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Filme und Serien wecken Emotionen, rufen Wünsche hervor, schaffen Idole und Helden und lassen uns für kurze Zeit den Alltag vergessen. Doch wo befinden sich eigentlich die uns schon vertrauten Schauplätze? Sehen die Drehorte im Original so aus wie im Film oder der Serie? Ist der Saloon aus dem Western wirklich so düster und staubig, wie auf der Leinwand? Und sind eigentlich alle berühmten Orte dort, wo sie zu sein vorgeben? Wir stellen 6 europäische Drehorte bekannter Filme und Serien näher vor und zeigen auch, wo beim Drehort und Schauplatz gemogelt wurde.

Drehort Kroatien: Im Land von Winnetou und Old Shatterhand

Wasserfall an den Plitvicer Seen

Die Plitvicer Seen – berühmte Filmkulisse der Winnetou-Filme © androm31 / pixelio.de

Der Wilde Westen beginnt für uns Europäer bereits in Kroatien. Denn die zwischen 1962 und 1968 gedrehten Winnetou – Filme spielten unter anderem im Nationalpark Plitvicer Seen in Mittelkroatien. Für die beiden Hauptdarsteller, Pierre Brice und Lex Barker alias Winnetou und Old Shatterhand, wurde der sich im Nationalpark befindende Kaluđerovac-See in den Silbersee umbenannt. Die Kulisse eignet sich jedoch nicht nur für romantische Westernabenteuer, sondern auch für ausgedehnte Wanderungen. Die Plitvicer Seen gehören zu den Pionieren der UNESCO-Naturdenkmäler. 1979 wurden sie als eines der ersten auf die Liste der Weltnaturerben gesetzt. Die Seen liegen kurz vor der Grenze zu Bosnien-Herzegowina und etwa 100 Kilometer von der Kvarner Bucht entfernt. Wer seinen Urlaub zwischen Rijeka und Zadar verbringt, sollte auf jeden Fall einen Ausflug zu den Plitvicer Seen unternehmen, egal ob Winnetoufan oder Naturliebhaber.

Drehort Tabernas-Wüste: Europas Mini-Hollywood

Tabernas Wüste Mini Hollywood Westernstadt

Westerndorf Tabernas-Wüste © Gabriel Vilenna Fernández / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0

Noch mehr Western gibt es in der Tabernas-Wüste, etwa 30 km vom spanischen Almería und dem Mittelmeer entfernt. Größen wie Steven Spielberg oder Sean Connery haben Europas einzige Wüste als Kulisse für amerikanische Spielfilme genutzt. Hier wurden Streifen wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“, „Die Daltons gegen Lucky Luke“ oder „Der Schuh des Manitu“ gedreht. Auch der Kult-Western „Spiel mir das Lied vom Tod“ wurde im europäischen Mini-Hollywood produziert. Der Torbogen, an dem sich die entschiedene Filmszene zugetragen hatte, ist am Drehort bis heute erhalten geblieben.

Von ehemals 14 Westerndörfern, die als Filmkulisse dienten, stehen heute nur noch drei. Während Oasys und Western Leonue inzwischen ausschließlich touristisch genutzt werden, wird in Fort Bravo immer noch „Action!“ gerufen. Wer die genauen Anfahrtswege zu den einzelnen Drehorten haben möchte, findet beim regionalen Fremdenverkehrsamt einen Reiseführer, der Sie zu den Kulissen führt.

Fort Bravo in Spanien ist die Kulisse amerikanischer Western

Fort Bravo in Spanien ist die Kulisse amerikanischer Western © boscani@ / flickr.com/boscania/

Im europäischen Mini-Hollywood führt Jesus López, einer der bekanntesten Stuntmans, regelmäßig Action-Shows zusammen mit seinen Kollegen vor. In der Kulissenlandschaft von Fort Bravo kann man sich gut und gerne einen ganzen Tag lang aufhalten. Wer dann noch nicht genug hat vom wilden, europäischen Westen sollte sich Zeit nehmen, durch die Tabernas-Wüste zu touren. Die 1989 als Naturschutzgebiet erklärte Wüste ist jedoch nicht nur von karger Trockenheit geprägt. Ein Teil der Taberna-Wüste gehört zur Sierra Alhamilla. Diese hat eine üppige Vegetation und ist die Heimat zahlreicher Tiere.

Wer nach der Tour durch die Wüste eine Erfrischung braucht, kann sich diese während eines Urlaubs an der Costa de Almería holen. Entweder bei einem eisgekühlten Drink oder im Mittelmeer selbst. In der Nähe der schönen Hafenstadt liegen ein paar sehr malerische Sandstrände. Wer einfach mal abschalten will – ob Fernseher oder Alltag – ist hier genau richtig.

Drehort Köln: München in Nordrhein-Westfalen

Blick auf die Stadt Köln mit dem Kölner Dom

Die Lindenstrasse spielt in München, Drehort ist jedoch Köln © Meckisteam / pixelio.de

Die wohl bekannteste deutsche Vorabendserie ist die Lindenstraße. Gedreht wird „die Mutter aller Seifenopern“ jedoch seit 27 Jahren nicht etwa in München, wo sie spielt, sondern in Köln-Bocklemünd. Dort liegen die Studios des WDR und bieten für Interessierte kostenlose Führungen an. Übrigens bieten diese nicht nur die Besichtigung des Lindenstraßen-Kulisse an, sondern ebenfalls die Gelegenheit, sich die Produktionsstudios für Radio- oder TV-Sendungen des WDR anzusehen. Wichtig ist allerdings, dass Sie sich auf der Internetseite des WDR vorher anmelden, denn die Nachfrage ist groß.

Neben der Führung über das WDR-Gelände sollten Sie sich die Kölner Innenstadt auf keinen Fall entgehen lassen. Köln ist eine faszinierende und lebendige Stadt, in der sich die Kulturen mischen. Obwohl durch den 2. Weltkrieg in Köln vieles zerstört wurde, finden sich in der Stadt noch einige historische Sehenswürdigkeiten, wie natürlich das Wahrzeichen Kölns, der Kölner Dom. Der ist übrigens das größte gotische Gotteshaus Nordeuropas.

Köln ist bekannt für die offene, herzliche Mentalität, die sich besonders in der Kölner Nachtszene widerspiegelt. Wer nach Führungen und Sightseeingtouren noch Lust hat zu feiern, ist in dieser Stadt genau richtig. Ob in der Altstadt, im Friesenviertel in der Nähe des Friesenplatzes oder im belgischen Viertel – getanzt und gelacht wird überall. Denn Köln ist nicht nur während des Karnevals für’s Feiern zu haben.

Drehort London: Fantasy und Liebe

Die Liebeskomödie „Notting Hill“ mit Hugh Grant und Julia Roberts wurde zur Abwechslung tatsächlich im Londoner Stadtteil Notting Hill gedreht – obwohl auch hier kleine Änderungen vorgenommen wurden. So verwandelte sich der Antiquitätenladen „Nicholls Antique Arcade“ etwa in die „Travel Book Company“. Doch das Flair des Bezirks bleibt vom Fernseher bis ins Wohnzimmer erhalten.

Der berühmte Buchladen in Noting Hill

Der berühmte Buchladen in Noting Hill © Gabi Eder / pixelio.de

Die Londoner Straßen dienten allerdings nicht nur dem Film „Notting Hill“ als Kulisse, sondern auch den Harry-Potter-Filmen. Zum Beispiel wurde an der King’s Cross Station das Gleis 9¾ gefilmt. Ein entsprechendes Schild und ein Richtung Gleis 9¾ verschwindender Kofferrolli erinnern an die Dreharbeiten. Wem London nicht reicht, der kann seine Englandreise zu den verschiedenen Orten in England fortsetzen, die ebenfalls als Filmkulisse der Harry-Potter-Filme dienten.

London King’s Cross als Filmkulisse für Harry Potter

King’s Cross © jack_pickard / flickr.com/thepickards/ CC BY-ND 2.0

Der erfolgreiche Film „28 Days later“ spielt zu großen Teilen ebenfalls in London. In dem Horrorfilm aus dem Jahre 2002 hat ein Wut-Virus den größten Teil der Bevölkerung ausgelöscht und in Zombies verwandelt, welche die restlichen Überlebenden jagen. Schauplätze für den Horrorschocker waren die Isle of Dogs, Canary Wharf sowie die U-Bahn Stationen Charring Cross und Aldwych. Auch im Hydepark und im Greenwich-Fußgängertunnel kann man einen Hauch Endzeitstimmung erleben.

Canary Wharf im Nebel: Filmschauplatz in London

Canary Wharf im Nebel: Filmschauplatz in London © Marco Schlüter / pixelio.de

Doch London ist nicht ohne Grund oft als Filmkulisse genutzt worden. Auf einer Reise nach Großbritannien sollten Sie sich ein paar Tage Zeit für die Hauptstadt nehmen, denn es gibt nicht nur Big Ben und das London Eye zu bewundern. Ein Geheimtipp ist zum Beispiel der Primrose Hill im Regent’s Park mit der grandiosen Aussicht über London.

Drehort Potsdam-Babelsberg: Spaß für die ganze Familie

Bauwagen von Peter Lustig in Löwenzahn

Der Bauwagen von Peter Lustig aus der Serie „Löwenzahn“ © Sabine Geißler / pixelio.de

Der Filmpark Babelsberg in Potsdam ist eine Mischung aus Vergnügungspark und Filmset. Die U-Boot-Kulisse „Boomer“ aus dem Film „Hostile Waters“ wird hier nicht einfach nur besichtigt. Nein, wenn Sie das U-Boot betreten, machen Sie eine simulierte Reise in die tiefsten Tiefen des Meeres. Wer über der Wasseroberfläche bleiben möchte, kann den Originalbauwagen aus der Sendereihe „Löwenzahn“ von Peter Lustig bewundern. Er wurde 2007 in den Babelsberger Filmpark überführt und steht Besucherinnen und Besuchern heute offen.

Stunt Show Filmpark Babelsberg

Stunt Show Filmpark Babelsberg © Matthias Schack / flickr.com/matthiasschack / CC BY-ND 2.0

Besonders sehenswert sind auch die Stunt-Shows im Amphitheater Babelsberg. 2500 Menschen können jeden Tag um 14.30 Uhr eine atemberaubende Show erleben und erfahren so, wie brenzlig es manchmal hinter den Kulissen eines favorisierten Actionstreifens zugeht.

Für Fans der Serie „Gute Zeiten – Schlechte Zeiten“ ist der Höhepunkt sicherlich die Außenkulisse der erfolgreichen, deutschen TV-Serie. Da hier noch regelmäßig gedreht wird, ist diese nicht an allen Tagen gleichermaßen zugänglich. Wenn die GSZS-Schauspielerinnen und -Schauspieler jedoch nicht gerade vor der Kamera stehen, finden hier sogar Autogrammstunden statt.

Ein Besuch in Potsdam ist nicht nur wegen des Filmparks lohnenswert, auch die Stadt, als solche ist verführerisch schön. Schloss- und Parkanlagen bestimmen das Stadtbild und erinnern an die Zeit als Potsdam noch die Residenzstadt Preußens war. Heute gehören die Bau-Kunstwerke der Liste des UNESCO-Welterbes an. Die Stadt ist zudem reich an Museen, Galerien und Theatern. Potsdam eignet sich hervorragend, um Kulturprogramm, Spaß und Entspannung zu kombinieren.

Drehort Wien: Der 3. Mann in schwarz-weiß

3. Mann Tour Wien Kanal

Der Kanal aus dem Film „Der 3. Mann“ © weisserstier / flickr.com/alfreddiem/ CC BY 2.0

Wien ist eine besondere Stadt voll von musischem Reichtum und beachtlichen Bauwerken historischer Bedeutsamkeit. Wer Wien heute besucht, kann sich kaum vorstellen, wie die Hauptstadt Österreichs in den Nachkriegsjahren ausgesehen hat: Verwüstung, Schwarzmarkt und Tod herrschten Ende der 40er Jahre in Wien vor. Der Film „Der 3. Mann“ gibt diese düstere Stimmung anschaulich und authentisch wieder. Gedreht wurde der Film in den 50er Jahren an Wiener Originalschauplätzen. Auch wenn das Wien nach über sechzig Jahren weitaus moderner ist als der alte Schwarz-Weiß-Streifen, fasziniert er auch heute noch seine Zuschauer und Zuschauerinnen. Obwohl der Farbfilm selbst aus Wiener Kinos nicht mehr wegzudenken ist, gilt der Schwarz-Weiß-Film „Der 3. Mann“ auch heute noch als der Wien-Film schlechthin.

Um die originalen Drehorte zu besichtigen, werden heute viele Führungen angeboten, bei denen Ihnen Details rund um die Dreharbeiten verraten werden. Als Highlight einer 3.-Mann-Tour gilt zweifelsohne der Gang hinab ins unterirdische Wien – in die Kanalisation. Die in dem Film legendäre Verfolgungsjagd wurde genau hier gedreht.

"Der 3. Mann" wurde im Wiener Kanal gedreht

Filmkulisse für „Der 3. Mann“ in Wien © Lorenz Seidler / www.esel.at

In Wien wurden jedoch noch mehr Filme und Serien produziert. Einer der berühmtesten Drehorte ist das Hotel Sacher, in dem 1939 der gleichnamige Film produziert wurde. Bekannt wurde das Hotel in Deutschland durch die Fernsehreihe „Hallo – Hotel Sacher … Portier!“ Dieser Schauplatz stillt nicht nur den Hunger nach Nostalgie und filmreifer Romantik, sondern auch nach einer köstlichen Sachertorte.

Filmkulisse: Hotel Sacher in Wien

Filmkulisse: Hotel Sacher in Wien © Rainer Sturm / pixelio.de

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