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Gefürchtete Reisesouvenirs: So bleibt dein Hund im Urlaub gesund

Keine Ahnung, wie das bei dir ist, aber: Bevor ich in den Urlaub fahre, weiß ich meist so ziemlich alles über den Ort, an dem ich mich aufhalte. Ich kenne die besten Bars und Clubs, die Sehenswürdigkeiten, die Instagram-Hotspots.

Worüber ich mich aber noch nie informiert habe, sind die Krankheiten, die vor Ort verbreitet sind. Klar, wer will das denn wissen! Man fliegt ja in den Urlaub und will sich entspannen. Die Promis, die ins Dschungelcamp reisen, telefonieren ja auch nicht erst einmal mit Dr. Bob, sondern gucken sich schöne Bilder von Australien an, die das Management ihnen zuschickt. Gut, mancher studiert vielleicht noch den Katalog seines Schönheitschirurgen. Aber das gehört hier jetzt nicht her.

Denn tatsächlich will ich über Mittelmeerkrankheiten bei Hunden sprechen. Auch das wirkt so, als gehöre es nicht auf einen Blog, in dem es überwiegend um Urlaub geht. Tatsächlich aber sollte jeder Hundebesitzer sich zumindest einmal mit Leishmaniose und Co. auseinandersetzen, wenn auch flüchtig. Sagt Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des Bundesverbands für Tiergesundheit, mit der ich mich zu dem Thema unterhalten habe. Wenn alle in den Urlaub fahren, ist in ihrem Verein richtig viel los, denn: Viele Fragen kommen erst im Urlaub auf. Und da ist es manchmal dann schon zu spät.

Fakt ist in jedem Fall: Je mehr du im Voraus weißt, umso besser. Das trifft zwar auf fast alle Lebensbereiche zu (außer auf Filme und Serien, da ist es echt mies, wenn man vorher schon alles weiß) – denn mit jeder Information, die dir irgendwie im Hinterkopf hängen bleibt, bist du stärker für das Thema sensibilisiert. Und kannst Gefahren direkt erkennen und abwenden, oder Symptome zumindest frühzeitig erkennen. Denn manchmal macht sich die Krankheit auch erst nach der Rückreise bemerkbar.

Okay, aber bevor wir uns jetzt ans Eingemachte wagen, eins vorab: Mach dir keine Sorgen! Die meisten Hundebesitzer, die ich kenne, sind gesund und munter aus dem Urlaub zurückgekehrt und haben keines der gefürchteten Urlaubssouvenirs mitgebracht. Wobei: Da war doch mal dieses hässliche Feuerzeug mit den tanzenden Delfinen im Mallorca-Sonnuntergang…

 

Was sind überhaupt Mittelmeerkrankheiten?

Mit dem umgangssprachlichen Begriff werden ernste Erkrankungen beim Hund zusammengefasst, die bei Vierbeinern nach Reisen in ein Mittelmeerland wie Portugal, Spanien, Griechenland und Italien auftreten können. Neben der Leishmaniose und der Babesiose zählen insbesondere die Ehrlichiose und die Dirofilariose dazu. Oft werden sie durch Parasiten übertragen und können im schlimmsten Fall sogar zum Tod des Tieres führen.

Aber wie es so ist bei Souvenirs: Man muss sie ja nicht alle mitnehmen. Nur manchmal kommt man welche (zum Beispiel diese hässlichen Kühlschrankmagneten), und dann muss man erstmal schauen, wie man damit umgeht.

 

Gefahren im Urlaub: Mittelmeerkrankheiten Leishmaniose, Babesiose und Co.

Also, nur um das nochmal festzustellen: Ich bin kein Tierarzt (was mir der Blick auf meinen Kontoauszug am Ende des Monats jedes Mal wieder bestätigt). Aber ich habe mal versucht, so viel wie möglich über die Mittelmeerkrankheiten herauszufinden, und es dir hier zusammengefasst. Wenn du mehr dazu erfahren willst, empfehle ich auf jeden Fall ein Gespräch mit einem Tierarzt. Sehr informativ ist auch die Seite der ESCCAP, einer unabhängigen europäischen Vereinigung von Veterinärparasitologen, die zum Ziel hat, Tiere und Menschen vor dem Befall von Parasiten zu schützen. Alles weitere dazu erfährst du hier.

 

Leishmaniose: Übertragung durch fliegende Plagegeister

Die Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, die von winzigen Parasiten ausgelöst wird. Sie ist weltweit verbreitet und kommt auch in vielen Ländern des Mittelmeerraumes vor. Hund und Mensch sind von der Infektion gleichermaßen betroffen, allerdings konnte eine Übertragung zwischen den Wirten bisher nicht nachgewiesen werden.

Übeltäter sind, na klar: Mücken, genauer gesagt Sandmücken. Diese Mistviecher! Sie übertragen die Parasiten beim Stechen. Die kleinen Plagegeister suchen sich ihre Opfer ausschließlich in der Nacht und bereits ein einzelner Stich genügt für eine Ansteckung.

 

Die Sandmücke: Fieser Stecher mit großen Augen

Die Sandmücke ist ist eine etwa zwei Millimeter große Stechmückenart, die für ihre großen Augen bekannt ist. Aufgrund ihres geringen Gewichts fliegen die Insekten bei Wind nicht und auch am Strand sowie direkten Küstenbereichen ist die Gefahr für einen Mückenstich deutlich geringer. Aber: Aufgrund des Klimawandels sind sie inzwischen auch in Deutschland für eine steigende Anzahl von Erkrankungen verantwortlich.

 

Infektionsgefahr durch nachtaktive Blutsauger

Besonders häufig tritt die Infektion in den betroffenen Regionen der Mittelmeerländer in der Zeit von Mai bis Oktober auf, die größte Infektionsgefahr besteht von Mitte August bis Ende September. Im Gegensatz zu herkömmlichen Stechmücken fliegen die Sandmücken ihre Opfer nur an, wenn diese schlafen.

Der Stich der Sandmücke ist sehr schmerzhaft und das Tier benötigt etwa zwei bis fünf Minuten für das Blutsaugen. Meist landet das Insekt auf dem Rücken des Hundes und läuft gegen den Haarstrich bis zum Kopf. Dabei sticht es in den unbehaarten Nasenansatz des Hundes oder auch in seine Augenlider, bei Jungtieren auch in Genitalen oder unbehaarte Stellen am Bauch.

 

Symptome der Leishmaniose erkennen

Zu den ersten Symptomen der Leishmaniose zählen beispielsweise:

– plötzliche Trägheit

– Durchfall

– Appetitlosigkeit

– kontinuierlicher Gewichtsverlust

– schlechtere Hitzeverträglichkeit

– Lahmheit

– vermehrtes Hecheln

Besonders häufig treten im weiteren Krankheitsverlauf unterschiedliche Hautveränderungen und weitere Symptome auf:

– symmetrischer Haarausfall

– Schuppenbildung

– kreisrunde Hautläsionen

– Pusteln, Knötchen und Geschwüre

– Krallenhypertrophie (beschleunigtes Krallenwachstum)

– chronische Krallenbettentzündung

 

Verdacht auf Leishmaniose? Schnell zum Tierarzt!

Wie bei den anderen Mittelmeerkrankheiten beim Hund sind die Symptome bei der Leishmaniose insbesondere in der Anfangszeit eher unspezifisch. Da es bei dieser Erkrankung langfristig zu massiven Organschäden und bei ausbleibender Behandlung sogar zum Tod des Tieres kommen kann, ist somit eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig. Wenn du die Symptome erkennst, kannst du dem Tierarzt entscheidende Hinweise geben, die deinem vierbeinigen Freund möglicherweise das Leben retten können.

Es ist besonders wichtig, dass du bei diesen Symptomen deinen Verdacht auf eine Mittelmeerkrankheit explizit ansprichst, da die Diagnose der Leishmaniose in Deutschland nicht zu den Routineuntersuchungen gehört. Eine vollständige Heilung dieser Erkrankung ist leider nicht möglich – aber je früher sie erkannt wird, umso besser lässt sich der Schaden eingrenzen.

Die Inkubationszeit der Leishmaniose liegt zwischen vier Wochen und sieben Jahren. Die übertragenen Parasiten siedeln sich in Makrophagen an, die zum zellulären Immunsystem des Körpers gehören. In der Regel sind insbesondere das Knochenmark, die Lymphknoten sowie Leber und Milz betroffen.

 

So schützt du deinen Hund gegen Leishmaniose

 

  • Abwehrmittel einpacken. Da Plagegeister wie Zecken und Stechmücken die Mittelmeerkrankheiten auf den Hund übertragen, solltest du unbedingt spezielle Halsbänder und Repellent-Mittel in dein Reisegepäck packen. So kannst du effektiv Stiche und Bisse durch die ansteckenden Übeltäter vermeiden und dein Tier schützen. Tipp: Damit sich die volle Wirkung entfalten kann, solltest du deinem Hund das schützende Halsband bereits zwei Wochen vor der Reise anlegen.

 

  • Ferienwohnung mit Insektenschutz wählen. Entscheide dich am besten für eine Ferienwohnung, bei der Fenster und Türen mit Moskitonetzen versehen sind. Diese kannst du bei Bedarf auch noch mit handelsüblichen Insektenabwehrmittel einsprühen und so den Schutz vor den fliegenden Plagegeistern erhöhen. Da die Sandmücke ausschließlich nachtaktiv ist, solltest du deinen Hund nach Sonnenuntergang nicht im Freien schlafen lassen. Auch hell erleuchtete Räume und offene Fenster können die Gefahr für einen Sandmückenstich deutlich erhöhen, weil das die Biester anlockt.

 

  • Hund impfen lassen. Seit 2011 ist ein spezielles Mittel zugelassen, mit dem du deinen Hund gegen Leishmaniose impfen lassen kannst. Die Entwicklung des Schutzes hat ganze 20 Jahre gedauert! Dafür bietet sie Feldstudien zufolge 93 Prozent der Tiere einen symptomfreien Verlauf der Krankheit. Der Impfstoff soll vor allem für Hunde zwischen vier und zwölf Jahren gut verträglich sein. Sprich auf jeden Fall einmal mit deinem Tierarzt darüber, ob die Impfung für deinen Hund sinnvoll sein kann.

 

Babesiose: Unangenehmes Reiseandenken von Zecken

Vermutlich ist dir die Babesiose eher unter ihrem umgangssprachlichen Namen Hundemalaria bekannt. Da die Erkrankung bis in die 1970er ausschließlich in Südeuropa auftrat, gehört sie ebenfalls zu den Mittelmeerkrankheiten. Der Hund kann sich jedoch nicht nur auf Urlaubsreisen mit Babesiose infizieren – die Krankheit hat sich inzwischen leider auch nördlich der Alpen ausgebreitet.

Ausgelöst wird die Babesiose durch Parasiten, die durch den Biss einer Zecke übertragen werden können. Die Babesien sind kleine Einzeller, die in den Blutkreislauf des Hundes gelangen und dort die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zerstören. Dein Hund kann daher nach einer Infektion Anzeichen einer Anämie (Blutarmut) zeigen. In den meisten Fällen nimmt die Babesiose leider einen akuten Verlauf und führt bereits kurze Zeit nach der Infektion zum Tod des Tieres.

 

Kleine Parasiten, große Gefahr

Für die meisten Infektionen in Deutschland ist Babesia canis canis verantwortlich. Diese Babesienart ist mittlerweile auch in ganz Mitteleuropa verbreitet und wird durch die Auwald-Zecke übertragen. Im Mittelmeerraum kann dein Hund sich hauptsächlich mit Babesia canis vogeli infizieren, die durch den Biss der Braunen Hundszecke übertragen wird.

Besonders gefährdet ist dein vierbeiniger Freund in Spanien, Portugal und Griechenland. Bei einem anderen Hund kann sich dein Vierbeiner eher nicht anstecken, lediglich bei einer Beißerei mit einem infizierten Tier besteht eine geringe Ansteckungsgefahr. Dies ist möglich, wenn Verletzungen im Maul des erkrankten Hundes vorhanden sind.

Die Inkubationszeit beträgt bei Babesiose etwa vier bis 21 Tage. Welche Symptome dein Hund nach der Infektion mit Babesiose zeigt, hängt in erster Linie von dem Immunsystem des Tieres ab. Möglich ist ein akuter, perakuter (extrem schneller) oder chronischer Verlauf der Infektion.

 

Symptome der Babesiose erkennen

Der akute Verlauf ist die häufigste Variante bei der Babesiose. Das Tier wirkt matt und geschwächt, zeigt wenig Interesse für das sonst so geliebte Futter und nach einiger Zeit wirken die Schleimhäute sehr blass. Wenn nun noch hohes Fieber auftritt, sollten alle Alarmglocken bei dir klingeln. Meist werden im Verlauf der Krankheit die Organe des Tieres geschädigt, besonders häufig werden Vergrößerungen von Milz und Leber beobachtet.

Weitere Symptome:

  • Atemnot
  • Gelbsucht
  • Gewichtsverlust
  • Teilnahmslosigkeit
  • heftige Fieberschübe
  • Störungen des Zentralnervensystems

 

Ein möglichst frühzeitiges Erkennen der Erkrankung sowie eine Behandlung mit einem Antiparasitikum können insbesondere bei einem chronischen oder eher milden Verlauf der Babesiose die Chancen auf eine Genesung deines Hundes deutlich erhöhen. Je nach Verlauf kann zusätzlich auch eine Bluttransfusion erforderlich sein. Auch wenn die Therapie erfolgreich war und dein Hund sie glücklicherweise überstanden hat, ist die Gefahr noch nicht vorbei. Es besteht weiterhin das Risiko, dass das Tier noch immer mit Babesien infiziert ist – deshalb solltest Du unbedingt auf eine regelmäßige Überwachung durch den Tierarzt Wert legen.

 

So schützt du deinen Hund gegen Babesiose

In einigen Ländern Europas gibt es auch Impfstoffe gegen Babesiose, die jedoch in Deutschland leider nicht zugelassen sind. Dennoch kannst du etwas tun, um deinen Hund gegen Babesiose zu schützen: Zecken von ihm fernhalten. In jedem Fall solltest deinen Vierbeiner nach jedem Spaziergang auf Zecken untersuchen. Außerdem halten bestimmte Wirkstoffe, die du auf unterschiedliche Art und Weise beim Tier anwenden kannst, die Zecken fern. Welche für deinen Hund besonders geeignet sind, kannst du mit deinem Tierarzt besprechen.

 

Ehrlichiose: Die Bakterien, die nach einem Deutschen benannt sind

Der Hund erkundet arglos die spannende Umgebung am Urlaubsort – ein Biss der Braunen Hundszecke genügt, und schon hat sich dein Tier mit Ehrlichiose infiziert. Auch dieses unangenehme Reiseandenken zählt leider zu den Mittelmeerkrankheiten. Verantwortlich sind winzig kleine Bakterien der Art Ehrlichia canis, die sich nach dem Zeckenbiss im Körper deines Hundes ausbreiten können. Entdeckt wurde dieser kleine Übeltäter übrigens von dem deutschen Mediziner Paul Ehrlich.

Ehrlichiose tritt weltweit auf und zählt in den meisten Mittelmeerländern zu den endemischen (gehäuft und dauerhaft auftretenden) Erkrankungen. Aus diesem Grund herrscht bei einer Reise in den sonnigen Süden für deinen vierbeinigen Begleiter eine besonders hohe Ansteckungsgefahr.

Nach der Übertragung befallen die Bakterien die Monozyten (weiße Blutkörperchen) und vermehren sich rasant. Dies ist besonders bedenklich, da die Abwehrfunktion der Monozyten durch den Befall stark beeinträchtigt und so das Immunsystem deines Hundes erheblich geschwächt wird. Die Bakterien wandern nun weiter und siedeln sich auch in den Lymphknoten sowie in Milz und Leber an. Die Inkubationszeit der Ehrlichiose beträgt etwa 10 bis 21 Tage, anschließend beginnt mit dem Auftreten unspezifischer Symptome die Akutphase der Krankheit.

 

Symptome der Ehrlichiose erkennen

Zu den ersten Anzeichen gehören beispielsweise:

– Abgeschlagenheit

– häufige Fieberschübe

– Atemnot

– Appetitlosigkeit

– Gewichtsverlust

– blasse Schleimhäute

– geschwollene Lymphknoten (generalisierte Lymphadenopathie)

– Erbrechen

– Nasenbluten

– eitriger Nasenausfluss

 

Subklinische Phase & chronisches Stadium der Ehrlichiose

Nach etwa zwei bis vier Wochen endet die Akutphase der Ehrlichiose und geht dann meist in ein subklinisches Krankheitsstadium über. Diese Phase der Ehrlichiose kann zwischen einigen Wochen und mehreren Jahren andauern und es treten meist nahezu keine Krankheitsanzeichen mehr auf. Vereinzelt könnte dein kranker Vierbeiner lediglich unter Appetitlosigkeit und einem leichten Gewichtsverlust leiden. In der dritten Phase wird die Krankheit chronisch. Charakteristisch für diese Stufe sind insbesondere:

– Müdigkeit

– Gewichtsverlust

– Ödeme in den Beinen

– erhöhte Blutungsneigung (Haut, Nase, Schleimhäute)

– Krämpfe

– Störungen des Zentralnervensystems

– Gelenkerkrankungen

 

Bei Ehrlichiose frühzeitig zum Tierarzt

Wenn die Behandlung bereits während der akuten Phase der Ehrlichiose beginnt, gibt es für den tierischen Patienten in der Regel eine gute Prognose. Solltest du also nach einem Zeckenbiss im gemeinsamen Urlaub bei deinem Vierbeiner verdächtige Symptome feststellen, ist ein Untersuchungstermin beim Tierarzt unbedingt erforderlich.

Bei der Behandlung wird der Tierarzt für einen Zeitraum von etwa drei bis vier Wochen ein Antibiotikum verordnen. Eine vollständige Eliminierung der Bakterien ist bisher jedoch leider nicht möglich, daher sind auch anschließend regelmäßige Tierarztbesuche, Bluttransfusionen und Infusionen unausweichlich.

Leider kann ich es nicht anders sagen: Das beste Mittel gegen die Ehrlichiose ist die Prävention zur Verhinderung einer Ansteckung, indem man Gebiete meidet, in denen die Krankheit verbreitet ist.

 

Dirofilariose: Heimtückische Herzwürmer

Unter den Mittelmeerkrankheiten beim Hund löst die Dirofilariose bei Hundebesitzern sicher die größten Ängste hervor. Neben Mittel- und Nordamerika ist diese Krankheit auch in Mittelmeerländern wie Griechenland, Portugal, Italien und im südlichen Frankreich weit verbreitet.

Dein Hund kann sich durch einen Mückenstich mit den Mikrofilarien (Larven) des Erregers Dirofilaria immitis infizieren. Nach dem Stich durchlaufen die Parasiten innerhalb von zwei Monaten in der Unterhaut des Hundes das letzte Larvenstadium und wandern über die Muskeln in die Blutgefäße. Nach einer weiteren Entwicklungsphase von etwa zwei bis drei Monaten siedeln sich die nun erwachsenen Herzwürmer (Makrofilarien) hauptsächlich in der herznahen Arterie an.

Bei der Dirofilariose kann es zu einem stärkeren Befall kommen, bei dem die 20 bis 30 cm langen und etwa 1 mm dicken Herzwürmer auch die rechte Herzhälfte sowie herznahe Abschnitte der Hohlvenen befallen. Rund sechs Monate nach der Infektion mit Dirofilariose beginnen die Wurmweibchen mit der Produktion neuer Larven (Mikrofilarien), die durch den Blutkreislauf auch in kleinere Blutgefäße gelangen und bis zu drei Jahre in der Blutbahn zirkulieren können.

 

Symptome der Dirofilariose erkennen

Nach der Infektion zeigt dein Hund leider zunächst keine Symptome. Erst nach etwa sechs Monaten wirst du die ersten Anzeichen für eine Infektion mit Dirofilariose feststellen können:

– verminderte Leistungsfähigkeit

– Appetitlosigkeit

– Gewichtsverlust

– schnelleres Ermüden

– Atemnot

– Husten

Atemnot und Husten stehen häufig in Zusammenhang mit einer gefürchteten Rechtsherzinsuffizienz. Als Folge kann es auch zu Leber- und Nierenversagen kommen und etwas später zu Lungenentzündungen, blutigem Husten, Gelbsucht und Thrombosen.

Eine frühzeitige Diagnose ist besonders wichtig, da eine unbehandelte Dirofilariose unweigerlich zum Tod des Hundes führt. Wenn du bei deinem Hund entsprechende Symptome feststellst und einen Befall mit Herzwürmern befürchtest, empfehle ich dir keine Sekunde zögern und den Tierarzt anzurufen. Dieser wird eine mikroskopische Untersuchung anordnen, bei der Kapillarblut des Hundes im Labor auf Mikrofilarien untersucht wird. Bei einem starken Befall des Herzens können die Herzwürmer auch im Ultraschall erkannt werden.

 

Kampf gegen die Herzwürmer

Die Art der Behandlung hängt maßgeblich vom Grad des Befalls ab. In erster Linie wir deinem Hund ein Antiparasitikum verabreicht, allerdings kann bei einem sehr starken Herzwurmbefall vorher ein operativer Eingriff notwendig sein. Dabei wird ein großer Teil der Herzwürmer entfernt und anschließend erhält dein armer Vierbeiner die wurmabtötenden Medikamente. Dieses Vorgehen ist bei einem starken Befall unbedingt erforderlich, da es ohne Operation zu einer Lungenembolie oder zu einem anaphylaktischen Schock durch die Vielzahl der absterbenden Würmer kommen kann.

Auch die Prognose für eine Heilung des kranken Tieres ist abhängig vom Grad der Erkrankung. Bei frühzeitiger Therapie sind die Heilungschancen durchaus gut, sie sinken jedoch mit steigendem Befall. Ein sehr starker Herzwurmbefall führt in aller Regel zum Tod des Hundes.

 

So schützt du deinen Hund gegen Dirofilariose

Wenn du trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Mückenstich bei deinem Hund feststellst, kann die Behandlung mit einem speziellen Spot-on-Präparat als vorsorgliche Maßnahme zur Abtötung der Dirofilariose-Larven in der Haut vorgenommen werden. Außerdem ist die prophylaktische Verabreichung von mikrofilariziden Medikamenten empfehlenswert. Am besten, du sprichst vor deiner Reise einmal mit deinem Arzt darüber.

Zum Reisegepäck deines Hundes sollten zum Schutz gegen Mittelmeerkrankheiten Hund in jedem Fall folgende Artikel gehören:

 

Mittelmeerkrankheiten umgehen: Vorsicht bei der Wahl des Urlaubsziels

Die beste Maßnahme gegen die Mittelmeerkrankheiten beim Hund ist die Vorbeugung. Wähle besser ein Urlaubsgebiet, in dem für deinen Hund lediglich eine geringe Gefahr für die Ansteckung mit Mittelmeerkrankheiten Hund besteht. Daher solltest du dich bereits im Vorfeld der Buchung genau über dein Traumurlaubsziel informieren.

Insbesondere die Vermeidung von Reisen in endemische Dirofilariose-Gebiete ist die beste Prophylaxe gegen Mittelmeerkrankheiten beim Hund. So verminderst du deutlich die Ansteckungsgefahr für deinen Vierbeiner und musst später nicht auf das Auftreten von möglichen Krankheitsanzeichen der Mittelmeerkrankheiten Hund achten.

 

 

Zitat für das Profil

Puh, jetzt ist mir selber etwas mulmig zumute. Dabei habe ich gar keinen Hund! (Und so schnell auch keinen Urlaub am Mittelmeer.) Aber keine Sorge: Jetzt, wo du dich etwas mit den verbreiteten Mittelmeerkrankheiten auskennst, fällt es dir vielleicht leichter, dein Urlaubsziel zu wählen. So oder so wünsche ich dir und deinem Hund eine gute Reise. Und: Gesundheit!

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