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Im Oktober ist es so weit: Dann beginnt in Bremen wieder die fünfte Jahreszeit! Während des Freimarktes wird in  der Hansestadt gefeiert, geschlemmt und gelacht. Denn es „Ischa Freimaak“, wie die Bremer das größte Volksfest im Norden nennen. Und Sie sind eingeladen ordentlich mitzufeiern und sich in einem der zahlreichen Fahrgeschäfte so richtig durchschütteln zu lassen. Wir haben für Sie viele spannende Informationen und hilfreiche Tipps rund um den Bremer Freimarkt zusammengestellt.

Der Freimarkt: 977 Jahre Tradition

Der Bremer Freimarkt zählt zu den ältesten Volksfesten Deutschlands. Der Grundstein wurde von Kaiser Konrad II gelegt, der dem Erzbischof am 16. Oktober 1035 die „Jahrmarktsgerechtigkeit“ zusprach. Damit konnte im Frühjahr und im Herbst ein Markt abgehalten werden, bei dem die Marktbeschränkungen aufgehoben wurden, die üblicherweise für Wochenmärkte zutrafen. Daher leitet sich bis heute sein Name ab, denn ursprünglich war er als „Freier Markt“ bekannt.

In den Anfängen wurden allerdings keine spektakulären Fahrgeschäfte angeboten, sondern ausschließlich Waren verkauft. Erst im 15. Jahrhundert öffnete sich der Freimarkt auch für Vergnügungsstände. Damals beschränkte sich das Vergnügungsangebot jedoch auf Gaukler und Wahrsager sowie Reisende, die von fernen Ländern berichteten. Erst 1818 wurde die erste Schaukel auf dem Freimarkt aufgestellt, der erste „Hau den Lukas“ folgte dann im Jahr 1857. Der am ganzen Körper behaarte Löwenmensch Lionel war sogar noch bis 1938 eine Attraktion des Bremer Freimarkts.

Ein Markt – zwei Standorte

In den vergangenen Jahrhunderten wechselten die Standorte des Freimarkts häufiger. Von 1803 bis 1830 fand er auf der Weserhalbinsel Herrlichkeit statt, ab dem Jahre 1830 in den Bremer Wallanlagen und ab 1862 dann im Rembertiviertel. Heute ist der Freimarkt auf zwei Standorte aufgeteilt. Der Hauptfreimarkt findet auf der Bürgerweide hinter dem Bahnhof statt und ein kleiner Freimarkt auf dem Bremer Marktplatz.

Kleine Ausläufer ziehen sich über den Liebfrauenkirchhof sowie in angrenzende Verbindungswege, wie den Schoppensteel. Der kleine Freimarkt ist sehr viel ruhiger und nostalgischer als der große Freimarkt auf der Bürgerweide. Zu seinen Hauptattraktionen gehört ein Mittelaltermarkt, der sich zwischen der Liebfrauenkirche und dem Rathaus befindet.

Die Fakten der fünften Jahreszeit

Die Fahrgeschäfte nehmen Schwung auf, sobald Mitglieder der Schornsteinfegerinnung dem Roland ein Papp-Lebkuchenherz mit der Aufschrift: „Ischa Freimaak“ um den Hals gehängt haben. Doch damit ist der Auftakt des zwei Wochen und zwei Tage andauernden Freimarkts noch nicht abgeschlossen. Denn um 18:00 Uhr erfolgt ein Fassstich durch den Bremer Innensenator auf dem großen Freimarkt. Dieses Spektakel findet im Bayernzelt auf der Bürgerweide statt. Mit einem großen Höhenfeuerwerk wird am Abend die Eröffnung des ersten Freimarkttages abgeschlossen.

Karussel auf dem kleinen Freimarkt in Bremen

Der kleine Freimarkt auf dem Bremer Marktplatz © Volt2011 / flickr.com

Zwei Wochen lang haben Sie täglich zwischen 13:00 und 23:00 Uhr sowie am Freitag und Samstag zwischen 13:00 und 24:00 Uhr die Möglichkeit, am drittgrößten Rummel Deutschlands teilzunehmen. Auf einer Fläche von 100.000 m² sind mindestens 350 Schausteller verteilt.

Der Freimarktumzug: Ein buntes Spektakel

Seit 1967 findet am zweiten Freimarktsamstag ein großer Freimarktumzug statt. Etwa 150 bunte Gruppen und Spielmannszüge vereinen sich, um es in Bremen ordentlich krachen zu lassen. Von großen, fantasievoll gestalteten Festwagen werden Kamelle und Schokoladentäfelchen in die Menge geworfen, die im vergangenen Jahr aus über 200.000 Menschen bestand.

Ab geht die Post: Rasante Fahrgeschäfte

Auf dem Freimarkt in Bremen gibt es unendlich viele altbekannte und neue Fahrgeschäfte. Aus manchen kommen die Menschen heraus getorkelt, aus anderen steigen die Leute mit einem strahlenden Lächeln aus. Damit Sie wissen was Sie auf dem diesjährigen Freimarkt erwartet, haben wir für Sie eine kurze und knappe Übersicht zusammengestellt.

Neuheit: Der Spinning Racer

Freimarktsbesucher dürfen sich auch regelmäßig über wilde Neuheiten freuen. Der Spinning Racer wirbelt bis zu vier Personen pro Gondel hin und her. Ähnlich wie in der Wilden Maus geht’s auch im Spinning Racer auf und ab, doch dreht sich dabei noch jede einzelne Gondel um sich selbst. Mit einer Geschwindigkeit bis zu 60 km/h und engen Kurven ist Bauchkribbeln garantiert. Und das obwohl es in diesem wilden Gefährt noch nicht mal über Kopf geht.

Sportlich: Der Olympia – Looping

Olympia Looping auf dem Freimarkt

Nichts für schwache Nerven: Der Fünffachlooping © fihu / flickr.com

Hier geht’s zur Sache, denn gleich fünf Loopings am Stück erwarten Sie. Mit einer Turbogeschwindigkeit von 100 km/h haben in diesem Gefährt etwa 20 bis 28 Personen Platz, abhängig vom Gesamtgewicht. Es ist die größte Fünferloopingbahn der Welt, die übrigens auch schon Prominenz wie Paris Hilton über Kopf gebracht hat.

Legendär: Der Break Dancer

Break Dancer Fahrgeschäft

Ein Stammgast auf dem Freimarkt: Der Break Dancer © Volt2011 / flickr.com

Seit 27 Jahren ist er auf jedem Freimarkt dabei. Damals schüttelte der Break Dancer seine Fahrgäste noch unter dem Namen „Projekt 17“ durch. Heute gibt es schon den Break Dancer No. 2 und obwohl er aus den 80ern ist, erfreut er sich auch heute noch absoluter Beliebtheit bei Jung und Alt. Eine Besonderheit dieses turbulenten Fahrgeschäfts ist, dass der Fahrgast durch Verlagerung seines Gewichts selbst Einfluss auf das Fahrvergnügen nimmt. Dafür gibt es sogar einen Begriff: „sporten“. Der Break Dancer dreht sich im Kreis, wobei die Gondeln an Drehkreuzen angebracht sind, die sich zusätzlich drehen. Die einzelnen Gondeln drehen sich ebenfalls um die einzelne Achse, wobei sie sowohl nach rechts als auch nach links schwingen können und sich so vom Fahrer beeinflussen lassen.

Seit 155 Jahren ein „Must have“: Hau den Lukas

Der Hau den Lukas ist in den letzten 155 Jahren zum festen Bestandteil des Freimarktes geworden. Dieses Vergnügungsgerät fand schon in vielen Zeichentrickfilmen, unter anderem in der Geschichte von Popeye, Platz. Starke Männer und auch starke Frauen versuchen jedes Jahr aufs Neue Ihr Glück, die Tröte am Gipfel des Lukas zum Tuten zu bringen.

Eine neue Tradition: Miss Freimarkt

Eine Miss Freimarkt gibt es ebenfalls. Zu den Anforderungen der Miss gehört es, viel essen zu können, fahrgeschäftstauglich zu sein und vor allem gute Laune zu verbreiten. Außerdem sollten die Auserwählten volljährig und ledig sein. Die Aufgabe der Miss Freimarkt ist es, den Freimarkt nach außen zu repräsentieren. Sie wird nicht nur von einem Fahrgeschäft ans nächste weitergereicht, sondern auch auf den zahleichenen Veranstaltungen rund um den Freimarkt anwesend sein und führt auch den Freimarktumzug an.

Party, Party: Die Festzelte auf dem Freimarkt

Das Bayernzelt auf dem Bremer Freimarkt

Oktoberfest-Flair auf dem Freimarkt: Das Bayernzelt © fihu / flickr.com

Wer sich nicht nur an den Fressbuden und Fahrgeschäften tummeln will, der kann in der Almhütte, im Hansezelt oder im Riverboat ordentlich feiern. Für ein wenig Oktoberfest-Flair sorgt das Bayernzelt, das stets gut besucht ist und zünftigen Spaß garantiert. Die Zelte unterliegen allerdings der Sperrstunde genau wie auch die Fahrgeschäfte auf dem Gelände. Um spätestens 24:00 Uhr ist hier Zapfenstreich. Wer noch weiter feiern will, kann für 5 Euro in der Halle 7 die Nacht zum Tag machen und feiern, bis zum Morgengrauen. Täglich ab 18 Uhr wartet ein buntes Programm auf Sie, sonntags sogar schon ab 11 Uhr. Namenhafte DJ´s legen bekannte Hits auf den Plattenteller, angesagte Bands rocken, was das Zeug hält.

Unser Tipp: Falls Sie mit einer größeren Gruppe einen netten Partyabend in einem der Zelte verbringen möchten, empfehlen wir vorab eine Reservierung.

Zur fünften Jahreszeit nach Bremen: Unterkünfte

Ferienunterkunft 44893 in Bremen

In Bremen gibt es eine Vielzahl an Ferienwohnungen © Traum-Ferienwohnungen

Als das größte Volksfest des Nordens ist der Bremer Freimarkt sehr beliebt und die Unterkünfte in Bremen und umzu – wie der Bremer seine Umgebung nennt – sind knapp und teuer. Wer Glück hat, ergattert noch ein Restplätzchen oder schaut sich nach Alternativen um. Zur Freimarktzeit sind auch Ferienhäuser oder Ferienwohnungen in Bremen und der näheren Umgebung sehr beliebt. Diese bieten nicht nur den Vorteil, dass sie im Vergleich zu einem Aufenthalt im Hotel wesentlich günstiger sind, sondern Sie können Ihren Tage auch viel individueller gestalten und Ihr Frühstück nach einer durchzechten Nacht in Halle 7 am späten Nachmittag zu sich nehmen.

Ferienwohnungen in Bremen von Traum-Ferienwohnungen

Bei einem Besuch in der norddeutschen Hansestadt sollte Sie sich unbedingt die schönsten Sehenswürdigkeiten in Bremen anschauen.

Vielleicht haben Sie ja jetzt auch Lust auf einen Freimarktsbummel mit Schmalzkuchen, Zuckerwatte und Co. bekommen. Wir von Traum-Ferienwohnungen freuen uns darauf, Sie zu unserer fünften Jahreszeit in Bremen begrüßen zu können. Unser Tipp zum Schluss: Nehmen Sie am besten regenfeste Kleidung und wasserfeste Schuhe oder gar Gummistiefel mit. Denn das Wetter in Bremen ist zurzeit schlechter als sein Ruf, was einen richtigen Bremer aber noch längst nicht vom Feiern abhält. Wir wünschen viel Spaß!

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Kommentare

Heinz Dezember 10, 2012 um 10:25 am

Wir waren dieses Jahr auf dem Bremer Freimarkt und es hat uns gut gefallen. Und das Wetter war gar nicht so schlecht. Nächstes Jahr wollen wir wieder kommen. Gruß aus Bayern, Heinz Keldo

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