicherung

Hygiene

  • Feuchttücher
  • Taschentücher und Küchenrolle
  • Mülltüten
  • Spucktüten
  • Wickeltasche
  • Wickelunterlage

Versorgung

  • Picknickdecke für die Pausen
  • Gaskocher, um Babynahrung zu erwärmen (es gibt aber auch Fläschchenwärmer für den Zigarettenanzünder als Alternative)
  • Spielzeug zum Aufhängen oder Schnullerkette
  • Fläschchen
  • Milchpumpe
  • Vorrat an Babynahrung und Snacks

Nützliches

  • zusätzlicher Rückspiegel zur Beobachtung des Kindes auf dem Rücksitz
  • Sonnenschutz für die Scheiben
  • Kuscheldecke
  • Spielzeug/Kuscheltier
  • Ersatzkleidung (auch für die Eltern)

 

Mein Tipp: Bevor du dich mit deinem Baby auf eine längere Autoreise begibst, solltest du es langsam an das Autofahren gewöhnen. Nimm es immer mal wieder auf kürzere Strecken mit, damit es weiß, wie es sich anfühlt, wenn sich sich der Untersatz bewegt; vertraut wird mit der Geräuschkulisse, die es umgibt und mit der Transportschale, in der es seine Zeit verbringt. Dabei kannst du dann auch schon gut feststellen, welche Ablenkung deinem Baby gut tut: Ist es die Schnullerkette, oder eher ein Mobilé, das am Körbchen befestigt ist? So bist du besser darauf vorbereitet, was dich bei der Anreise mit Auto erwartet, und kannst sicherer und gelassener in den Urlaub starten.

 

Zug fahren mit Baby

So klappt die Anreise mit Bahn

Zug fahren – sorry, Deutsche Bahn – ist leider gar nicht so mein Ding. Ich weiß, dass es viele gibt, die lieber mit der Bahn unterwegs sind, weil sie die Zeit auf Schienen nutzen können, um zu arbeiten oder Musik zu hören oder einfach nur andere Leute zu beobachten und damit immer genügend Material für ihren Twitter-Account oder das nächste Abendessen mit Freunden zu haben. Meins aber ist das nicht.

Zumindest bislang. Denn wer weiß, ob ich mit Baby im Schlepptau nicht auch auf den Geschmack komme? Jedenfalls habe ich mich mal umgehört, was das Zugreisen mit Baby betrifft. Und tatsächlich scheint das bei vielen recht gut zu funktionieren.

Reden wir erst einmal über die Vorteile: Im Zug ist Platz, sich zu bewegen, man kann also auch mal mit dem Baby im Tragetuch den Gang auf und ab gehen. Im besten Fall, um es in den Schlaf zu wiegen; im schlimmsten, um es zu beruhigen.

Es gibt sogar ein Kleinkindabteil, das mir eigentlich noch ziemlich schlecht in Erinnerung ist, weil es immer das Abteil war, in dem es am lautesten zuging. Aber vielleicht sieht man das als Mutter ja anders: Hier ist man unter Gleichgesinnten, kann sich austauschen und so weiter. Das Gute ist: Mit einer Reservierung sichert man sich einen Platz im Abteil. Aber selbst, wenn man mal ganz spontan verreist oder das aus irgendeinem Grund vergessen hat zu buchen: Eltern von Kindern mit einem Alter von bis zu drei Jahren dürfen das Abteil auch ohne Reservierung nutzen. Praktisch: Hier gibt es zum Beispiel Steckdosen für Flaschenwärmer sowie viel Platz für Kuscheldecken und Kinderwagen. Die DB-Mitarbeiter Erwärmen auch mitgebrachte Breigläschen oder stellen abgekochtes Wasser zur Verfügung.

Damit die Reise aber auch unabhängig vom Abteil einigermaßen glimpflich verläuft, hier meine Empfehlungen für eine entspannte Zugfahrt mit Baby:

 

Genug Zeit einplanen. Wie auch bei allen anderen Anreisemöglichkeiten ist es ratsam, nicht zu knapp zu kalkulieren, was die Reisezeit betrifft. Am besten, du reist zu einer Tageszeit, in der du fit und ausgeruht bist (falls man eine solche Zeit als Mutter überhaupt voraussehen kann), und in der auch das Baby normalerweise ruhig ist. Mache dich am besten rechtzeitig auf den Weg zum Bahnhof, falls es mal spontane Änderungen (z.B. Abfahrt von einem anderen Gleis) geben sollte. Auch bei der Umsteigezeit sollte genügend Puffer eingeplant werden. Die Deutsche Bahn selbst empfiehlt mindestens 15 Minuten, ich würde es nach Möglichkeit noch etwas großzügiger sehen.

 

Sitzplatz reservieren. Eine ganze Fahrt über stehen? Finde ich so schon ätzend. Da möchte ich mir gar nicht vorstellen, wie das mit Baby und Gepäck ist. Deswegen gehe ich auf Nummer sicher und reserviere uns Sitzplätze – nach Möglichkeit im Kleinkindabteil, damit ich andere Fahrgäste nicht störe, wenn mein Baby während der Fahrt lauter sein sollte.

 

Gepäck aufgegeben. Ich reise ja am liebsten mit praktischem Rollkoffer. Im Zug aber ist der super nervig: Auf den Rollen ist er ständig in Bewegung, außerdem viel zu groß für die Gepäckablage. Deswegen werde ich als Mutter wahrscheinlich auf einen großen Trekkingrucksack umsteigen und versuchen, möglichst viel möglichst platzsparend zu verstauen. Wenn das nicht reicht, lasse ich unsere Koffer vom DB Gepäckservice abholen. Innerhalb Deutschlands kostet das 17,50 Euro pro Stück – von meiner Haustür bis zur Wunschadresse. Infos gibt es direkt hier auf der DB-Seite.

 

Mit Autobabyschale reisen. Über die Nachteile der Schale habe ich ja bereits geschrieben. Im Zug könnte sie sich aber als äußerst nützlich erweisen. Die Schale ist im besten Fall schon eine gewohnte Umgebung für dein Baby, sodass es sich heimelig fühlt. Gleichzeitig schottet sie dein Kind etwas von der trubeligen Umgebung ab. Du kannst die Schale einfach auf den Nachbarsitz stellen und zwischendurch schaukeln. Das geht normalerweise ja auch gut mit Kinderwagen – nur im Zug ist dafür wenig Platz, nämlich lediglich im Fahrradabteil der Regionalzüge oder im Kleinkindabteil bzw. hinter dem ersten Sitz der 1. Klasse.

 

Hilfe dazubestellen. Falls du als Elternteil alleine mit dem Baby unterwegs bist, kannst du auch auf verschiedene Services der Deutschen Bahn zurückgreifen. So hilft dir der DB Mobilitätsservice nach vorheriger Anmeldung (einen Tag vor Abreise) beim Einstieg mit Kinderwagen. Außerdem gibt es einen Gepäckträgerservice, der beim Ein- und Aussteigen mit den Koffern hilft. Das kostet 2,50 Euro pro Stück bei den ersten beiden Teilen, für alle weiteren werden jeweils 1,20 Euro fällig. Mehr Infos gibt es hier direkt bei der DB.

 

Checkliste: Das benötigst du für deine Bahnreise mit Baby

Dokumente

  • Zugticket
  • Mutterpass
  • Impfpass des Babys
  • Reiseunterlagen

Hygiene

  • Wickeltasche
  • Wickelunterlage
  • Feuchttücher
  • Taschentücher
  • Müllbeutel
  • Lätzchen
  • Spucktüte

Verpflegung

  • Babybrei
  • Thermoskanne mit heißem Wasser fürs Fläschchen
  • Flaschenwärmer

Nützliches

  • Kuschel- bzw. Krabbeldecke
  • Autobabyschale
  • Wechselkleidung
  • warme Kleidung bzw. dicke Socken und Mütze, falls es kälter ist als erwartet
  • Mulltuch
  • Tragehilfe

 

Das wichtigste Reise-Extra: Gelassenheit

Für welche Anreise-Art man sich auch entscheidet: Ich glaube, das Wichtigste beim Reisen für mich als Mutter ist Gelassenheit. Denn eine innere Ruhe überträgt sich meist auch aufs Kind, und andersrum ist es genauso. Das wird mir sicher am Anfang nicht so leicht fallen. Nicht, weil ich so ein Hitzkopf bin und nie Ruhe habe – sondern, weil auch für mich viele Situation beim Reisen mit Kind neu sein werden. Und ich kann dazu so viel lesen und in Erfahrung bringen, wie ich will – am Ende habe ich keine Gewissheit, ob die Tipps und Tricks funktionieren. Da hilft dann nur die Ruhe in der jeweiligen Situation.

 

 

Autorenkommentar

„Selbst, wenn es nicht klappt, und das Baby den Großteil der Anreise über unruhig ist: Wenn man erst einmal im Urlaub ankommt, ist das schnell wieder vergessen. Schließlich macht die Anreise ja meist nur einen geringen Bruchteil des gesamten Urlaubs aus – da sollte man sich den Urlaub nicht von vermiesen lassen. Ich drücke dir die Daumen, das alles klappt!“

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