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Who let the dogs out: Einreisebestimmungen für Hunde

Reisen ist so einfach geworden! Vor allem in Europa. Perso eingesteckt, Koffer gepackt, los geht’s! Kennst du ja. Und wenn man nicht gerade in die USA oder nach Nordkorea einreisen will, hält sich auch im außereuropäischen Ausland der Aufwand in Grenzen.

Es sei denn, man hat einen Hund. Dann ist alles ganz anders.

Wer mit seinem Hund in den Urlaub fahren will, muss oft nicht nur Koffer und Vierbeiner mitschleppen – sondern auch einen halben Aktenordner. Okay – das ist jetzt vielleicht etwas übertrieben. Aber es gibt doch eine ganze Menge zu beachten, wie ich jetzt festgestellt habe.

Mich hat neulich ein Kumpel angehauen und gefragt, ob ich ihm bei dem Thema Einreisebestimmungen helfen könnte. Er wollte mit Chef in den Urlaub reisen. Nein nein, nicht mit seinem Boss (um Himmels Willen!), sondern mit seinem Hund Sam. Den nennt er allerdings meist „Chef“, weil der Pitbull derjenige ist, der bei ihm zu Hause den Ton angibt.

Mein Kumpel wollte also mit seinem Chef in den Urlaub, relativ kurzfristig, auch in die Nähe, nach Dänemark. Und spätestens da gingen bei mir die Sirenen an. Nicht, weil ich Dänemark nicht mag, im Gegenteil: Ich liebe die Ferienwohnungen dort direkt in den Dünen. Sondern, weil ich mal gehört hatte, dass bestimmte Hunderassen gar nicht einreisen dürfen. Und wenn sie doch irgendwo gesichtet werden, darf die Polizei sie fangen und einschläfern lassen.

Also habe ich angefangen zu recherchieren, ob das stimmt. Und dann festgestellt: Bullshit! Ja, es gab mal strengere Gesetze – aber nach allem, was ich in Erfahrung bringen konnte, wurde noch nie ein Touristen-Hund in Dänemark eingeschläfert.

Mein Kumpel konnte aber trotzdem nicht mit Hund nach Dänemark, denn: Pitbull-Terrier dürfen nicht ins Land. Also haben wir gemeinsam versucht, ein alternatives Urlaubsziel auftun.

Long story short: Ich weiß jetzt alles über Einreisebestimmungen in fast alle Länder. Und damit du dir die Arbeit sparen kannst, für die mir mein Kumpel einen Kasten Bier versprochen hat, habe ich es dir hier aufgeschrieben.

Vorab: Spontan mit der Fellnase in die Ferne ist nicht. Schon alleine wegen der vielen Vorbereitungen, vor allem aber wegen der Einreisebestimmungen. Falls du es gerade eilig hast: Hier gelangst du mit einem Klick direkt zu den Einreisebestimmungen des Landes, in das du reisen willst und allen wichtigen Infos zu verbreiteten Krankheiten vor Ort. Sollte dein Traumziel nicht dabei sein, erkundige dich am besten einfach kurz auf der Website der jeweiligen Landesbotschaft oder beim Auswärtigen Amt.

  • Belgien
  • Deutschland
  • Dänemark
  • Frankreich
  • Großbritannien und Nordirland
  • Italien
  • Kroatien
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Österreich
  • Schweden
  • Schweiz
  • Spanien
  • Tschechische Republik
  • USA

 

Einreise mit Hund: Das musst du grundsätzlich wissen

Genug der persönlichen Anekdoten, kommen wir zum Wesentlichen: die Einreisebestimmungen für Hunde (die im Übrigen in den meisten Fällen fast identisch mit denen für Katzen und – erstaunlicherweise – Frettchen sind). Da gibt es zwischen den einzelnen Ländern teilweise große Unterschiede, und als Hundebesitzer solltest du dich auf jeden Fall lange vor deiner Abreise schon einmal mit den Gesetzen deines Zielorts vertraut machen. (Es sei denn, du hast einen Kasten Bier und einen Freund, der die Arbeit macht.)

Aber keine Angst: Wenn du dich gut vorbereitest, sollte alles glatt gehen. Damit du weißt, was zu beachten ist, haben wir dir einmal ein paar ganz konkrete Tipps zusammengefasst.

 

  • Die Botschaft zählt! Beziehungsweise das, was sie sagt. Heißt: Bevor du mit deinem Hund auf Reisen gehen willst, empfehle ich dir, kurz auf der Website der Botschaft des Landes vorbeizuschauen, in dem du mit deinem Vierbeiner Urlaub machen willst. Meist findest du dort alle wichtigen Infos zur Einreise oder eine Telefonnummer, bei der du deine Fragen los wirst.

 

  • Hund ist nicht gleich Hund! Denn viele Länder verweigern bestimmten Hunderassen die Einreise. In Dänemark zum Beispiel sind 13 Rassen verboten, in Frankreich sind es immerhin fünf und weitere, die nur unter bestimmten Bedingungen einreisen dürfen. So viel vorab: Wenn du einen Kampfhund hast, ist deine Reiseland-Auswahl leider ziiiieeemlich eingeschränkt.

 

  • Welpen müssen zu Hause bleiben! Ist dein Hund unter 15 Wochen alt, solltest du ihm die Reise lieber noch nicht zumuten. Und ganz abgesehen davon, dass für den Kleinen der Urlaub mehr Anstrengung als Entspannung bedeuten würde, ist das Reisen mit so jungen Welpen auch nicht erlaubt. Der Grund: die Tollwutimpfung. Die darf frühestens im Alter von 12 Wochen durchgeführt werden – und anschließend dauert es 21 Tage, bis sich der Schutz ausgebildet hat.

 

Nun hat mein Kumpel gesagt: Egal, Chef und ich machen das! Fällt doch gar nicht auf. Tatsächlich ist es zum Beispiel im Auto möglich, den Vierbeiner relativ unbemerkt in andere europäische Länder überzusetzen. Allerdings heißt das dann nicht mehr „in den Urlaub fahren“. Sondern „schmuggeln“. Und das ist strafbar.

Was das bedeutet? Mächtig viel Stress. Kannst du auch Schauspieler Jonny Depp und Model Amber Heard fragen. Die haben das nämlich gerade hinter sich – und was da passiert ist, hat was von Hollywood!

 

Worst-Practice: Wie Amber Heard zur Tierschmugglerin wurde

Okay, zugegeben: Diese Geschichte klingt jetzt fast so surreal wie der letzte Jack-Sparrow-Film. Und sie ist auch ähnlich bescheuert. 2015 wollte Amber Heard ihren Mann Jonny Depp bei den Dreharbeiten zu Fluch der Karibik 5 besuchen. Urlaub, am Set in Australien. Klar, dass die beiden Yorkshire-Terrier Pistol und Boo nicht fehlen durften! Also nahm Heard sie kurzerhand im Privatjet mit. Das wäre auch soweit niemandem aufgefallen, hätte Jonny – dieser Depp! – die Hunde nicht zum Hundefrisör um die Ecke gebracht.

Paparazzi hatten die Szene fotografiert, und kurz darauf meldeten sich die australischen Behörden und warfen Heard vor, eine Tierschmugglerin zu sein. Eine Tierschmugglerin! Und warum? Weil sie die Hunde nicht beim Zoll angemeldet hat und sie dadurch nicht, wie vorgeschrieben, zehn Tage in Quarantäne verbracht haben. Und darauf stehen in Australien schlimmstenfalls 10.000 Dollar Strafgebühr und ein Jahr Gefängnis an. Für Heard. Die Hunde Pistol und Boo wollte die Behörde direkt einschläfern lassen.

Nun hat Amber Heard Glück, dass sie ein Star ist, denn sie schnappte sich ihre beiden Hunde, setzte sich in den Privatjet und flog schnellstmöglich zurück in die USA, von wo aus sie sich einen erbitterten Streit mit den australischen Behörden lieferte (amerikanische Medien nannten es den „Terrier-Krieg“).

Das Happy End: Amber Heard tat so, als hätte sie die Unterlagen lediglich aus Versehen falsch ausgefüllt. Und die australischen Behörden taten so, als würden sie das glauben, verurteilten sie für die Urkundenfälschung und verurteilten sie zu einer Strafe von 700 Dollar auf Bewährung. Heard muss jetzt also aufpassen, dass sie sich in Australien nichts mehr zu Schulden kommen lässt. Was nicht allzu schwer sein dürfte, weil sie sich anschließend schwor, Down-Under nie (nie, nie!) wieder zu besuchen.

 

Einreisen mit Hund: So klappt’s innerhalb der EU

Bereits Loriot hat gesagt: „Sie müssen sich schon ein bisschen an die Regeln halten.“ Ich halte es da aber eher mit Marc Terenzi, seines Zeichens Ex von Sarah Connor und Dschungelkönig 2017: „Dies are the Regels. We must them halten.“ Klingt irgendwie internationaler, und um länderübergreifendes Reisen geht es in diesem Text ja.

Das ist gar nicht so problematisch, wenn man sich innerhalb der EU bewegt. Es sei denn, man hat pro Person mehr als fünf Hunde, Katzen (oder eben Frettchen) im Gepäck. Das ist nämlich grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme gilt, wenn man mit den Tieren an einem Wettbewerb teilnehmen möchte. Dann benötigt man einen entsprechenden schriftlichen Nachweis.

Ansonsten gelten folgende einfache Regels – sorry, Regeln:

 

  1. Durch- und einreisen ist nur mit einem Europäischen Heimtierausweis möglich. Das kleine blaue Büchlein ist quasi der Reisepass für deinen tierischen Travel-Buddy. Es wird vom Tierarzt gegen eine geringe Gebühr ausgestellt und enthält alle wichtigen Infos zu deinem Hund – und zwar auf Deutsch und Englisch: Geburtsdatum, Geschlecht, Rasse und Farbe. Impfdaten sowie die Implantationsstelle des Chips im Körper des Hundes sind ebenfalls vermerkt. Auch dein Name samt Adresse ist darin festgehalten, sodass bei Kontrollen jederzeit festgestellt werden kann, zu wem das Tier gehö

 

  1. Dein Hund muss gechippt oder tätowiert sein. Dein Vierbeiner muss dir eindeutig zugeordnet werden können. Deswegen darfst du mit deinem Hund nur ausreisen, wenn dieser einen Chip implantiert bekommen hat. Der Mikrochip führt beim Auslesen direkt in ein Register, in dem deine Daten gespeichert sind. Sollte dir dein Hund im Urlaub einmal entwischen, können die Finder ihn zum Tierarzt bringen, und er kann feststellen, wohin der Hund zurückgebracht werden soll. Wichtig: Bei älteren Tieren, bei denen die Identifikationsnummer tätowiert wurde, unbedingt checken, ob sie noch lesbar ist! Die Nummer wird dann übrigens auch im EU-Heimtierpass eingetragen.

 

  1. Tollwutimpfung ist ein Muss. Deutschland gilt zum Glück seit 2008 als tollwutfrei – deswegen benötigst du nicht zwangsläufig einen Impfschutz. Ich empfehle dir aber auch bei Heimaturlaub, deinen Hund impfen zu lassen, denn: Bei begründetem Verdacht auf die Krankheit müssen ungeimpfte Tiere laut Gesetz eingeschläfert werden. Wenn es um die Reise ins Ausland geht, kommst du so oder so nicht drum herum: Dein Tier muss auf jeden Fall geimpft sein, ansonsten darfst du mit ihm nicht aus- beziehungsweise einreisen. In Irland, Malta, Finnland und Großbritannien gelten darüber hinaus verschärfte Regeln für die Impfung gegen Bandwürmer und andere Krankheiten. Welche antiparasitären Behandlungen du vorab bei deinem Tierarzt durchführen lassen musst, erfährst du auf der jeweiligen Botschafts-Website.

 

Alle aktuellen Infos zum Reisen mit Hund innerhalb der EU zum Herunterladen, Ausdrucken und Mitnehmen findest du direkt hier auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

 

Länder, die keine Hunderassen verbieten

Ja, es gibt sie noch: Länder, in denen wirklich jede Hunderasse willkommen ist. Wir haben sie für dich rausgesucht – so kannst du auf einen Blick sehen, wo du dir dein nächstes Traumziel suchen solltest:

  • Belgien
  • Italien
  • Niederlande
  • Schweden
  • Tschechische Republik
  • USA

Auf Nummer sicher gehst du, wenn du während deiner Reiseplanung trotzdem nochmal beim Zoll oder der Botschaft anrufst und fragst, ob du deinen Hund im jeweiligen Urlaubsland anmelden musst.

 

Rückreise mit Hund: So kommst du ohne Probleme nach Hause

Who let the dogs out? Nun: Raus kommt man mit Hund meist schon irgendwie. Aber wieder rein, das ist schon etwas komplizierter. Vor allem, wenn es um die Rückreise aus dem außereuropäischen Ausland geht.

Aber keine Sorge: Bislang hatte noch niemand, den ich kenne, ernsthafte Probleme bei der Wiedereinreise. Was du aber auf jeden Fall wissen solltest: Anders, als beim Urlaub innerhalb der EU, werden bei Wiedereinreise aus einem Nicht-EU-Staat alle Tiere grundsätzlich überprüft. Das heißt für dich: Du musst deinen Hund vorab beim Zoll anmelden und bei der Reise alle wichtigen Dokumente griffbereit haben.

Im Einzelnen sind das:

  • Nachweis für Tätowierung/Microchip
  • Tiergesundheitsbescheinigung mit gültigem Impfschutz gegen Tollwut
  • schriftliche Erklärung, dass das Tier zu dir gehört und du es nicht weiterverkaufen oder einem neuen Besitzer überbringen willst

Gelistete Drittländer, aus denen du unter denselben Bedingungen wie innerhalb der EU zurückreisen kannst, sind derzeit folgende:

  • Andorra
  • Färöer
  • Gibraltar
  • Grönland
  • Island
  • Liechtenstein
  • Monaco
  • Norwegen
  • San Marino
  • Schweiz
  • Vatikanstadt

Reist du in ein Land, das von der EU als sogenanntes nicht-gelistetes Drittland eingestuft wird, gibt es eine weitere Besonderheit: Dein Hund muss vor dem Aufbruch in den Urlaub, also noch in Deutschland, einen Bluttest mitmachen. Der Doc prüft dabei, ob dein Vierbeiner genügend Antikörper im Blut hat, die gegen Tollwut schützen, und stellt dir anschließend dafür eine Bescheinigung aus, die du unbedingt mit auf Reisen nehmen solltest. Welche Länder zu den nicht-gelisteten gehören, siehst du hier.

Außerdem darf die Rückreise aus einem nicht-gelisteten EU-Land nur über bestimmte Flughäfen erfolgen. Welcher bei dir in der Nähe ist, kannst du hier nachlesen.

Welche konkreten Einreisebestimmungen für Hunde es in den Ländern gibt, in denen du für dich und deinen Vierbeiner eine gemütliche Traum-Ferienwohnung mieten kannst, erfährst du jetzt!

Einreisen mit Hund: Diese Bestimmungen gelten in deinem Urlaubsland

Andere Länder, andere Sitten. Und Sitten heißt in diesem Fall: Gesetze! Um mit denen nicht in Konflikt zu kommen, findest du hier für 15 Länder die Einreisebestimmungen zum Durchklicken. Außerdem erfährst du, welche Krankheiten am Zielort verbreitet sind, sodass du deinen Hund vorab in Absprache mit deinem Tierarzt davor schützen kannst.

Ich wünsche dir und deinem Hund eine gute (Ein-)Reise! Und keine Sorge: Selbst mein Kumpel hat es mit seinem Chef geschafft. Dann sollte es für dich und deinen Hund kein Problem sein.

Hier kannst du dich direkt zu deinem Traumziel durchklicken:

 

Haftungsausschluss

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung kann durch traum-ferienwohnungen.de  nicht übernommen werden. Einreisebestimmungen (vor allem für bestimmte Hunderassen) können sich kurzfristig ändern. Halter einer als ‚potentiell gefährlich‘ eingestuften Hunderasse empfehlen wir bei der Reiseplanung immer, noch einmal die aktuellen Einreiseinformationen der Botschaft Ihres Urlaubslandes zu kontrollieren. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung.

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