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Modus: Abgesichert – Diese Versicherungen brauchst du für deinen Urlaub mit Hund

Versicherungen sind was für Angsthasen. Habe ich immer gedacht. Und mich immer auch ein bisschen dagegen gewehrt, irgendwelche Policen abzuschließen. Allein das Wort! Wie „Polizei“. Wie jedoch kann denn etwas, dass ich regelmäßig bezahlen muss, aber eigentlich nie in Anspruch nehme, mein Freund und Helfer sein? Ist das nicht eher Gaunerei?! Ja, ich war naiv.

Und ein bisschen fand ich es auch immer blöd: Zum einen wollte ich nicht, dass der Versicherungsfall eintritt. Und zum anderen habe ich mich dann aber geärgert, dass ich das Geld ja quasi vergebens bezahlt habe, da ich die Versicherung nicht gebraucht habe. Das ist doch Irrsinn!

Bis meine Freundin im Urlaub krank wurde. Griechische Inseln, herrlicher Sonnenschein, Infinity-Pool direkt am Meer. Und sie? Liegt im Bett und kotzt. Lebensmittelvergiftung, irgendwas in die Richtung, so ganz verstehe ich den griechischen Arzt nicht, was er da in sich hineinmurmelt, während er ihr drei (!) Spritzen hintereinander in den Körper jagt. Was ich aber verstehe, sind die Zahlen, die anschließend auf der Quittung stehen, und die mich dazu bringen, schweren Schrittes zum Hotelsafe zu schleichen und ihm 120 Euro zu überreichen. Von denen wollten wir eigentlich einen Ausflug machen. Aber das hatte sich ja jetzt eh erledigt.

Und dann fiel mir ein, dass ich irgendwann mal eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen hatte. Aber zu faul war, sie aufzulösen. Ich also mit der Quittung zur Versicherung, und siehe da: gar kein Problem. 8,90 Euro Gebühr bezahlt, 120 Euro direkt rausbekommen. Versicherungen, dass weiß ich nun, sind gar nicht so schlecht. Seitdem versuche ich, mich gegen alles abzusichern.

Das würde ich bestimmt auch mit meinem Hund machen – wenn ich einen hätte. Habe ich nicht. Aber mein bester Kumpel. Der ist Versicherungskaufmann und hat eine französische Bulldogge. Ich schreibe ihm also eine Whatsapp: „Diggi, was geht! Sag mal, Versicherungen für Hunde, hast du sowas? Wegen Polly?“ Er antwortet: „Also von Versicherungen für Hunde habe ich keine Ahnung und noch nie von gehört, aber ich guck mal, ob ich irgendwas finden kann.“ Und ich denke: Gibt’s doch gar nicht. Das muss er doch wissen, alleine für den Urlaub!

Weil es sicher vielen so geht, habe ich mir das Thema vorgenommen und geschaut, was ich dazu so bei Experten finden kann. Und siehe da: Alle empfehlen, auf jeden Fall etwas abzuschließen. Der wesentliche Grund liegt dabei auf der Hand: Wer eine Versicherung hat, muss sich – zumindest, was das Finanzielle angeht – keine Sorgen machen, wenn es zum Ernstfall kommt.

Welche Versicherungen es für Hunde gibt und in welchen Fällen du sie abschließen solltest, erzähle ich dir jetzt.

 

Haftpflichtversicherung für Hunde: Diese Police hilft nicht nur auf Reisen

Erst vor Kurzem hat mir eine Freundin aus ihrem Kurzurlaub geschrieben: In der Ferienwohnung, in der sie sich samt Hund eingemietet hatten, ist ein Malheur passiert. Der Hund hat gebellt, und eine Bekannte, die an dem Abend zu Gast war, hat vor Schreck ihren Wein verschüttet. Rotwein, mitten auf das Sofa. Und jetzt? Richtig: Dicke Rechnung, neues Sofa, und schon ist der Urlaub 600 Euro teurer.

Das klingt nach dem Drehbuch eines Werbefilms für Versicherungen, trug sich aber witzigerweise genauso zu. Nicht so witzig war das Ganze für meine Freundin.

Wer eine Haftpflichtversicherung für seinen Hund abgeschlossen hat, muss sich in diesem Moment aber keine Sorgen machen. Zumindest, wenn er bei der Versicherung auf das Kleingedruckte geachtet hat. Denn natürlich hängt es am Ende davon ab, was genau die Versicherung abdeckt.

Die Stiftung Warentest rät dazu, auf jeden Fall einen Grundschutz abzuschließen. Den gibt es je nach Anbieter ab etwa 60 Euro im Jahr. Folgende Bereiche sollten demnach mindestens abgedeckt sein:

 

  • mindestens fünf Millionen Euro Versicherungssumme
  • Mietsachschäden (mindestens 250000 Euro)
  • Vermögensschäden (mindestens 50000 Euro)
  • Mitversicherung von Hunde-Sittern
  • Schutz bei Verstoß gegen Halterpflichten
  • Deckschäden (durch den Hund herbeigeführte ungewollte Schwangerschaften bei anderen Vierbeinern)
  • Auslandsaufenthalt bis zu einem Jahr
  • Welpenschutz

 

In Berlin, Sachsen-Anhalt, Hamburg, Niedersachsen, Thüringen und Schleswig-Holstein besteht mittlerweile eine Versicherungspflicht für Hundehalter. In allen anderen Bundesländern ist der Abschluss einer solchen Police noch freiwillig – die Frage ist jedoch, wie lange noch. Stiftung Warentest empfiehlt unabhängig davon jedem Hundehalter, eine spezielle Versicherung für seinen Vierbeiner abzuschließen, weil die private Haftpflicht nicht für Schäden aufkommt, die durch den Hund angerichtet wurden. Da kann ein kleiner Moment der Unaufmerksamkeit schnell den finanziellen Ruin bedeuten.

Nach Paragraph 833 im Bürgerlichen Gesetzbuch müssen Tierhalter für die Schäden aufkommen. Und die können richtig teuer werden, wenn der Hund vor ein Auto läuft, zum Beispiel. Stiftung Warentest empfiehlt jedoch, die Preise und Bedingungen der einzelnen Versicherungen gründlich zu prüfen: Nach einem Test von 116 Policen hat sie festgestellt, dass die angebotenen Leistungen und Preise stark variieren.

Manche Experten geben an, dass für kleine Hunde auch eine Deckungssumme von drei Millionen Euro ausreicht. Andere sagen, dass man nicht unter zehn Millionen Euro Deckungssumme versichern sollte. Am Ende ist das aber auch eine Frage des Geldes. Nach dem, was ich gesehen habe, sind kleinere Anbieter, die sich auf das Gebiet spezialisiert haben, etwas günstiger als die großen Allround-Versicherungen. Am besten gibst du deine Daten bei einem Vergleichsportal ein. Ich kann zum Beispiel hundehaftpflichtversicherungen-vergleich.de empfehlen, es gibt aber auch viele andere, etwa Check24 und Co.

 

Hundekrankenversicherung: Im Ernstfall gut behandelt

Neben der Haftpflichtversicherung kann ich nur raten, sich auch über eine Hundekrankenversicherung zu informieren. Jeder, der schon einmal beim Tierarzt war, weiß: Das kann ziemlich schnell ziemlich teuer werden. Ich habe die Erfahrung zum Beispiel mit meinem kleinen Zwerghamster (RIP Kevìn!) gemacht, als er eine Ohrenentzündung hatte (und erstaunlicherweise – jetzt schließt sich der Kreis – vom Doc sehr teure Hunde-Ohrentropfen verordnet bekam). Bei Operationen gehen die Kosten bei Hunden sogar schnell in die Tausende.

Hast du eine Hundekrankenversicherung, sind in der Regel folgende elementare Bereiche abgedeckt:

  • Diagnostik
  • Behandlung infolge von Krankheit oder Unfall
  • Operationen, inklusive Nachuntersuchungen
  • Medikamente
  • Unterbringungskosten

 

Allerdings gibt es noch nicht viele Anbieter. Nach meinen Recherchen findest du bei der Allianz, Agila, Helvetia, Petplan und Uelzener derzeit eine Hundekrankenversicherung – da der Markt aber wächst, stoßen sicher bald auch neue Versicherungsgesellschaften dazu.

Auch, wenn es noch nicht viele Policen für Hunde gibt, unterscheiden sich die Angebote bereits relativ deutlich. Hier solltest du am besten darauf achten, was für dich und deinen Hund wichtig ist. Klar ist: Je älter und größer dein Hund ist, umso teurer wird die Versicherung. Auch der Leistungskatalog unterscheidet sich: Manche übernehmen beispielsweise die Kosten für die Kastration eines Hundes, andere decken zusätzlich Vorsorgemaßnahmen ab, die zum Beispiel auch für das Reisen wichtig sind – etwa Wurmkuren oder Impfungen.

Auf folgende Faktoren solltest du im Kleingedruckten achten:

  • Höchsterstattungsgrenze
  • abgedeckte Leistungen
  • freie Tierarztwahl
  • Reiseschutz
  • Leistungszuwachs
  • Auslandsschutz, eventuell auch Rücktransport
  • Dauer der Kostenübernahme, etwa bei Klinikaufenthalt
  • Einschränkungen bei Vorerkrankungen
  • Altersgrenze
  • Wartezeit, bis die Versicherung greift

Tipp

Achte darauf, wie hoch die Kosten sein dürfen, die die Versicherung erstattet. Es liegt im Ermessen der Tierärzte, inwieweit sie ihren Spielraum bei den Leistungskosten nutzen. Kosten sollten bis zum dreifachen Satz der Gebührenordnung für Ärzte übernommen werden.

 

Hunde-OP-Versicherung: Die günstige Alternative

Wenn dir eine Hundekrankenversicherung zu teuer sein sollte, gibt es auch noch eine günstigere Alternative: die Hunde-OP-Versicherung. Dabei werden alle Operationen – ob Notfall oder geplant – inklusive Vorsorgeuntersuchungen und Nachbehandlung von der Versicherung übernommen.

Du bist dir nicht sicher, welche die richtige Versicherung für deinen Hund ist? Kann ich verstehen. Vielleicht hilft dir ein Vergleich der Versicherungen über ein Portal. Besonders gut informiert gefühlt habe ich mich auf der Seite von Vergleichen-und-Sparen.de, die alle Tarife im Vergleich anbieten und zusätzlich ausführliche Informationen als PDF zur Verfügung stellen.

 

Sicher im Ausland unterwegs: Das musst du für deinen Urlaub mit Hund wissen

Nun habe ich dir schon einiges über die Hundehaftpflicht und die Hundekrankenversicherung erzählt. Warum? Weil sie in vielen Fällen auch Kosten abdecken, die im Urlaub entstehen können. Das reicht von der entzündeten Schnittwunde, die sich dein Hund am Strand zuziehen könnte, bis zum Knochenbruch, von der zerbrochenen Vase in der Ferienunterkunft bis zum zerstörten Auto, das dem Vierbeiner ausgewichen ist. Die Versicherungen machen sich aber nicht nur im Ernstfall bezahlt: Sie sorgen auch dafür, dass du deinen Urlaub mit Hund sorgenfrei genießen kannst.

Wichtig ist, dass die Police, die du gebucht hast, auch die Kosten für Schäden und Tierarztbesuche übernimmt, wenn du im Ausland bist. Bei den meisten Versicherungsgesellschaften sind mittlerweile alle Länder der EU mit abgedeckt – bei Reisen ins außereuropäische Ausland solltest du dich nochmal an deinen Anbieter wenden, um die Details zu klären und deinen Versicherungsschutz eventuell zu erhöhen.

Tipp:

Lege deinen Reiseunterlagen auf jeden Fall auch einen Nachweis deiner Versicherungen bei. So hast du deine Versicherungsnummer schnell zur Hand und auch alle wichtigen Daten, die du benötigst, um einen Schaden zu melden.

Erfahrungen anderer Hundebesitzer zeigen auch, dass die Versicherung Kosten nur bis zu einer bestimmten Höhe übernimmt. Hat der Tierarzt im Ausland dir besonders viel Geld für seine Leistung abgeknüpft, könnte es schwierig werden, dieses auch wieder zurückzubekommen: Oftmals werden hier nur die Kosten erstattet, die auch in Deutschland für die Behandlung angefallen wären. Was auf jeden Fall hilfreich sein kann ist, die Preise für bestimmte Leistungen des Tierarztes im Kopf zu haben, um eventuell vor Ort im Ausland bei einem Notfall vorab zu klären, wie viel die Behandlung kostet – das kann abschreckend wirken für schwarze Schafe unter den Docs, die dich eventuell abzocken wollen. Für den Hinterkopf: Eine Wunde zu nähen kostet etwa 350 Euro, eine Operation eines Kreuzbandrisses um die 1600 Euro.

 

Außerdem solltest du Folgendes beachten:

  • Sind Impfungen in der Police abgedeckt? Für manche Urlaubsziele ist eine Vorbehandlung notwendig. So musst du deinen Hund auf jeden Fall gegen Tollwut impfen lassen, oft musst du ihn vorab auch gegen Wurmbefall schützen (siehe auch den Beitrag zu den Einreisebestimmungen). Manche Versicherungen übernehmen die Kosten dafür.

 

  • Wie lang darf der Aufenthalt im Ausland sein? Einige Versicherungen bieten nur einen Schutz für zwei Wochen oder einen Monat, andere für sechs Monate oder ein Jahr. Je nachdem, wie lange du mit deinem Hund auf Reisen bleiben möchtest, solltest du deine Police wählen.

 

  • Darf ich zu jedem Tierarzt? Manche Versicherungen machen Vorschriften, dass nur bestimmte anerkannte Tierärzte angesteuert werden dürfen. Am besten erkundigst du dich bereits vorab, welche Ärzte an deinem Urlaubsort ihre Praxis haben, und klärst mit der Versicherung, ob du diese im Ernstfall aufsuchen kannst.

 

  • Habe ich genügend Bargeld dabei? Da es für deinen Hund keine Krankenkassenkarte gibt, über die alles verbucht wird, solltest du genügend Bargeld dabei haben – denn für die Behandlung deines Vierbeiners musst du zunächst in Vorleistung gehen und kannst dir die Kosten in der Regel später wieder zurückzahlen lassen.

 

Für Sparfüchse: So reduzierst du den Versicherungsbeitrag

Ich kann dir nur raten: Spare lieber nicht an den falschen Stellen. Zwar ist es – die Erfahrung habe ich selbst gemacht – ärgerlich, regelmäßig einen hohen Versicherungsbeitrag zahlen zu müssen. Doch wenn wirklich etwas passiert, ist es das Geld auf jeden Fall wert.

 

Tipp:

Okay, das ist jetzt kein absoluter Geheimtipp, aber: Ist dein Hund noch jung, sind die Preise am niedrigsten. Schließe möglichst früh die Versicherung deiner Wahl ab, um langfristig von besseren Preisen zu profitieren.

Wenn es aber finanziell, gerade vorm Urlaub, eh knapp ist, gibt es Möglichkeiten, mit einem günstigeren Beitrag davonzukommen. Zwar wird dann in der Regel auch der Leistungsumfang runtergeschraubt – aber immerhin sind du und dein Hund wenigstens gegen das Gröbste abgesichert.

Eine Möglichkeit zu sparen, ist: Selbstbeteiligung erhöhen. Dadurch wird deine monatliche beziehungsweise jährliche Belastung gesenkt, du stehst aber finanziell auch nicht vor dem Ruin, wenn tatsächlich mal etwas Schwerwiegendes passiert.

Außerdem kannst du auch etwas am Preis drehen, wenn du eine längere Vertragslaufzeit wählst oder die Hundeversicherung in Kombination mit anderen Policen abschließt – viele Anbieter kommen dir dabei mit einem günstigen Kombipreis entgegen. Einen Nachlass kriegst du oft auch, wenn du mehrere Tiere versicherst.

 

 

Profil-Zitat

„Du hast es sicher schon gemerkt: Von einer Versicherung für deinen Hund will ich ungerne abraten. Ich hoffe, du findest die passende für dich und deinen Hund – damit ihr euren Urlaub voll und ganz genießen könnt.“

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